Hallöchen zusammen,

ja, richtig gelesen. Am Freitag abend um 21.30 Uhr ging es endlich los: Safran legte ihre Eier ab. Und machte uns hier sprachlos: Ganze 7 Stück waren um 21.50 Uhr raus.

Abere von vorne. Nach 16 Tagen permanentem Buddeln, dass mir schon bald die Haare zu Berge standen, war die Schröte am Freitag viel zu ruhig. Grabetätigkeiten nur sporadisch, Aufmerksamkeit schenkte sie nur einer Stelle mitten im Terra. Ab 19.40 Uhr dann die Zeichen der bevorstehenden Ablage: Sie buddelte nur noch mit den Hinterbeinen ein kreisrundes Loch. Immer schön abwechselnd mal mit dem linken Fuss drei bis vier Bewegungen, dann mit dem rechten. Das Spielchen zog sich dann fast zwei Stunden ununterbrochen hin. Als sich ab 21.30 Uhr die Schwanzöffnung weitete, war es klar – endlich ging es los! Das erste Ei kam ruckzuck, zweimal pressen und da lag es auf dem Terraboden. Ich wusste ja, dass es vier auf alle Fälle waren, als Nr. 5 kam, war ich natürlich hoch erfreut. Eigentlich wartete ich anschließend darauf, dass sie dann die Kuhle schnell verschließen würde – doch nichts. Ei Nr. 6 kam. Ich war etwas irritiert, da die Maximalanzahl eigentlich bei 5 Stück liegt. Schließlich legt diese Sorte ja recht große Eier. Auch nach dem sechsten Ei war noch nicht Schluß – Nr. 7 machte mich dann komplett sprachlos. Wie passte diese hohe Anzahl überhaupt in eine Pyxidea mouhotii mouhotii? Wahnsinn und unglaublich! Wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich es definitiv für unmöglich erklärt. Schön für Safran war natürlich, dass es eine absolut problemlose Ablage war, nach 20 Minuten war alles vorbei und insgesamt 130,5 Gramm Kalkschalen lagen vor uns.

So richtig realisiert habe ich das erst, als alle Eier ordnungsgemäß in den Brutschalen verstaut waren. Irgendwie lief vorher alles wie am Fließband: Mein Mann musste die von mir nummerierten Eier in Empfang nehmen, wiegen, vermessen, aufschreiben. Ich hatte Gott sei Dank – und vorbereitet wie ich war – schon alles perfekt stehen. Ich verstaute die Eier dann in zwei Brutschalen und bestückte beide Brüter, die ich schon Stunden vorher vorgeheizt hatte. Ich hatte mir ja vorgenommen, bei einer Mehrzahl von Pyxidea-Eiern dieses Jahr mal eine Teilung in zwei verschiedenen Brütern vorzunehmen: Ein Teil wird normal bebrütet, wie ich es schon seit Jahren mache (das sind jetzt 4 Stück), die anderen sollen weitestgehend abgedeckt und ohne Lichteinfall bebrütet werden (3 Stück). Da ich in den vergangenen Jahren immer mal Eier dazwischen hatte, die nach der halben Entwicklung grundlos abstarben, ist das bei der nun hohen Anzahl einen Versuch wert. Temperatur und Luftfeuchte ist bei beiden aber gleich.

Aber bevor ich das austesten kann – wenn es überhaupt ein Ergebnis bringt – muss ja erst mal feststehen, ob die Eier befruchtet sind. Erst wartet man so lange auf die Ablage, jetzt schlinze ich wohl jede Stunde auf die vier Eier, die nicht abgedeckt sind, ob eine Keimscheibe erscheint… Bis Montag sollte sich da definitiv was zeigen. Freudig überrascht war ich anschließend noch vom Gewicht, Grösse und Zustand der Eier. Alle, bis auf Ei Nr. 1, das etwas kleiner und leichter ist (was aber nichts heißen muss) super in der „Norm“!

Für die Interessierten unter Euch hier die genauen Daten:

Ei Nr. 1: 18,5 Gramm, 14,8 x 10,7 mm

Ei Nr. 2: 23 Gramm, 16,1 x 11,2 mm

Ei Nr. 3: 23,5 Gramm, 16,6 x 11,1 mm

Ei Nr. 4: 22 Gramm, 16,1 x 11,2 mm

Ei Nr. 5: 22,5 Gramm, 16,6 x 10,9 mm

Ei Nr. 6: 22,5 Gramm, 16,9 x 11,1 mm

Ei Nr. 7: 21,5 Gramm, 16,7 x 10,6 mm

(Zum Schmunzeln noch eine Witzigkeit am Rande: Eine Freundin war tagsüber da und wollte unbedingt per sms Bescheid wissen, wenn es soweit wäre. Gesagt, getan. Kurz vor dem ersten Ei schickte ich ihr die SMS. Da es ja super schnell gehen musste, sprang sie sofort, wie sie war –  in Schlafanzughose! – ins Auto und fuhr her. Immerhin hatte sich der Einsatz gelohnt: Sie bekam die Ablage von Ei Nr. 5, 6 und 7 noch mit! Ich musste heute nachträglich noch schmunzeln: Wenn sie in eine Kontrolle gekommen und einem Polizisten hätte erklären müssen, dass sie zu einer Schildkrüöten-Eiablage in Schlafanzughose fuhr, das Gesicht hätte ich gerne gesehen! Aber so ist das mit den Schröten-Freunden: Einsatz, egal wie!).

Und hier ein paar Fotos:

Safran Eiablage 10. August 2012

 

Safran Eiablage 10. August 2012

 

Safran Eiablage 10. August 2012

 

 

So, dann drückt mal alle feste die Daumen, wäre schön, wenn es dieses Jahr doch noch klappen sollte. Hoffentlich wenigstens eins befruchtet………. Montag weiss ich mehr.

Aber wie jedes Jahr: Es ist ein langer, langer (Warte-)Weg…

Bis dann,

Ines


Über die Autorin/den Autor:  Ines Wulfert ist Mediendesignerin. Ihr großes Hobby sind Schildkröten. Über ihre Erfolge in der schwierigen Zucht berichtet sie in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: