Meine amerikanische Familie

Wie immer war ich über Thanksgiving hier in den USA und wie immer sollten wir offiziell aus unseren Zimmern am Campus raus. Glücklicherweise wohnt die Schwester meiner Freundin hier in Hattiesburg, sodass wir beide bei ihr über die freie Ferienwoche bleiben durften. Die Woche verging schnell und schon war es Donnerstag, der eigentlich Tag von Thanksgiving. An dem Tag hatte uns die Familie meiner Freundin und ihrer Schwester mütterlicherseits einngeladen.

So sind wir alle gemeinsam zu der Familie in Brookhaven gefahren, um dort ein typisches Thanksgiving zu verbringen. Es gab ein riesiges Buffet mit mehr zu essen, als man sich vorstellen kann und natürlich fehlte auch der Turkey nicht. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass meine Freundin eine Farbige und somit auch der Großteil ihrer Familie “black” ist. Eigentlich kein Problem… Nur sind die Vorurteile, dass die meisten farbigen Familien sehr groß und laut sind (leider) wahr.-

Es war auf jeden Fall sehr interessant als eindeutig Weiße dazwischen zu sitzen (vor allem beim Familienfoto) und die lautstarken Unterhaltungen kreuz und quer durchs Zimmer anzuhören. Aber ich muss eindeutig sagen, dass der Krach mit guter Laune und Freundlichkeit wieder weg gemacht wurde. Alle waren nur am Lachen und hatten eine gute Zeit miteinander. Ich kann mir zwar nach wie vor nicht die ganzen “komplizierten” Namen merken, aber jeder aus der engeren Familie (es waren circa 40 Leute da) war neugierig, wo ich denn her komme und wollte sich mit mir unterhalten.

Die meiste Zeit saßen die Männer draußen auf Stühlen und haben den Kindern beim American Football und Basketball spielen zu gesehen, während die Frauen sich drinnen unterhielten. Eigentlich sah alles genau so aus, wie es immer in amerikanischen Filmen dargestellt wird.

So habe ich also mein Thanksgiving verbracht mit super gutem Essen und interessanten Unterhaltungen.

Auch Weihnachten habe ich mit der gleichen Familie gefeiert, allerdings dieses Mal väterlicherseits. Am 25. Dezember morgens haben wir unsere Geschenke ausgepackt und dann haben wir gefrühstückt. Die Zeit verging ziemlich schnell durch Unterhaltungen und Aufräumen, sodass es schon auf 14.00Uhr zu ging, als meine Freundin, ihr Vater und ich nach Draußen gegangen sind zum Quad fahren. Hinter dem Haus der Familie ist sehr viel Landschaft und Wald, sodass man dort ungestört durch die Gegend “düsen” kann. Unglücklicherweise hat es nachmittags heftig angefangen zu regnen und zu gewittern, sodass unser Trip komplett durch den Matsch ging und wir gegen Abend vollkommen durchnässt und dreckig nach Hause gekommen sind. Insgesamt war es ein sehr schöner und auch außergewöhnlicher Tag, den ich noch sehr lange in Erinnerung behalten werde.

Am 26. Dezember sind meine Freundin und ich dann von dem Wohnort ihrer Eltern aufgebrochen nach Deutschland. Ich habe ihr vom 27.Dezember bis zum 10.Januar Werne und Umgebung zeigen können. Und… Sie mag unser liebes kleine Werne und möchte im Sommer bei beserem Wetter noch einmal wieder kommen! 🙂

-An dieser Stelle möchte ich mich auch direkt bei allen Bedanken, die unsere zwei Wochen in meiner Heimat unvergesslich gemacht haben. Es war sehr schön euch alle wieder gesehen zu haben!!!


Über die Autorin/den Autor:  Yaila Zotzmann studiert in den USA. Die Wernerin lebt in Mississippi. Dort hat die Basketballerin ein Sport-Stipendium bekommen. Was sie in den Staaten erlebt, darüber berichtet sie im Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: