Manchmal scheint es mir, als würde ich immer an den Farben Blau und Weiß kleben bleiben. Erst studiere ich in Bochum, dessen VFL bekanntermaßen Blau und Weiß als Vereinsfarben hat, ebenso wie ‚mein‘ Lieblings-Lokalverein, die Westfalia Rhynern. Dort war ich Läufer, Ehrenamtlicher und dort habe ich auch meine Master-Abschlussarbeit für die Uni geschrieben. Und dann ist da noch der deutsche Discounter mit den blau und weißen Tüten, bei denen ich mich ja neulich vorgestellt habe. Gestern haben sie mich, zu meiner Überraschung, nochmal angerufen, heute war ich zum Zweitrunden-Interview dort. Der Manager hat mir den Laden gezeigt und mir nochmal die Möglichkeiten zum schnellen Aufstieg innerhalb des Unternehmens erklärt. Warum also nicht? Im Endeffekt liegt es ja nur an mir selbst, wie schnell ich die unterste Ebene verlassen und ins Management aufsteigen könnte. Kling wie der American Way of Life?!  

Zugegeben: Es ist nicht mein Traumjob Kisten auszupacken, einzuräumen und so. Aber es gibt viele Unternehmen in den USA, in denen man ausschließlich von ‚innen‘ aufsteigen kann. Daran glaube ich auch, ehrlich. Vor allem glaube ich an meine Qualitäten. Wenn ich die habe, werde ich auch aufsteigen. So einfach ist das. Per Handschlag habe ich bereits eine Zusage, es wird aber noch ein drittes Vorstellungsgepräch mit Regularien geben. Es gibt aber auch einen Haken: Derzeit weiß ich nicht, ob ich die Zeit, bis ich beginnen und erstmals Lohn bekäme, finanziell überbrücken kann. Letztlich muss ich darauf warten, bis sie sich wieder bei mir melden. Na mal schauen.

Ich muss übrigens zugeben, etwas abergläubisch zu sein. Irgendwie bestätigt sich das auch immer. In der Nacht, bevor ich vor rund einem Jahr zum Vorstellungsgespräch zu einer der größten Sportorganisationen Deutschlands gefahren bin, habe ich zufälligerweise noch den Film ‚Hilfe die Amis kommen‘ gesehen. Das ist quasi der zweite Teile der Urlaubs-Filmreihe mit Chevy Chase aus den 80er-Jahren, von denen ich neulich bereits an dieser Stelle geschwärmt habe. Auf dem Weg zum Vorstellungegespräch vorhin bin ich noch beim Elektroladen rein, ich wollte eigentlich nur die Zeit bis zum Gespräch herumbekommen. Außerdem ist es angenehmer drinnen auf solch ein Gespräch zu warten, als im schicken Zwirn draußen in der Sonne zu brutzeln. Und dann lag er da: ‚Hilfe die Amis‘ kommen als DVD. Ich konnte nicht widerstehen, habe ihn natürlich mitgenommen. Wie schon mit dem Vorstellungsgespräch vor gut einem Jahr, hat es wohl geholfen, beide Male habe ich die Jobs bekommen. Ich weiß nicht warum, aber vielleicht löst Chevy Chase mit seinem zeitlosen Humor auch einfach eine gewisse Lockerheit aus 😉 Es wird also eine lange Nacht heut, auf den Film freue ich mich schon richtig.

Inzwischen wäre es für mich aber auch okay, wieder zurück zu gehen nach Deutschland, wenn alles nicht klappt. Dann würde ich auch freiwillig mit den (ur-)Altherren der Westfalia Rhynern singen. Ihre CD ‚Blau und weiß – wie lieb‘ ich dich‘ (wenn ich den Titel richtig im Kopf habe…) hat mich nämlich zu diesem Blog-Eintrag inspiriert 😉

In dem Sinne: Viel Erfolg der Westfalia am Sonntag beim Heimspiel, und meinen Läufern gönne ich, dass es beim Samstagstraining richtig schönes Wetter zum Laufen ist 🙂 

Liebe Grüße


Über die Autorin/den Autor:  Rabea Wortmann beginnt in Florida (USA) ein neues Leben. Ueber die Fortschritte, am anderen Ende des Atlantiks Fuss zu fassen, berichtet die 27-jaehrige Auswanderin und langjaehrige WA-Mitarbeiterin in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: