Mit dem Bus nach Pokhara

Also die Strecke von Ense nach Frankfurt beträgt 255 Km und wir haben sie in 2,5 Std. ohne Mühe bewältigt. Die Strecke von Kathmandu nach Pokhara beträgt 200 Km und wir haben sage und schreibe 8,5 Std. gebraucht. Ok 1 Stunde können wir für die Pausen abziehen. Wir haben also 7,5 Std. in einem Bus verbracht den der Deutsche TÜV schon vor Jahren aus dem Verkehr gezogen hätte. Auf Fahrt stelle ich fest das Busse und LKW der Marke TATA sehr stark vertreten sind, bei Kleinbussen dominiert Toyota. Gefahren wurde wie gehabt sehr lebhaft. Einzig in das System des Hupen´s  konnte ich Licht bringen. Also mal davon abgesehen dass immer und ständig gehupt wird konnte ich folgende Punkte festlegen. Mehrfaches hupen von hinten – ich überhole dich. Einmal hupen beim entgegenkommen – ich habe dich gesehen. Lichthupe beim entgegenkommen – es wird knapp. Der Rest bleibt nach wie vor im Dunkel.  Vor Beginn der Fahrt wurden kleine Plastiktüten verteilt, den Tibeter wird schnell schlecht beim Busfahren und so haben sie kräftig von den Tüten Gebrauch gemacht. Der ein oder andere sah nach ein paar Stunden gar nicht mehr so gut aus. Mein Sohn Nick hat sich mit seinen 6 Jahren tapfer geschlagen und durchgehalten. Ich hatte ein wenig bedenken weil er die ersten Tage nicht so gut zurecht war. So langsam hat er sich aber eingewöhnt und wird von Tag zu Tag munterer. Die Kinder machen es ihm aber auch sehr leicht, so wird er ständig von allen Seiten bemuttert und alle wollen seine blonden Haare streicheln.
Unser Patenkind Tsering ist stets zur Stelle und lässt ihren Bruder nicht aus
den Augen. Was bei dem Verkehr sehr hilfreich ist. Überhaupt ist hier jeder für
jeden da, ich habe noch keinen Streit erlebt. Sie haben eine genaue Rangordnung
an die sich jeder bedingungslos hält. Komm ich an einen Tisch, so springt
sofort der Jüngste auf und überlässt mir seinen Platz, will jemand in den Bus,
so gibt sofort ein anderer Hilfestellung. Will Nick seine Schuhe anziehen, so
ist sofort einer da und hilft ihm. Es ist unglaublich mit welcher
Selbstverständlichkeit das funktioniert. Die Kinder haben auch unendlich viele
Spiele mit den Händen drauf, sehr zur Belustigung von Nick der großen Gebrauch
davon macht. Wir fühlen uns trotz der ganz einfachen Lebensweise, sehr wohl und
gut aufgehoben. Am Abend sind wir dann alle gemeinsam essen gegangen und
anschließend erschöpft aber glücklich in unsere Schlafsäcke gesunken. Morgen
wartet Pokhara mit seinen Sehenswürdigkeiten auf uns. Wir hoffen auf warmes
Wasser, bisher war Duschen nur kalt möglich und dazu sind wir noch nicht
dreckig genug :-). Strom gibt es fast nur Nachts, was zum Laden der Akkus reicht.
Taschenlampen sind also ein absoluter Gebrauchsgegenstand.


Über die Autorin/den Autor:  Es geht wieder los: Jürgen Rabura unternimmt eine weitere Patenschaftsreise nach Kathmandu. Die Besonderheit: Mit dabei ist Raburas vierjährige Tochter. Über die Reise nach Nepal berichtet er hier im Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: