Archive for Februar, 2012

Eher durch Zufall wurde ich auf den Film/die Dokumentation „9 Leben“ aufmerksam und war von Anfang bis Ende ganz „gefesselt“ – absolut empfehlenswert!

Der Film porträtiert das Schicksal mehrerer Jugendlicher, die sehr früh – oft schon im Alter von 11, 12 oder 13 Jahren – entschieden haben, von zu Hause wegzugehen und für eine bestimmte Zeit oder dauerhaft auf der Straße zu leben: Sunny, Toni, Krümel, JJ, Stöpsel, Soja und Za.

Menschen also, von denen jeder einzelne mittlerweile auch schon neun Leben gelebt haben könnte. Versehen mit seelischen und körperlichen Beschädigungen. Doch trotz dieser Zerstörungen gibt es bei ihnen eine enorme Kraft, Talente und Fähigkeiten zu entdecken. Dieser Reichtum an persönlichen Möglichkeiten steht im Mittelpunkt des Films. Die Lebensumstände der Jugendlichen auf der Straße werden deshalb auch nicht dokumentiert, sondern sie werden von ihnen in freier Wahl erzählt oder auch nicht. So kommen sehr persönliche, mitreissende und berührende Zeugnisse zustande.“

(Quelle: http://www.madonnenfilm.de/9lebenFilm.html)

Aktuell zu sehen unter:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1573584/9-Leben#/beitrag/video/1573584/9-Leben

 

 

Heute war wieder Spielgruppe angesagt, ich liebe es mit anderen Kindern zu spielen. Irgendwie mussten wir heute schnell laufen und jetzt wo ich es ganz gut kann, habe ich Vollgas gegeben. Das sah wohl ganz witzig aus, weil die Anderen sich alle kaputt gelacht haben. Ja ich gebe zu, es sieht etwas komisch aus, aber egal, alleine laufen macht immer mehr Spaß.
Mama war heute Mittag nicht da und deshalb habe ich bei Oma geschlafen und jetzt Achtung, drei Stunden lang. Ich weiß nicht wo es dran liegt, aber bei Oma penne ich wie ein Brett. Es liegt bestimmt da dran, dass Papa früher schon in diesem Zimmer wie ein Brett geschlafen hat. Seine Aura liegt noch im Raum, oder eher seine Dauermüdigkeit.
Bei dem Thema muss ich sagen, dass es für mich auch mal wieder Zeit wird, denn es ist doch schon ziemlich spät.
Hups, die Mama kommt, gute Nacht, Eure Püppi.

Mir faellt echt nichts mehr ein zu diesem, in fetten Anfuehrungsstrichen, rechtsschaffenden Staat. Manchmal waehne ich mich in einem Staat in der dritten Welt, nicht in den USA. Mit der Polizei bin ich neulich schon, zu unrecht, aneinander gerasselt. Statt zu helfen, wurden sie beleidigend. Heute passiert wieder so etwas. Nur eine kleine Sache, aber zum widerholten Mal interessiert sich die Polizei nicht fuer die Belange der „kleinen Leute“ – das zumindest ist meine Erfahrung hier.

Was ist passiert? Da hole ich mir eben etwas zu essen, knapp zehn Dollar kostet mich mein Abendessen, es ist ohne Extras, ohne Trinken. Ich setze mich mit meinem Essen – wie so oft – vor das riesige Anwesen der Miami Beach Police, bekomme aber Durst. Minutenlang steht mir ein Polizei-Officer gegenueber, er sieht  mich die ganze Zeit. Ich gehe zum Getraenkeautomaten, schmeisse 1.25 Dollar hinein und nix passiert.Ich haue gegen den Kasten, hoffe, mein Getraenk faellt dann heraus. Irgendwann trabt der Officer zu mir, sagt mir, der Automat funktioniere nicht. Ich sage ihm, ich habe aber bereits mein Geld dort hineingeschmissen. Er sagt, ich solle die angegebene Telefonnummer anrufen, vielleicht erhalte ich mein Geld zurueck. Stinksauer wie ich in den Moment bin – sorry, aber dieser „Officer“ hat mir minutenlang beim Essen zugesehen und gesehen, wie ich in aller Seelenruhe mein Geld in diese Maschine geschmissen habe – habe ich fuer dieses Verhalten kein Verstaendnis. Es ist das x-te Mal, dass ich von dieser Polizei hier enttauescht bin, und ich frage mich, wie Praesident Obama so etwas verantworten kann?! Es sind schwerwiegende Dinge, die ich hier gesehen habe, die Polizei handelt aber nicht. Diese Kleinigkeit mit dem Getraenkeautomaten bringt, fuer mich, das Fass zum Ueberlaufen.

Ich hatte immer meinen Glauben an diesen Staat, dieser Glaube hat mich verlassen. Warum so viele Europaeer die USA so kritisch sehen, kann ich vielleicht sogar nach und nach verstehen. So, wie sich Praesident Obama gibt, gibt es Hoffnung fuer das Land. Aber nicht alle sind wie er. Leider. Gerade der anstehende Wahlkampf macht seine Hoffnungen zunichte. Ich glaube an ihn, der Glaube an die USA geht mir aber langsam aber sicher floeten. Auch wenn im Endeffekt nur das Handeln einiger weniger Personenen ausschlaggebend ist. Barack, handel! Schnell!

Wer glaubt, alles sei immer prima in den USA, der irrt. Aber: Die Hoffnung auf Besserung stirbt zuletzt. Die USA sind kein Paradies, gerade Sued-Florida mit der hohen Arbeitslosigkeit nicht. Anscheinend haben die, die einen sicheren Job haben, aber auch keine Ahnung vom Umgang mit den Menschen. Ich sage nochmal: Es ist meine Erfahrung, jeder andere kann da anders denken.

Was die Praesidentschaftswahl demnaechst hier bringt, fragt sich im Moment

eure Auswanderin

Kennt ihr das auch, ihr habt euch angezogen und schaut an euch herunter. Die Klamotten sitzen nicht mehr so, wie sie vor einiger Zeit saßen. Das Shirt, das ihr anhabt spannt etwas am Hals. Der Knopf an eure Jeans geht nicht mehr zu und die Strumpfhose ist doch etwas stramm geworden.  Ja, habt ihr  das auch ab und zu einmal? Wahnsinn oder? Dieses ist wohl eine Situation, die einen das ganze Leben begleitet. Puh, ich hoffe nicht, dass mir mit 45 der Body immer noch so schwer übern‘ Kopf geht.

Bis dann, Eure Püppi!

Hey zusammen,

Gladbach hat unentschieden gespielt, die Westfalia Rhynern hat ihr Spiel abgesagt und ein Messerstecher treibt in Hamm sein Unwesen. Drei Gründe, derzeit nicht nach Deutschland zurückzugehen 😉 Aber mal ehrlich: Hier in Miami Beach bin ich mit meinem Latein am Ende was die Arbeitssuche angeht und von der Stadt und den Leuten habe ich hier schon längst genug. Natürlich gibt es hier tollte Momente, nette Begegnungen. Wie oft haben mir hier schon Leute ihr Busticket in die Hand gedrückt, wenn sie gesehen haben, dass ich gerade die 2 Dollar für die Fahrt herausgekramt habe?! Hier macht man das eben – aber nur dort, wo die ‚wirklichen‘ Menschen leben. Es sind schöne Momente, aber die sind viel zu selten und vor allem kann ich mir davon nichts kaufen. Die Erfahrungen die ich hier mache (und auch schon auf meinen USA-Reisen zuvor) haben mich geprägt, positiv, sie haben mich weltoffener gemacht. Die Erfahrungen und die Werte und Einstellungen, die ich daraus ziehe, kann mir auch niemals wieder jemand nehmen. Ich habe hier gelernt, dass jeder machen kann und sein will, wie er will – solange er die Freiheit keines anderen beraubt. Die Leute sitzen hier im Bus und singe, egal wie blöd es daherkommt. In Deutschland hat man mich immer komisch angeschaut, wenn ich beim Laufen singe. So what? Mir egal, ich hab Spaß. Sollten die Kritiker auch mal probieren 🙂

Jedenfalls: Freitag habe ich in Fort Lauderdale im riesigen Hotel beim Hiring-Event des deutschen Discounters mit den blau-weissen Tüten meine Bewerbung abgegeben. Yo, mehr ist dort nicht passiert. Jeder Bewerber, egal ob für die Kassierer-Tätigkeit oder als Manager-Trainer, wie ich, musste zwei Seiten Bewerbung ausfüllen und schon konnte ich wieder die Reise nach Miami antreten. Insgesamt war ich knapp neun Stunden unterwegs, dachte, man könnte zumindest mit den Unternehmensvertretern sprechen. Es hieß, sie melden sich bei denen, an denen sie Interesse haben. Mal wieder warten.

Ich habe nun bis Mittwoch mein Zimmer bezahlt, ich will meine Zelte aber hier abbrechen. Montag will ich zwar noch mal einen Kontakt knüpfen, aber ich sehe mich um. Raus aus Miami. Per Zug würde es gut sechs Stunden bis Orlando dauern, knapp 32 Stunden bis New York. Es ist das letzte Geld für mich, aber ich will noch mal etwas anderes probieren. Wollte ich neulich auch, bis dann wieder Einladungen zu Vorstellungsgesprächen kamen. Ich werde mich in den nächsten beiden Tagen weiter umsehen, wie es jobmäßig aussieht in den Städten, dann treffe ich eine Entscheidung. Wenn, dann will ich Mittwoch weg. Per Flug wäre zwar einfacher, durch mein vieles Gepäck aber auch sehr, sehr teuer. Ach ja, Fort Lauderdale ging nicht. Die ersten Studenten sind da, die nächsten zig tausend kommen in den nächsten Tagen. Es ist Spring Break, also Uni-Ferien. Damit sind alle günstigen Übernahctungsmöglichkeiten hier ausgebucht. Noch ein Grund raus aus den Strandregionen zu gehen! Ich hätte ein Zimmer in Fort Lauderdale haben können, laut Internet. Der Besitzer war aber weder telefonisch erreichbar, noch hat er per Email geantwortet. Wie immer hier also.

Ich will mal sehen, wohin meine Reise geht. Wenn ich nicht meine zwei schweren Taschen plus Rucksack dabei hätte, würde ich es wie Forrest Gump machen: Einfach laufen, immer weiter laufen und auf eine Eingebung warten 🙂  

Laufen macht mir im Moment hier auch keinen Spaß mehr. Die Hüfte tut mal wieder tierisch weh, gezieltes Training wirkt im Moment nicht. Na ja, Forrest Gump hat es auch geschafft trotz körperlicher Defizite zu laufen wie ein Weltmeister, also werde ich mir gleich ein Beispiel daran nehmen. Run, Rabea, Run! Ich werde Korn, lange Jahre meine Lieblingsband und mehrfach live gesehen, laut aufdrehen und dann laufen. Dann merkt man die Hüfte nicht mehr, zumindest erstmal nicht. Werde gleich die rockende Läuferin sein 🙂  Hänge schon den ganzen Tag mal wieder im Internet, um zu schauen, was ich nun machen kann und wie es beruflich weitergehen kann. Zwischendurch etwas anderes zu tun ist da schon gut.

Ich habe übrigens gesehen, dass diese eine Firma, bei der ich neulich zum Vorstellungsgespräch war und zunächst 5 Dollar für die vermeintliche Registrierung zahlen musste, für andere Stellen wieder Leute sucht. Nur der Pizzaladen mit diesem Charmebolzen als Besitzer – sorry, sein Charme ist genauso fettig wie die Pizza dort – sucht im Moment keine Leute, ähm Mädels. Mal sehen, wie lange 😉  Inzwischen habe ich ja einigermaßen den Arbeitsmarkt hier ‚durchschaut‘, gewisse Muster lassen auf Abzocke usw schliessen. Aber nochmal: Auch diese Erfahrungen muss man leider erst machen. Wie soll ich das vorher wissen? Das einige Mittel dagegen: Kontakte. Die haben mir zu Beginn gefehlt. Nun denn. Ich sehe weiter, aber bald woanders als hier. Das Problem wäre nur, dass ich vorwiegend Klamotten für Florida, also für warmes Wetter, dabei habe. Na mal sehen!

Ich werd jetzt mit Korn, also der Band, im Ohr etwas Laufen. Und dann schauen welche Stadt mich reizen könnte 🙂

Liebe Grüße

Heute Nachmittag waren wir mal wieder schwimmen. Die letzten Male war das Becken defekt, da fiel Babyschwimmen leider aus. Langsam gewöhne ich mich an das rumgeplansche, aber in meiner kleinen Wanne, mit meinen Gummitierchen macht es doch noch etwas mehr Spaß. Die haben da so eine Babyrutsche. Ihr kennt die bestimmt auch, da gehts‘ im freien Fall von 0 auf 100 in höchstens 3 Sekunden, das Ganze aufblasbar und auf einer Strecke von bestimmt…, also ca…, …mindestens…, wenn nicht noch mehr, … äh  1,2 Meter. Mit anderen Worten „ein echter Höllenritt“. Jau, und die Kursleiterin setzt ein also ganz oben auf die Spitze der Rutsche, wo die Luft schon langsam dünn wird und lässt ein dann, in die Arme der wartenden Mama rutschen. Normalerweise! Dieses Mal bin ich aber durch Mamas Arme durchgeflutscht und schwubb, in die Tiefsee abgetaucht. Mein Tauchgang dauerte aber nicht so lange, denn Mama hat mich natürlich sofort wieder raus gefischt. „Früher“ hätte ich geheult, heute wollte ich nochmal!!!
Patenonkel Olaf hatte heute Geburtstag, da waren wir dann auch noch, zum Gratulieren.
Auch auf elektronischem Wege nochmal „Alles Gute Onkel Olaf“ Knutschi!

 

 

 

 

 

Bis dann, Eure Ronja

Übrigens, wer im nächsten Sommer noch ein Spielzeug für seine Kleinen sucht, kann gerne das Spielgerüst nachbauen, was Opa und Papa gebaut haben. Für die Anleitung HIER klicken!

Hallo zusammen,

die ersten aus unserem Block waren sich zu sicher, und traten fünf Minuten vor dem Abpfiff bereits die Heimreise an.    Sie bekamen nicht mehr mit, wie die neuneinhalb Pilsener, die Nummer 21 schleppte sich nur noch über den Platz, das Auswechselkontingent war ausgeschöpft und der Rotsünder bereits Richtung Dusche, drei Minuten vor dem Abpfiff des wohl eher Rugbyerfahrenen Schiedsrichter Kelly(nicht aus der gleichnamigen Family), den Ausgleich zum 1-1 erzielten, und damit das nicht gerade hochklassige Spiel in die Verlängerung musste.       Da ging den tapfer kämpfenden Tschechen aber allmählich die Puste aus, und der Hunter machte mit Treffer Nummer 2 und 3 den Deckel endgültig drauf.  Den Dritten haben wir auch nicht mehr live gesehen, nur gehört, jetzt waren wir uns sicher, und ein Elfmeterschießen hätte es sowieso nicht mehr geben können.           Es fing alles optimal an.  Huntelaar staubte nach Draxlers Schuß zur frühen Führung(8.Min.) ab, und brachte die Königsblauen auf Kurs Achtelfinale, aber dann der unerklärliche Bruch.     Beide Torhüter hätten danach ihre Hanschuhe beim Zeugwart abgeben und schonen können.    Erschreckend harmlos was der S04 da zusammenbrachte, und hatte Glück, das ein Treffer der Gäste wegen Abseits nicht annerkannt wurde, und ein Kopfball aus kurzer Distanz am Aussenpfosten landete.            Wie heißt es bei solchen Spielen nachher immer,  eine Runde weiter, Ausspannen, Kräfte für den nächsten Akt am Sonntag in München sammeln.       Das hätten die Jungs auch einfacher haben können.  Zwei Minuten vor dem Ausgleich vergab der Hunter eine hundertprozentige zur Entscheidung, und beim Gegentreffer waren die Gedanken wohl schon zum Teil in der Kabine.            Es ist  gutgegangen.   Jetzt geht es gegen Twente Enschede, ein etwas anderes Kaliber als die Tschechen, aber erst sind noch die Bayern dran.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Man hat eigentlich immer die Wörter von seinen Eltern im Ohr: Wenn du ausgehst, lass deine Sachen nicht einfach rumliegen. Irgendwann sind sie weg. Als Backpacker gewöhnt man sich jedoch schnell daran seine Sachen einfach rumliegen zu lassen. Zumindest im Hostel. Und dort ist es eigentlich auch sicher, denn man ist unter Gleichgesinnten. Allerdings gibt es auch scharze Schafe.

Schaf Nummer 1:
Wenn man bei uns im Hostel eincheckt zahlt man 20$ als Kaution für den Schlüssel. Leider hat eine meiner Kolleginnen an einem Abend vergessen das Geld für die Schüssel wegzusperren und so war das Geld in der Schublade im Schreibtisch. Wenn es ein normaler Abend gewesen wäre, dann wäre wahrscheinlich nichts passiert. Doch leider waren ein paar Gäste dort, die schon den Abend über zu interessiert an der Rezeption waren und die ganze Zeit nur beobachtet haben. Am nächsten Morgen mussten wir dann feststellen, dass das Geld weg war. Die Gäste auch. Sie haben nichtmals die Nacht im Zimmer verbracht und hatten für zwei Nächte bezahlt. Unser Boss war nicht gerade glücklich darüber, aber im Kiwi-Style hat er sich nicht wirklich drüber aufgeregt. Dabei wäre das nur allzu verständlich gewesen, denn erst eine Woche zuvor wurde der Safe in seinem anderen Hostel in Dunedin aufgebrochen und komplett leergeräumt.

Schaf Nummer 2:
Samstagabende sind die besten Abende zum Ausgehen. Vor allem, weil momentan die Orientierungswoche an der Universität ist. Das heißt, dass Massen an jungen Leuten die Stadt überschwemmen um Spaß zu haben. Und genau das wollten wir auch ausnutzen. Eine Freundin hat allerdings den Fehler begangen und hat ihr Portemonnaie und ihre Kamera in ihrer Jackentasche verstaut. Als sie den Club verlassen hat, waren die Taschen leer. Immerhin hatte sie noch das Glück, dass ihr Reisepass und ihr Handy in einer anderen Jackentasche war, sonst hätte sie keine Papiere mehr, denn natürlich war ihr Führerschein im Portemonnaie. Glücklicherweise hat sie noch einen gültigen amerikanischen Führerschein, sodass sie weiter Autofahren darf (die deutsche und neuseeländische Bürokratie stehen sich dabei nämlich wuderbar im Wege) und da es nachts war, konnte sie zumindest ist deutsches Konto zur Tageszeit sperren lassen, die Kiwis mussten leider mit der Nachtzeit zurechtkommen.

Heute wird nur ein wenig Geld und der Ausweis mitgenommen. Sicher ist sicher.

Zugegeben: Ich habe es gestern schwer verdaut, dass mich erneut eine Firma hat haengen lassen. Irgendwie hing ich in den Seilen, vor allem gefuehlsmäßig. Es war nicht das erste Mal, dass so etwas hier passiert ist. Es sind ja viele Dinge schief gelaufen, auch Dinge, die ich nicht im Detail im Blog geschildert habe. Klar, schließlich versucht man manchmal Dinge auch anders zu verdauen. Zumindest, wenn sie einen eher negativ beeinflussen.

Ich weiß nur, ich habe keine Lust mehr auf Miami Beach, die Stadt, die ich noch nie gemocht habe. Nur beim Durchlaufen beim Marathon, aber das ist keine Basis. Morgen steht der so genannte Hiring Event an bei dem deutschen Discounter. Es findet in einem Hotel statt. Man gibt seinen Lebenslauf ab, sagt, fuer welche Stelle man sich bewirbt und vor Ort wird entschieden, ob man sich vorstellen darf. Ich kenne die Firmenpolitik, die Firmenphilosophie, ich hoffe darauf. Ansonsten suche ich in Fort Lauderdale etwas Kurzfristiges. Mir haben einige Leute dazu geraten, außerhalb des Tourismus von Miami Beach nach Arbeit zu suchen. Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, ich glaube ihnen also! Es ist für mich (vor allem finanziell bedingt) die letzte Chance.

Bisher bin ich seit dem Marathon in 2009 nach Fort Lauderdale gegangen, weil ich dort damals Kevin kennengelernt habe. Wir hatten nie viel Kontakt, nie eine wirkliche Freundschaft, aber wenn man jemanden dort kennt, ist das Grund genug, zurückzukommen. Das Hostel, wo ich immer war, ist inzwischen aus Kostengründen dicht und Kevin ist zurück in seinen Heimat-Bundesstaat gegangen. Nichts zieht mich nach Fort Lauderdale gerade, aber ich kann kaum noch ruhig schlafen in Miami Beach – letzte Nacht habe ich wieder gar nicht geschlafen – und ich will jetzt weg hier. Nachher schaue ich, wo ich dort unterkommen kann. Mit dem Bus dauert es gut 3 Stunden dort hin, mit zwei schwerern Taschen plus Rucksack muss ich früh morgens los. Sind erstmal die Touristen im Bus, gibts wieder Theater, weil meine Taschen denen Platz wegnehmen. Also gehe ich jetzt eben Laufen, danach Wäsche waschen (dauert alles in allem wieder etwas über vier Stunden), und danach übe ich weiter für das (eventuell stattfindende) Vorstellungsgespräch.Es ist meine letzte Chance, um Fuss zu fassen. Ich weiss das, ich will das nicht ungenutzt lassen. Ehrlich!

Vorhin habe ich mir mein Mittagessen im Supermarkt geholt. Südstaaten-Kartoffelsalat. Na ja, klingt toll, ist aber nix anderes als deutscher Kartoffelsalat, der hier den Südstaaten der USA zugeschrieben wird. Mir egal, wer das Rezept erfunden hat, er schmeckt zumindest nicht schlecht 😉 Und Pizza mag ich bekanntermaßen auch nicht mehr, sodass ich auch gerne mal etwas anderes esse, als das amerikanische Fast-Food, zumal ich es als Vegetarier eh schwer habe hier. Mit meinem Kram an der Kasse angekommen, liegt sie da. Hübsch. Friedlich. Tot. Whitney Houston. Ein amerikanisches Tratsch-Blatt hat sie tot im Sarg auf dem Titel abgebildet und listet stolz auf dem Titelblatt den Wert des Zeugs (Juwelen usw.) ab, den Whitney in ihre letzte Ruhestätte mitnimmt. Oh mein Gott! Wo bleibt der Respekt? Ich meine, es gibt sicherlich Leute, die diese Bilder gerne sehen. Aber hey, wer denkt an die Ethik, an Respekt, an überhaupt etwas? Ich war über neun Jahre selbst Journalist, es hat mir Spass gemacht, mit Menschen zu arbeiten, über sie zu berichten. Aber diesen Trash- und Paparazzi-Journalismus hätte ich niemals machen können. Jeder Mensch verdient Respekt, was die amerikanischen Medien da allzu oft machen, ist einfach respektlos. Tage vor ihrem Tod haben diese, im Display jedes amerikanischen Supermarkts ausgelegten Klatschblaetter, noch ueber Whitney hergezogen. Kaum ist sie tot, heisst es plötzlich, werbewirksam und in Anlehnung an ihren Super-Hit „We will always love you, Whitney“. Oh no, Leute, das ist echt peinlich. Jedes Unternehmen will Geld verdienen, natürlich. Kann ich verstehen. Aber so etwas geht gar nicht. Mein Essen in der Hand, bekomme ich nun die tote Whitney präsentiert. Hunger habe ich natürlich dennoch, aber in den USA fehlt es manchmal echt an Respekt und Ethik. Das meine ich nicht nur mit Blick auf Whitney, sondern auch aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, nicht nur bei der Arbeitssuche. Es gibt hier einen anderen rechtlichen Rahmen, der so etwas zulässt. Ich finde liberales Denken zwar gut, aber wenn man solche Dinge erlebt, fragt man sich, wo die Grenze ist.

Wenn ich morgen Miami Beach verlasse, werde ich keine Antwort gefunden haben. Aber vielleicht wieder etwas mehr ‚Luft zum Atmen‘. Ich will raus aus dem Tourismus. Gestern stand an einer Disco hier unten das Motto für die Party am Wochenende. Es trifft das, was ich neulich schon erklärt habe, wie Miami Beach tickt. Dort stand auf Englisch ‚Realität ist überbewertet‘. Toll! Ich weiss jetzt erst Recht: Ich muss  raus hier. Schnell. Schon morgen.

Ich melde mich aus Fort Lauderdale, hoffentlich nach einem guten Gespräch beim deutschen Discounter mit den blau-weissen Tüten 🙂

Liebe Grüße, Rabea

Hallo zusammen,

die Pilsener sind heute Abend da.  Eigentlich sind sie in der Arena ja eigentlich immer da, wenn es um den Gerstensaft aus dem Sauerland geht, aber gemeint ist der Gegner der Königsblauen im Rückspiel des Sechzentelfinale in der Europa League, Viktoria Pilsen aus Tschechien.    Gegenüber dem Hinspiel muß die Stevens-Truppe schon eine Schüpppe drauflegen, um die nächste Runde zu erreichen.       Die Vorzeichen dafür sind eigentlich wie dafür gemacht.     Ein Remis mit einem Auswärtstor ist eine prima Voraussetzung, um den Abend aus Schalker Sicht kurz und erfolgreich zu gestalten.     Wäre auch im Sinne der Fans, die eine weite Anreise trotz der späten Anstoßzeit um 21.05 in Kauf nehmen.        Drücken wir auch Timo Hildebrand im Schalker Kasten die Daumen, das er das „zu Null“ vom vergangenen Sonntag noch einmal wiederholen kann, denn dann wäre der S04 auf jeden Fall eine Runde weiter.                     Man soll ja nicht den dritten Schritt machen, bevor der zweite getan ist, aber ein Blick auf den nächsten möglichen Gegner zeigt uns, das es dann wohl gegen „alte Bekannte“ gehen könnte.         Twente Enschede hat das Hinspiel bei Steaua Bukarest bereits mit 1-0 gewonnen, und kann jetzt zu Hause den Deckel drauf machen.         Das aber nur mal so eben hienüber geschielt.                           Erst Hausaufgaben machen, und dann schnell nach München.             Die sind ja soetwas von angefressen und wackelig, nachdem sie in Basel gebaselt haben,  da gibt am Sonntag nur zwei Möglichkeiten: entweder Königsblau haut weiter in die Kerbe beim Rekordmeister, und treibt Wurstfabrikant und Ostwestfale an den Rand des Wahnsinns, und lässt die Osram-Birne platzen, oder der Untergang der Titanic war dagegen wie  Schiffchenversenken in der Badewanne.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.