So. Die ersten beiden Fahrten sind absolviert. Und schon jetzt steht fest: Ein Fahrrad ist schon ’ne praktische Sache. Es qualmt nicht, es schluckt nicht, es kostet keine Kfz-Steuer – und selbst vermeintliche Nachteile verkehren sich beim genauen Hinsehen ins Gegenteil.

Fest steht (Überraschung): So ein Fahrrad ist langsamer als ein Auto. Viieeeel langsamer. Aber genau diesem Umstand ist es geschuldet, dass ich heute Morgen 15 Euro gespart habe. Denn mit meinem Ford wäre ich zweifellos in jene geschickt platzierte „Blitze“ gedonnert, die unsere Ordnungshüter in der Höhe des Weingeschäfts „Eichelhardt“ platziert haben. Beliebte Stelle, klar. Aber genauso häufig, wie das Ding da steht, bin ich auch schon eben dort geblitzt worden. Nichts Wildes, versteht sich: 15 Euro sind fällig, wenn man mit bis zu 10 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften zu schnell unterwegs ist. Aber jetzt, ja jetzt konnte ich denen die lange Nase zeigen!

Wirklich langsam fühlte sich die Fahrt zur Arbeit  trotzdem nicht an: Bis zu 45 km/h zeigte mein Fahrradcomputer an der Talstraße. Für den geübten Radfahrer bergab nichts Besonderes, und doch: Der Weg zu diesem Tempo ist mit Elektroantrieb weitaus leichter als ohne. Selbst in der Ebene lassen sich die von mir angestrebten 20 bis 25 km/h ohne übermäßige Beinarbeit halten. Dieser „eingebaute Rückenwind“ – er funktioniert wirklich. Sogar, wenn auch mit etwas mehr Eigenarbeit, auf der Heerstraße, die sich  schier endlos von der B54 bis zur Karlshöhe in Halver erstreckt.

Leicht abgekämpft – da ein Pedelec tatsächlich nicht von alleine fährt -, aber glücklich erreichte ich heute Morgen schließlich nach exakt 30 Minuten für die rund 12,5 Kilometer lange Strecke das Ziel. Die Heimfahrt am Dienstagabend war zwar vier Minuten kürzer, aber ganz unbedeutend ist die Topographie auch mit dem Pedelec nicht. Noch wichtiger als die Steigung ist allerdings die Beschaffenheit der Strecke – ein weites Feld, das hier morgen Thema sein soll. Bis dahin sage ich erstmal:

Lasst rollen!


Über die Autorin/den Autor:  Es soll ein Tag des abgasfreien Verkehrs werden: Am Sonntag, 24. Juni, ist das Volmetal „autofrei“. Dann soll die Bundesstraße 54 allein Fußgängern, Inline-Skatern, aber eben auch Radfahrern gehören. Und so rückt die Veranstaltung umweltfreundliche Fortbewegungsmittel in den Focus – wie auch E-Bikes und Pedelecs. Redakteur Frank Zacharias startet dazu nun einen Selbstversuch und wird regelmäßig – im Allgemeinen Anzeiger und in diesem Blog – über seine Erfahrung mit dem „schnellen Fahrrad“ im Sauerland berichten. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: