Durchgehend gutes Wetter, richtig guter Schnee zum Ski fahren, wilde Partys und eine Spitzenstimmung: So war die Klassenfahrt eine Woche lang. So hat man mir erzählt. Denn ich wurde pünktlich, einen Tag vor der Abfahrt, krank und konnte somit leider nicht mitfahren. Ist mir schon oft passiert, aber es hat mich noch nie so sehr geärgert wie dieses Mal.

Natürlich war diese Klassenfahrt ein voller Erfolg, und deswegen wird das Ganze auch wiederholt, aber das doch erst nächstes Jahr.

Momentan haben wir Ferien, Osterferien um genau zu sein, und ich hatte mich vor den Ferien mit einem unserer Lehrer darüber unterhalten, wie wichtig ein Ziel für die Zeit nach der Schule ist, um gut durch die drei Jahre bis zum Abitur zu kommen. Der Schulstoff hat nämlich merklich an Inhalt und Tempo zugenommen. In Biologie vernimmt man erschöpftes Ächzen, wenn die komplexen Strukturen von Enzymen und biosynthetischen Vorgängen behandelt werden. Das Fach Deutsch wartet mit dem Drama der „Antigone“ auf und Mathe bringt mit Polynomdivisionen auch keine leichten Aufgaben hervor. Erschwerend kommt hinzu, dass das Wetter allmählich besser wird. Sobald sich die Sonne zeigt und die Temperatur über 15 Grad steigt, fiebert man immer stärker dem Ende des Unterrichts entgegen. Je besser das Wetter, desto mehr Disziplin ist gefordert. Ein paar Mitschüler erblühen unter diesen Umständen und dem Unterrichtsstoff, und ein paar tun es nicht. Leider ist es in der Klasse wieder einer weniger geworden.

In den ersten Ferientagen ist mir klar geworden: Ich weiß kaum etwas über die Ziele und Pläne meiner Mitschüler. Was wollen sie mit dem Abitur anstellen? Einer möchte studieren, ein anderer eine Ausbildung anfangen. Ich weiß es kaum. Deswegen werde ich in den nächsten Ausgaben immer wieder mal einen Klassenkameraden befragen und dann hier vorstellen.

Was macht er beruflich? Wieviel Zeit hat er für die Schule, und was will er nach der Schule machen?

Nun noch das letzte Ferienwochenende genießen, und dann geht es weiter.


Über die Autorin/den Autor:  Der Lüdenscheider Thomas Köhler ist 25 Jahre alt und gelernter Krankenpfleger. Er arbeitet im Klinikum Lüdenscheid. Während der nächsten drei Jahre will er das Abendgymnasium Lüdenscheid, eine Außenstelle des Hagener Rahel-Varnhagen-Kollegs, besuchen – außer in den Schulferien an fünf Abenden pro Woche. Den Lesern unserer Zeitung wird Thomas Köhler in regelmäßigen Abständen – etwa einmal monatlich – erzählen, wie es ihm und seiner Klasse dabei ergeht. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: