Nach einem 6-Stunden-Workshop mit anschließender Präsentation der Ergebnisse bin ich gestern nicht mehr dazu in der Lage gewesen, einen Eintrag zu verfassen. Zum einen war zwischen der abschließenden Besprechung und der nächsten Vorlesung, die um 21 Uhr begann, keine Zeit mehr – zum anderen bin ich danach direkt in mein Bett gefallen 🙂

Der „Study Day“ war dem Thema „Overcoming Disaster“ gewidmet.

Schon erschreckend, dass wir nicht mehr über das Verhindern von Katastrophen, sondern schon über das Überwinden derer sprechen. Spätestens jetzt sollten wir lernen, dass Klimawandel und Co keine Probleme in ferner Zukunft sind, sondern schon jetzt eine Bedrohung darstellen!

Ganz im Sinne des individuellen Programms durften wir hier wieder zwischen einzelnen Schwerpunkten wählen – „Mechanical Engineering“, „Earth Observation from Space“, „The Role of Soil in Sustainable Food and Farming“ und „Understanding Volcanoes“ klingen zwar alle sehr verlockend, aber mein Interesse habe ich ganz dem „Emergency Blood Supply“ verschieben.

Dr. Ricardo Costa, Spezialist für Zellbiologie und Transfusionsmedizin und Direktor einer Blutbank, erklärte uns von mittags bis abends, was genau Bestandteil einer Bluttransfusion ist und wie Komplikationen dabei auftreten können.

Ein Problem ist beispielsweise, dass einige Blut-Pakete von Spendern auch mit HIV oder Hepatitis versetzt sein könnten, trotz vorheriger Befragung der Spender und Blutuntersuchungen.

Vor allem in Regionen, bei denen der Spender Geld für sein Blut bekommt, sind gefährdet: Häufig nutzen drogenabhängige Menschen dieses Angebot, um finanzielle Unterstützung zu bekommen. Sie könnten mit einer der Krankheiten infiziert sein und geben trotzdem an, gesund zu sein.
In anderen Fällen sind die Menschen „frisch“ an solchen Krankheiten erkrankt. Normalerweise erkennt man bei der Blutuntersuchung an den gebildeten Antikörpern, ob eine Erkrankung vorliegt. Wenn die Viren aber noch nicht lange im Organismus vorkommen, hat der Körper noch keine bzw. wenige Antikörper ausgebildet, die dann nicht erkannt werden.

Das Ziel ist es also, die Qualität des gespendeten Blutes zu sichern – nur wodurch wird dies gewährleistet?

Das war Teil unserer Aufgabe. In einer Präsentation, in der wir unsere Gedanken dazu festgehalten haben, stellten wir unsere Lösungen den anderen Teilnehmern vor: Zum einen sollte das Bezahlen des Blutspendens abgeschafft werden – Menschen sollen aus Eigeninitiative Gutes tun!
Zum anderen müssen mehr Menschen aufgeklärt werden. Erdbeben, Unfälle und andere Katastrophen gehören mittlerweile zum Alltag auf der Welt, fast täglich wird von Verletzen in den Nachrichten berichtet. Auch wir und unser Umfeld können davon betroffen sein. Was, wenn ein Familienangehöriger viel Blut verliert und keine Reserven vorhanden sind?

In der anschließenden Vorlesung sprach Professor David Philips über Licht und seine heilenden Eigenschaften und wie diese chemisch zu erklären sind.

Heute wurden wieder Ausflüge zu verschiedenen Laboren und Forschungsorten angeboten.

 

So fuhr ich heute mit einer Gruppe nach Oxford zum Diamond Light Source. Hier wird mittels Diamanten sehr helles Licht, genannt Synchrotronlicht, erzeugt, das von Wissenschaftlern über eine breite Palette wissenschaftlicher Disziplinen verwendet wird. Es ermöglicht, atomare Strukturen von Substanzen darzustellen.


Über die Autorin/den Autor:  Einen Sonderpreis, die Einladung zum London International Youth Science Forum der Ernst A. C. Lange-Stiftung, Bremen, hat die 17-jährige Laura Mähler aus Welver beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ in Erfurt gewonnen. Sie berichtet in ihrem Blog aus England. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: