Unser Wecker klingelte heute um 6 Uhr. Nach einem üppigen Frühstück (warme Sojamilch, Dim Sum und Reisbrei) in einem Straßenlokal ging es für uns los auf eine achtstündige Zugfahrt von Kunming nach Dali. Erneut wurden wir am Bahnhof eher provisorisch gefilzt und stiegen in den randvollen, etwas antiquierten Zug. Wir teilten uns unser 3 m² Abteil mit einer viereinhalbköpfigen chinesischen Familie. Alle zwei Minuten wurden wir aus unserem Schlaf auf den Holzbänken aufgeschreckt, da der Zugführer unentwegt seine Hupe betätigte. Zudem wurden unsere Englischkenntnisse durch das kleine chinesische Kind der Familie auf die Probe gestellt. Am Bahnhof holte uns unsere Betreuerin Rebecca ab und brachte uns durch den wie immer chaotischen Verkehr zu unserer Wohnung. Jetzt wohnen wir für eine Woche bei einer chinesischen Familie und werden in verschiedenen Schulen Englisch unterrichten. Auch hier in Dali müssen wir die chinesische Kochkunst loben, da wir durch sie wahrscheinlich 10 Kilo zunehmen werden. Man kann einfach nicht aufhören zu essen, es ist ein psychischer Zwang für uns, sämtliche Reis-, Fleisch, Ei- und Gemüsegerichte restlos zu vernichten. Am Abend besichtigten wir mit Rebecca für einige Stunden Dalis Innenstadt, die im Wesentlichen aus Restaurants und Elektronik- oder Autogeschäften besteht. Das Highlight des Abends war unser Tänzchen in Dalis Stadtpark, in dem jeden Abend hunderte Chinesen zusammen Square-Dance tanzen. Wir versuchten uns auch an den relativ einfachen Schritte, was die Chinesen eher amüsiert beobachteten.


Über die Autorin/den Autor:  Wilke Malcherek vom St. Christophorus-Gymnasium ist im Rahmen des Projekts "Welt:Klasse" für vier Wochen in China. Sie berichtet im Blog aus der Provinz Yunnan. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: