Heute ging es nicht wie sonst zum Bewässern, sondern wir machten uns auf, um unserer Baumfamilie vom ersten Tag noch ein paar Schützlinge zu schenken. Wie letztes Mal grub jedes Team zwei Löcher; da aber nach der Mittagspause wie von Wunderhand noch 4 weitere Löcher erschienen waren, konnten wir schließlich 12 kleine Bäumchen vorzeigen.

Wir bewässerten alle neuen und auch alten Bäume und machten uns dann auf den Rückweg.

Nachdem wir am gestrigen Abend mit den Studentinnen über Beerdigungsriten und die verschiedenen Vorstellungen über das Leben nach dem Tod diskutiert hatten und dabei feststellten, dass die jungen Chinesen an ein Jenseits glauben – oder auch nicht glauben, da sind sie sich anscheinend selber nicht so sicher – und dass eine gewisse Minderheit aus dieser Gegend den Toten an bestimmten Tagen, an denen die Verstorbenen dem Glauben nach wiederkehren, Reis in Silberschüsseln zubereitet, widmeten wir uns heute erfreulicheren Dingen: dem Mensch-Ärger-dich-nicht-Spielen.

Erkenntnis des Tages: Die Kraft des Meditierens reicht weiter als man denkt.

 

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Über die Autorin/den Autor:  Wilke Malcherek vom St. Christophorus-Gymnasium ist im Rahmen des Projekts "Welt:Klasse" für vier Wochen in China. Sie berichtet im Blog aus der Provinz Yunnan. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: