Nach Silvester haben wir uns in Tasmanien für drei Tage ein Auto gemietet und den schönen Staat noch einmal auf eigene Faust erkundet: der erste Stopp war der Freycinet National Park, den wir auf einem 11km langen Wanderweg ein wenig erkundet haben. Neben schönen Seen, Stränden, Aussichtspunkten und vielen Wallabies im Gebüsch haben wir auch die berühmte Wineglass Bay gesehen.
Danach ging es über die Bay of Fires, eine große Bucht mit vielen kleinen Buchten aus roten Felsen, die einen tollen Kontrast zum türkisen Meer darstellen, nach Launceston.
Auch die Fahrten waren jeweils wunderschön, denn Tasmanien ist einfach ein Bilderbuchland: Hinter jeder Kurve konnten wir eine weitere tolle Aussicht auf die vielen bunten Felder und Wiesen, Hügel, Täler und Wälder werfen, durch die sich mal ein Flüsschen schlängelte.
Und als sich dann noch Regenbogen über die Täler spannten, konnte es malerischer gar nicht sein!
Nach einem Stopp im Lake St. Claire – Cradle Mountain National Park, in dem es sehr hohe, moosbewachsene Bäume gibt und die Erde überall mit Farnen bedeckt ist, sind wir am letzten Morgen, bevor wir das Auto wieder abgeben mussten, noch zu einem hübschen Wasserfall gefahren.
Und dann war unsere Zeit in Tasmanien auch schon vorbei und wir sind nach Melbourne, die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria und die zweitgrößte Stadt Australiens, geflogen.
Anders als in Sydney habe ich mich in Melbourne nicht sofort auf den ersten Blick verliebt: es hat zwei Tage gedauert, bis ich die tolle Atmosphäre dort so richtig erkannt habe. Mit vielen kleinen Cafés, tollen Läden und vielen schönen Parkanlagen, in denen wir den australischen Sommer so richtig nutzen konnten, ist diese Stadt eindeutig eine Genießer-Stadt.
Im Moment ist dort das Australian Open und die ganze Stadt ist im Tennisfieber: auf allen größeren Plätzen werden die Spiele übertragen und es gibt unter den vielen Trams, von denen es mehr gibt als Busse, sogar eine eigens eingerichtete Tennistram, für alle Leute, die ein Ticket haben.
Da wurden auch wir angesteckt und so sind wir an unserem letzten Tag in Melbourne dorthin gegangen und haben uns von der guten Stimmung mitreißen lassen.

5 Tage, 3 Staaten, 2 Zeitzonen

Danach haben wir uns einen Campervan gemietet, diesmal für fünf Tage, und in einem großen Bogen wollten wir auf eines der absoluten Höhepunkte unserer Australienreise zusteuern: die Great Ocean Road: eine der berühmtesten Panoramastraßen der Welt, die als Denkmal für die im Krieg gefallenen Soldaten erbaut wurde.
Am ersten Tag sind wir zum Grampians Nationalpark gefahren und dort zuerst durch Felsschluchten auf einen hohen Aussichtspunkt gewandert. Den Sonnenuntergang haben wir bei den „Balconies“ verbracht: zwei Felsvorsprüngen, die wie zwei Balkone über den umliegenden Hügeln und Tälern schweben!
Am nächsten Tag ging es für uns auf weite Fahrt: Ins Outback! 6 Stunden ging es mehr oder weniger durchs Nichts, in die Minenstadt Broken Hill, die sogar schon wieder in New South Wales liegt.
Doch die Fahrt war bei Weitem nicht so langweilig, wie man denken könnte: zum ersten Mal kam es mir wirklich so vor, als wäre ich in Australien! Sogar wilde Emus haben wir auf der Fahrt entdeckt.
Am nächsten Tag ging es wieder 5 Stunden durchs Outback nach Adelaide, diesmal über den Barrier Highway. Es war wirklich toll: überall Steppe oder trockene rot-braune Erde und die Zugschienen führen scheinbar ins Endlose, durch einen Ozean von roter Erde. Noch nie habe ich so viel Erde und Land auf einmal gesehen!
Dann haben wir die Grenze nach South Australia, dem 3. Bundesstaat unserer Tour, in dem wir die Uhren eine halbe Stunde zurückstellen mussten, überquert und die Hauptstadt Adelaide angesteuert.
Weil wir in Adelaide zum ersten Mal länger als 15 Minuten aus dem Auto gestiegen sind, ist uns auch dort erst klargeworden wie heiß es ist! Trotzdem hat uns die Stadt recht gut gefallen, auch wenn die meisten Geschäfte schon geschlossen hatten (es war ja schließlich schon kurz nach 17 Uhr ;-)).
Am nächsten Morgen sind wir von Adelaide aus dann – nach einem kurzen Zwischenstopp in Mount Gambier mit Schwimmbadbesuch – tatsächlich auf die Great Ocean Road.
Wir sind gerade pünktlich zur Abendsonne an der Hauptsehenswürdigkeit, den 12 Aposteln, einer bis zu 60m hohen Felsformation aus Kalkstein, die in der Abendsonne orangerot leuchtete, angekommen und als wir davorstanden, kam es mir so vor, als wäre ich in einem Poster.
Da wir allerdings, um noch den Sonnenuntergang dort zu sehen, einige tolle Sehenswürdigkeiten auslassen mussten, haben wir am nächsten Tag noch einmal von vorne angefangen und sind zunächst durch den an der Küste liegenden Port Campbell Nationalpark gefahren und haben dort Felsbrücken (wie die London Bridge), Höhlen und andere bizarre Formen bestaunt, die durch die Kraft von Meer und Wind geschaffen wurden. Wir waren in einer Bucht zwischen hohen Felsen, die so gerade und glatt waren, als hätte sie jemand einfach mit einer Säge abgetrennt, schwimmen und konnten im Cape Otway Nationalpark noch einmal Koalas beobachten, die am Straßenrand in den Eukalyptusbäumen hingen und schliefen.
Unser kleiner Road-Trip war, genauso wie die gesamte Zeit in Australien, viel zu schnell vorbei.
Morgen ist der letzte Tag hier und es ist wirklich schwer zu glauben, dass ein Land noch schöner sein soll als dieses: nicht nur die Landschaften (vom tropischen Regenwald über Traumstrände bis hin zur Wüste gibt es hier wirklich alles), sondern auch die Tiere, besonders die knuffigen Koalas, die hüpfenden Kängurus und die lachenden Kookaburras, werde ich sehr vermissen – und ganz besonders natürlich die netten Menschen und Freunde, die wir hier gefunden haben.
Aber ich bin aufgeregt und gespannt, was auf uns wartet, wenn wir am Montagmorgen in unser nächstes Abenteuer fliegen…


Über die Autorin/den Autor:  Svenja Kersting aus Werne stürzt sich in das Abenteuer Work & Travel in Australien und Neuseeland. Sie lässt alle Leser in einem Blog daran teilhaben. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: