Noch gut 12 Stunden – dann geht mein Flug von Düsseldorf nach Toronto!

In den letzten Tagen habe ich häufig zwischen „Jetzt schon?!“ und „Endlich! Es wird auch Zeit!“ geschwankt. Seit heute denke ich nur noch: „Es wird Zeit!“ Es ist alles vorbereitet und ich bin bereit!

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mir Stück für Stück meine Zeit in Kanada organisiert. Am Anfang waren es viele einzelne Puzzleteile und nun blicke ich auf die nächsten 111 Tage und bin erstaunt, wie sich alles zu diesem schönen Bild zusammenfügt hat. So passend und so richtig, als wenn es von Anfang klar gewesen wäre, dass diese Zeit genau so sein muss! Dabei war zu Beginn eigentlich gar nichts klar…

außer, dass ich nach Toronto wollte! Und das schon als Jugendliche. Die Stadt fasziniert mich vor allem, weil dort so viele unterschiedliche Nationalitäten gemeinsam leben. Ich hätte schon längst mal dort hinfliegen können, aber mir wäre es nicht genug gewesen, diese Stadt an zwei, drei Tagen oberflächlich zu besichtigen. Darum wird Toronto auch den größten Teil meiner Kanada-Zeit einnehmen und ich hoffe, so die Stadt näher kennenzulernen und wirklich erleben zu können.

Während den Planungen habe ich mich über viele Möglichkeiten informiert, mich bei vielen Stellen erkundigt, habe unzählige Mails geschrieben und meine Kontakte und die Kontakte anderer genutzt, um letztendlich das Passende für mich zu finden. Witzigerweise kennt fast jeder irgendjemanden, der in Kanada lebt oder zumindest mal für längere Zeit dort war. Und jeder hat sich für mich um diese Kontakte bemüht, um mich so bei meinem Vorhaben zu unterstützen. Das hat mich immer wieder beeindruckt! Und was genauso beeindruckend für mich war: Letztendlich waren meine Bemühungen irgendwann immer erfolgreich! So habe ich nach und nach meine privaten Unterkünfte und auch meine Praktikumsstelle gefunden!

Ab kommenden Montag besuche ich zunächst einen Sprachkurs und werde erst einmal versuchen, in Toronto anzukommen. Anschließend folgt dann ein mehrwöchiges Praktikum bei einer deutschen Zeitung in Toronto. Ich kann es noch immer nicht glauben, dass das geklappt hat! Es gibt wohl kaum eine bessere Möglichkeit, die Stadt kennenzulernen und gleichzeitig mal über den Tellerrand zu schauen und einen Eindruck von der kanadischen Arbeitswelt zu bekommen.

Mitte Juli werde ich dann noch für rund fünf Wochen nach Vancouver fliegen. Diese Idee hat sich auch erst im Laufe der Zeit entwickelt, weil ich immer wieder gehört habe, wie schön diese Stadt sein soll. Bis vor vier Wochen war die Zeit in Vancouver allerdings noch gar nicht geplant. Obwohl ich normalerweise alles im Vorfeld organisiert haben muss (alle, die mich kennen, werden jetzt nicken), hat mich diese „Lücke“ nicht allzu sehr beunruhigt. Denn ich war zuversichtlich, auch für diese Zeit noch etwas zu finden. Spätestens wenn ich in Toronto bin. Denn auch dann hätte irgendwer jemanden gekannt oder eine Idee gehabt und plötzlich wäre die Lösung greifbar gewesen! Doch dann haben sich schon hier in Hamm die Dinge plötzlich wieder gefügt: Nun werde ich zunächst voraussichtlich wieder in einer Gastfamilie wohnen, dann eine gute Woche am Shuswap Lake verbringen und anschließend mit einer Freundin zu einer 10-tägigen Rundreise aufbrechen. Auch das hat sich ganz kurzfristig ergeben und innerhalb von 14 Tagen hat sie Urlaub beantragt, haben wir gemeinsam eine Reiseroute ausgearbeitet (um sie dann noch einmal wieder umzuwerfen) und haben schließlich dank Internet und der tollen Unterstützung des ADAC-Reisebüros die Hotels gebucht – was so kurzfristig und im August (Hauptreisezeit) nicht einfach war.

Urlaub konnte ich mir für meine 111 Tage Kanada nicht nehmen. Das würde jeden Urlaubsanspruch sprengen. Ich habe mich stattdessen freistellen lassen. Da ich im öffentlichen Dienst beschäftigt bin, besteht diese Möglichkeit, die ich nun nutze, um mir meinen Traum zu erfüllen.

Ich fliege morgen mit dem guten Gefühl, genau das Richtige zu tun und freue mich auf eine spannende Zeit!

 


Über die Autorin/den Autor:  Saskia Wolf (33) lässt sich beurlauben, um Kanada zu erleben. Sie möchte das Land nicht nur als Touristin für wenige Tage besuchen, sondern nimmt sich fast vier Monate Zeit, um das Land, die Menschen und ihren Alltag kennenzulernen - und mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Darum hat sie sich entschieden, privat bei einer Gastfamilie zu wohnen. Die überwiegende Zeit wird sie in Toronto leben, wo sie unter anderem ein Praktikum für eine deutsche Zeitung absolvieren wird. Zum Abschluss fliegt sie nach Vancouver. Über Eindrücke und Erlebnisse in Toronto wird sie im Blog berichten, denn schließlich ist der Aufenthalt dort immer noch ein kleines persönliches Abenteuer. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: