rusbank.netUm 7.30 h kommt es noch am Frühstückstisch zu einer unverhofften Besprechung mit Dr. Urban, dem Leiter des Deutschen Kinderherzchirurgenteams. Ihm fehlen Betten für die vielen operierten Kinder, da die externeKinderstation gerade renoviert wird. Ich begebe mich in die benachbarten Hals-, Nasen-, Ohrenklinik und treffe dort meine alte Freundin Dr. Alem. Sie ist eine von drei HNO-Aerzten für das gesamte Land mit 5,5 Mio Menschen. Ihr kann ich ein grosses Patientenzimmer abhandeln um dort die kleinen operierten Herzpatienten unter zu bringen.

Anschliessend treffen wir uns zur Morgenbesprechung mit Dr. Habteab, dem Leiter der grossen Hauptstadtklinik. Wir besuchen danach die von uns durchrenovierte Krankenhausküche des Orotta-Hospitals und müssen feststellen, dass manche Maschine aufgrund technischer Probleme noch nicht richtig laeuft. Hier muss im Herbst unser Schweizer Küchenspezialist noch mal ran.

Um 9.30 h kommt es zu einem interessanten Treffen mit Dr. Saleh, dem neuen Leiter des histo-pathologischen Labors. Er berichtet uns, dass die Gewebeschnitte von operierten Tumoren mühsam durch Boten ins Ausland gebracht werden  da es im Land keine zuverlässige Pathologie gibt. Es braucht unnötig viel Zeit und nicht jedes Preparat erreicht sein Ziel.Unsere Idee ist es die bereits 2007 installierte Einheit von Mikroskop und Kamera mit einem Satelliten zu verbinden um somit das Projekt der Telemedizin zwischen Eritrea und der Universitätsklinik Charité in Berlin zu starten. Dr. Saleh ist sehr angetan von der Idee und wirkt sehr tatkräftig und engagiert.

Morgen werde ich zu diesem Projekt bei der Gesundheitsministerin vorsprechen und am Donnerstag mit unserem IT-Techniker Oli Becker aus Oldenburg das Labor von Dr. Saleh wieder besuchen. Wenn alles gut geht könnte das Projekt zum Jahresende starten.

Um 11.00 h besuchen wir Ministerin Salma Hassen, die als Sozialministerin für das grosse Waisenhaus Godaifzuständig ist. Nach der vollständigen Renovierung von Sanitäranlagen,  Fenstern, Installation der Industriewaschmaschine für die Wäsche der vielen Waisenkinder und den kompletten Innenanstrich der Zimmer, steht nun nur noch die Durchrenovierung der veralteten Küche an. Hierfür werden wir auf Industriespenden angewiesen sein.

Nachmittags besuchen wir die Deutsche Botschaft um Neuigkeiten hinsichtlich des Grenzkonfliktes zu erfahren. Es scheint alles ruhig zu sein – es herrscht keine Kriegsgefahr.Im Anschluss besuchten wir den Lufthansa Country Manager um von ihm zu erfahren, ob uns die vertraute Airline auch in Zukunft noch fliegen wird. So wie es aussieht können wir weiter auf sie bauen.

Um 17.30 h treffe ich noch Dr. Tadesse Mehari, dem Leiter aller medizinischer Ausbildungsprojekte in Eritrea. Wir möchten gerne Dr. Mahmud, einen jungen, engagierten, Eritreischen Arzt für 4 Wochen in das Klinikum Oldenburg holen um ihm als Leiter der Kinderintensivstation weiter zu qualifizieren. Aktuell haben wir mit dem Herzteam mehrere Intensivisten mit dabei, die die Eritreischen Kinderaerzte fortbilden. Ein weiteres Projekt, dass ich mit ihm bespreche, ist das der Telemedizin. Er ist ein hoch intelligenter, angenehmer Gesprächs- und Kooperationspartner.
Schön, dass es diesen Menschen hier in Eritrea gibt.

Soviel für heute und herzlichen Gruss
Peter


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