March 21, 2011
8.00 Uhr – Geplant war ein Besuch bei der Ministerin um die Themen weiterer Spezialisierung Eritr. Kinderärzte in Deutschland book of dead spielautomat zu besprechen und und das Thema Tele-Pathologie nochmals zu besprechen. Leider sagte die Ministerin das Gesprüch kurzfristig ab mit der Begründung, dass sie sich nochmals detailliert mit der Materie befassen möchte. 
Um 9.00 Uhr ging die Fahrt nach Mendefera los: Truppenbesuch bei unseren Oldenburger Kollegen in der Provinzklinik. Wieder fällt uns die fruchtbare Erde in dieser Region Eritreas auf.
 
In Mendefera begrüssen uns Dr. Sebastian, Schwester Steffi und Schwester Birte überaus glücklich und zufrieden. Ingenieur Hans Georg
hatte in den wenigen Tagen ganze Arbeit geleistet. Neue Wasserleitungen, neue Steckdosen, perfektes Licht – alles funktioniert jetzt in Mendefera. Auch die Solaranlage funktioniert ausreichend bei Stromausfall, um die Wärmebettchen für Frühgeborene weiter zu betreiben. Die Zusammenarbeit mit dem Eritreischen Kinderarzt Samson, Kinderschwester Guoy und Techniker Mussie funktioniert perfekt. Im letzten Halbjahr 2011 wurden 52 Neugeborene behandelt und in den ersten 3 Monaten 2012 bereits 64. Das bedeutet eine Verdopplung der
Behandlungsfälle durch vermehrte Zuweisung von draussen und das wachsende Vertrauen der Bevölkerung in dieser Klinik. Genauso hatten wir uns das erhofft. Was jetzt noch dringend fehlt, ist eine Qualifizierung der Geburtsabteilung, denn haeufig kommen die Früh- und Neugeborene bereits dort zu Schaden, weil die Kinder z.B. auskühlen oder nicht beatmet werden.
 
Nach Abstimmung mit dem Klinikdirektor werden unsere Oldenburger Freunde dann im Herbst ein Geburtshelfer und eine Hebamme mit ihm Team haben.
Der Wunsch nach zusätzlichem Material und besserer Ausstattung ergbt eine lange „to-do“-Liste für mich; ein neuer Entbindungsstuhl, eine OP-Lampe, reichlich OP-Bereichskleidung, Ultraschallgeräte für Geburts-und Kinderklinik, Sauerstoffkonzentratoren und Infusionspumpen. Alles kein Problem, haben wir bereits alles im Lager gesammelt.
 
Zum Abschluss diskutierten wir das Problem der Genitalbeschneidung der Mädchen in Eritrea. Seit 2007 ist dies per Gesetz verboten. Unser Kollege Samson hat seitdem nur noch einen einzigen Fall von Klitorisbeschneidung bei einem Saeugling gesehen. Per Gesetz war er dazu verpflichtet diesen Fall zu melden und die Beschneiderin ist mit Sicherheit ihrer Strafe zugeführt worden. Er zeigte uns Bilder von erwachsene Frauen, die damals zu 100 % beschnitten wurden. Grausame Fotos von den Folgen dieser rituellen Tortur, die jetzt glücklicherweise in Eritrea ein Ende gefunden hat.
 
Zurück in Asmara blieb nur wenig Zeit zur Erholung, denn als nächstes stand der Besuch der Augenklinik an. Chefärztin Dr. Gennet führte uns durch die Klinik und erlaeuterte uns ihren Bedarf für die Zukunft. Neben technische Unterstützung mit einem speziellen OP-Mikroskop bittet sie um Entsendung eines deutschen Spezialisten für Glaskörper- und Netzhautchirurgie. Bereits in September wird unser OP-Team zur Behandlung von schielenden Kindern bei Gennet eintreffen und ein neues Kapitel unserer Aktivitäten in Eritrea eröffnen.
Dieser Einsatz wird dankenswerter Weise von einem grosszügigen Spender aus Körbecke gefördert.
 
Am Spätnachmittag gab es noch ein Treffen mit Berhane, genannt Mario, dem Head of IT und Telecommunication des Gesundheitsministeriums. Mit ihm besprach ich das Thema Tele_Pathologie. Wie bekommt man die Bilder von Asmara zur Charité in Berlin ? Mit dem hiesigen langsamen Internet lassen sich unmöglich Bilder verschicken. Aber Mario hat wohl eine schnellere Internetleitung in seinem Büro und so verabredeten wir uns für Freitag früh um 8.00 h im Labor der Pathologie um die Problemlösung vor Ort mit dem Laborchef zu besprechen. 
 
Abends telefonierte ich noch kurz mit unserer Fraktion in Keren. Zwei kritisch kranke Neugeborene sind leider verstorben. Schwester Maria aus Lippstadt bricht sich die Seele aus dem leib und Techniker Mario hat sich ein Sonnenstich zugezogen. 
Alltag in Afrika.
 
Mit herzlichen Grüssen
Peter Schwidtal

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