Schön, wieder in der Heimat zu sein. Dieses Gefühl kam auf, als ich vergangenen Donnerstag nach Ameke zurückkehrte. Ich freute mich auf das Wiedersehen mit der Familie und Freunden nach einer eintägigen Rückreise aus Guadalajara, Mexiko.

Auf der einen Seite freue ich mich auf die Heimat, auf der anderen Seite packten mich auf der Rückreise Wehmut und große Dankbarkeit für die Erlebnisse seit dem 15. August 2011 in Mexiko, dem Land der 1000 Gesichter. Zuerst lebte ich mich schnell im Studienalltag an der Universität von Guadalajara ein, bevor ich mich in der Millionenstadt einlebte und die mexikanische Kultur näher kennen lernte. Neben den zahlreichen kulturellen und organisatorischen Unterschieden zwischen Mexiko und Deutschland, kann ich nur staunen über den Reichtum des Landes und über die freundliche Art der Mexikaner.

An der Uni wurden die Austauschstudenten mit offenen Armen empfangen und die einheimischen Studenten waren gern bereit zu helfen. Das Studium forderte mich ziemlich, aber gleichzeitig blieb immer mal wieder Zeit zur Erkundung der Kultur, die von Mariachi-Sängern bis zum chili-scharfen Essen reichte. Ein Höhepunkt meines Aufenthalts war die Reise durch Südmexiko, die ich nach Semesterende antrat. Vom 23. Dezember bis zum 9. Januar 2012 war ich mit Freunden unterwegs und sah sagenumwobene Mayaruinen im Urwald und gewaltige Schluchten, die von einem Fluss durchkreuzt wurden. Im Gegensatz dazu stand der Massentourismus in Cancun und Playa del Carmen.

Besonders prägend für meinen Aufenthalt waren die persönlichen Begegnungen mit einheimischen Studenten und Professoren. Ich ging mit ihnen essen, feiern und erlebte Lokalkultur pur bei gemeinsamen Abenden. Ich sah Professoren, die unnachahmlich auf der Tanzfläche wirbelten. Daraus sind Freundschaften entstanden, die hoffentlich andauern.

Zum Abschluss meines sechsmonatigen Aufenthalts nutzte ich die Chance, um in die USA zu reisen. Zusammen mit einer Freundin bereiste ich Teile Kaliforniens, Las Vegas und den Grand Canyon. Wir begannen in San Francisco, einer Stadt, die ihren Charme durch ihre Lage am Wasser bekommt. Wir besuchten das berühmte Gefängnis Alcatraz und setzten unsere Reise an der Küste fort. Die Steilküsten sind wunderschön und stehen im starken Kontrast zu den weiten Sandstränden in und um Los Angeles. Dort schauten wir uns Hollywood kurz vor der Oscar-Verleihung an.

In Las Vegas sahen wir dann die Macht des Glücksspiels. In einer Wüstenstadt sahen wir uns den Eiffelturm, die Sphinx und die Freiheitsstatue auf einer einzigen Straße an. Mit einer Tour zum Grand Canyon sahen wir zudem noch eines der Naturwunder an. Die Weite dieser Felslandschaft lässt einem den Atem stocken.

Zurück in Guadalajara hieß es Abschied von allen Freunden nehmen. Zusammen trafen wir uns in der ältesten Cantina, einer unauffälligen Bar mit Livemusik, der Stadt. Bei traditioneller mexikanischer Musik ließen wir das gemeinsame Halbjahr Revue passieren. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit für die gemeinsamen Erlebnisse und bin mir sicher, ich werde nach Mexiko zurückkehren.


Über die Autorin/den Autor:  Jan Dirk Wiewelhove (25) aus Walstedde studiert "Interamerikanische Studien“. Im Rahmen seines Studiums verbringt er ein Auslandssemester in Mexiko. Über seine Erlebnisse in Guadalajara schreibt er ein Online-Tagebuch. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: