Die erste Sache die uns heute am Frühstückstisch auffiel, war unsere geschrumpfte Mannschaft; sowohl Stefan als auch Helen wurden über Nacht durch Krankheit ausgeschaltet.
Also begaben wir uns mit doppeltem Arbeitswillen auf den Weg zu einer weiteren Walnussbaumfamilie. Unter der Führung von Großvater Zhang verlegten wir nach einer kurzen Klettertour die erforderlichen Wasserleitungen, mit denen wir die Walnussbäume äußerst bequem bewässern konnten. Nach langem Hin und Her stand das Bewässerungsystem, allerdings blieb keine Zeit mehr zum Bewässern, da das Mittagessen rief.
Unsere Mittagspause nutzten wir dazu, die Umgebung unseres Dorfes etwas Weitläufiger zu erkunden. Nach einem anstrengenden Bergstieg erstreckte sich letztlich ein atemberaubendes Panorama vor unseren Augen, das wir in einigen Fotos festzuhalten versuchten.
Als wir wieder in unserem Nest ankamen, blieb uns noch kurze Zeit unsere Füße hochzulegen und ein wenig zu entspannen. Doch bald schon machten wir uns auf, um nun endlich die aufgeschobene Bewässerung zu vollziehen.
Wie Gärtner wässerten wir nacheinander Baum um Baum mit dem Schlauch und sorgten mit Hacke und Schaufel dafür, dass das Wasser in einem Becken um den Baum versickerte und nicht den Hang hinunter floss.
Als besonderes Highlight des Tages präsentierte sich heute Urgroßmutter Zhang, die bei einer Lebenserwartung von gerade einmal 60-70 Jahren ein stolzes Alter von 102 Jahren vorweisen kann. Wie uns Mister Zhang verriet, liege diese außergewöhnliche Vitalität an dem Trinkwasser, weshalb wir nun alle fleißig trinken.
Erkenntnis des Tages: Geschmäcker sind kulturübergreifend gleich.


Über die Autorin/den Autor:  Laureen Dilgert vom St. Christophorus-Gymnasium ist im Rahmen des Projekts "Welt:Klasse" für vier Wochen in China. Sie berichtet im Blog aus der Provinz Yunnan. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: