Alle die behaupten, Toronto sei flach, waren mit Sicherheit noch nicht hier joggen! Mich macht das Nord-Süd-Gefälle bzw. mehr die Süd-Nord-Steigung regelmäßig fertig und ich bin noch immer auf der Suche nach einer angenehmen Joggingstrecke. Dafür ist mir aber heute unterwegs eingefallen, dass ich vergessen habe, von diesem Plan zu berichten: meiner Teilnahme an der „Toronto Challenge“. Habe mich diese Woche für einen „5 K Run“ angemeldet, nachdem ich mich erkundigt habe, dass das „K“ auch sicher für Kilometer steht. Bei allen größeren Distanzen würde ich nämlich gnadenlos untergehen! Als ich von dem Lauf, der mitten durch Downtown führt, gelesen habe, wusste ich sofort: Da will ich teilnehmen! Darum schüre ich nun seit letzter Woche wieder regelmäßig die Laufschuhe und versuche so gut wie möglich zu trainieren. Dennoch wird die Distanz am Sonntag definitiv eine Herausforderung! Aber es wäre ja schön, wenn ich mich nicht zu sehr quälen müsste! Aber drei Monate ohne Sport lassen sich leider nicht innerhalb von 10 Tagen wegtrainieren. Ich hatte noch gegoogelt, ob es nicht noch einen weiteren 5 Kilometer Lauf geben wird, aber nichts in den nächsten Wochen gefunden. Damit ich nicht länger über Ausreden nachdenke, habe ich mich bereits fest angemeldet und die Teilnahmegebühr bezahlt. Das Argument hilft gegen fast alle Ausreden.  🙂

Leider habe ich keinen Park in meiner Nähe, den ich zum Joggen nutzen könnte. Wenn man auf die Karte schaut, sind da zwar schon drei Parks in meiner Nachbarschaft, aber das Problem ist, dass hier ja auch jedes Stückchen Rasen einen Namen bekommt und „Park“ genannt wird. Also muss ich mir meine Strecke auf den Bürgersteigen der Stadt suchen, wie viele andere Läufer auch. Hier joggen viele Leute, aber was anscheinend nicht üblich ist, ist sich unter Läufern zu grüßen. Ich kenne es aus Hamm, dass man sich untereinander grüßt oder wenigstens kurz zunickt. Inzwischen kann ich mir ein „Hey“ verkneifen, nachdem schon mal jemand stehengeblieben ist, weil er wohl dachte, ich wollte ihm noch mehr sagen! Das kurze Zunicken, wenn mir ein Läufer entgegenkommt, ist bei mir aber einfach ein Reflex und erst an dem irritierten Gesichtsausdruck merke ich dann, dass es hier augenscheinlich nicht üblich ist!


Über die Autorin/den Autor:  Saskia Wolf (33) lässt sich beurlauben, um Kanada zu erleben. Sie möchte das Land nicht nur als Touristin für wenige Tage besuchen, sondern nimmt sich fast vier Monate Zeit, um das Land, die Menschen und ihren Alltag kennenzulernen - und mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Darum hat sie sich entschieden, privat bei einer Gastfamilie zu wohnen. Die überwiegende Zeit wird sie in Toronto leben, wo sie unter anderem ein Praktikum für eine deutsche Zeitung absolvieren wird. Zum Abschluss fliegt sie nach Vancouver. Über Eindrücke und Erlebnisse in Toronto wird sie im Blog berichten, denn schließlich ist der Aufenthalt dort immer noch ein kleines persönliches Abenteuer. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: