Morgen steht ein erster Abschied an: Nach drei spannenden Wochen endet meine Sprachschule!

Diese Wochen waren weit mehr als nur meine Englischkenntnisse aufzufrischen! Ich habe an vielen Schulaktivitäten teilgenommen und so die Stadt noch weiter kennengelernt. Ich habe engagierten und motivierten Unterricht erlebt mit vielen interessanten Themen und Diskussionen und immer wieder standen die unterschiedlichen Länder und Kulturen im Mittelpunkt. Und ich habe tolle, offene Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt: Brasilien, Mexiko, Korea, Japan, Saudi-Arabien… und wir haben viel gemeinsam unternommen! Gestern war ich zum Beispiel mit 13 Brasilianern und Mexikanern beim Eishockeyspiel der „Toronto Marlies“. Es war für die Jungs und Mädels das erste Eishockeyspiel und sie schauten zu Beginn ungläubig, dass die fairen Checks gegen die Bande tatsächlich erlaubt sind. Ich habe versucht die wichtigsten Regeln zu erklären und mir dabei Fragen gestellt wie etwa, ob der Puck im Englischen eigentlich auch „puck“ heißt oder vielleicht sogar das englische Wort ist?

Am letzten Samstag habe ich eine neue Erfahrung sammeln können und bin mit zwei Koreanerinnen zum ersten Mal in meinem Leben koreanisch essen gewesen. Nachdem sie mir einige Gerichte von der Speisekarte erklärt haben, habe ich mich für „Bulgogi“ entschieden – ein Gericht mit marinierten Rindfleischstreifen. Würzig und nicht so scharf, wie befürchtet. Ich hab es allerdings aufgegeben mit Stäbchen zu essen – ich wäre nicht satt geworden! Japanisch essen mit Japanern und mexikanisch mit Mexikanern steht auch noch auf dem Programm! Es ist einfach eine tolle Gelegenheit mit Einheimischen essen zu gehen, weil sie die Restaurants kennen, wo das Essen authentisch ist.

Bei diesen vielen schönen Erlebnissen habe ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, meinen Aufenthalt an der Sprachschule zu verlängern. Ich wäre mir sicher, noch ganz viel für mich selbst mitnehmen zu können. Aber im Leben gehen eben nun einmal auch die schönen Dinge vorbei, auch wenn man sie gerne festhalten würde. Und so bleibt nur eine Möglichkeit: Die Zeit genießen! Das habe ich getan und so wird in der nächsten Woche der nächste Abschnitt meines Aufenthalts beginnen: mein Praktikum bei einer wöchentlichen deutschen Zeitung hier in Toronto. Ich sehe dem Praktikum noch mit gemischten Gefühlen entgegen. Bis jetzt habe ich den Herausgeber der Zeitung noch nicht treffen können, da er den Termin mehrmals verschoben hat. Nun hoffe ich auf morgen. Ich habe daher noch keine genaue Vorstellung von meinen Aufgaben und Möglichkeiten in diesem Praktikum. Auf der anderen Seite hat sich bis jetzt alles so gut gefügt, dass ich einfach daran glaube, dass es auch dieses Mal so sein wird. Und ansonsten glaube ich, dass ich Alternativen hätte. Ich habe in den vergangenen Wochen einige Leute kennengelernt, von denen ich glaube, dass sie mir in diesem Fall helfen könnten. Aber zunächst glaube ich erstmal an das Praktikum!


Über die Autorin/den Autor:  Saskia Wolf (33) lässt sich beurlauben, um Kanada zu erleben. Sie möchte das Land nicht nur als Touristin für wenige Tage besuchen, sondern nimmt sich fast vier Monate Zeit, um das Land, die Menschen und ihren Alltag kennenzulernen - und mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Darum hat sie sich entschieden, privat bei einer Gastfamilie zu wohnen. Die überwiegende Zeit wird sie in Toronto leben, wo sie unter anderem ein Praktikum für eine deutsche Zeitung absolvieren wird. Zum Abschluss fliegt sie nach Vancouver. Über Eindrücke und Erlebnisse in Toronto wird sie im Blog berichten, denn schließlich ist der Aufenthalt dort immer noch ein kleines persönliches Abenteuer. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: