Ich wollte schon solange hier mal wieder geschrieben haben, aber als ich dann endlich mal Zeit fand, hatte ich vergessen, wie ich mich einlogge. Heute bekam ich dann eine eMail mit der Bitte irgendein Spam Kommentar zu genehmigen und so bin ich nun enldich doch mal hier gelandet. Ich bin einfach zu verpeilt.
Im November war ja Thanksgiving. Das habe ich mit meiner Hostfamily in Key Biscayne, Fl verbracht. Meine Hostmom flog bereits eine Woche früher mit den drei Kleinen und ich blieb mit den beiden Großen und meinem Hostdad länger in Boston, da sie Schule hatte. Als wir dann in Florida ankamen, war ich einfach nur beeindruckt. Weißer Strand und klares Meer bis zum Horizont. Es ist so unglaublich schön hier. Von der Natur her jedenfalls. Ich bin viel am Strand spazieren gewesen, ich habe endlich wieder schwimmen können (und nicht nur planschen mit den Kids) und war wieder ein wenig joggen. Einen Tag war ich mit meiner Freundin Mayda im State Park, um den Sonnenuntergang auf dem Meer anzusehen. Einfach herrlich. Thanksgiving selbst haben wir im Nachbarhaus verbracht. Das ist hier so eine Club mit Gate und Card und so. Die haben in einem großen Saal ein Buffett angeboten und da der Tag so schön war, hatten wir uns überlegt, dass kochen blöd ist und wir dort essen gehen. Die deutschen Großeltern waren auch da und so sind wir alle da essen gewesen. Es war super lecker! Wenn ich heut noch daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Der Turkey mit Cranberrysauce und sweet mashed potatoes mit marshmallows und zimt. Klingt ekelig, war aber super lecker! Von dem DEsert wollen wir gar nicht reden: Es gab ungefähr 10 verschiedene Sorten Kuchen und Torten plus diverse Puddings, sogar Flan und Cookies und Brownies.
Allerdings muss man auch sagen, dass hier nix abgeht. Dieser Club ist im nirgendwo. Ich liebe das Meer uns alles, aber hier wohnt nur ein Au Pair und der einzige Laden ist Walking distance ist ein CVS. Also nix besonderes.
Nach Thanksgiving ging dann endlich meine Schule los. Für’s Visum muss ich noch 6 Credits sammeln und das war nun mal endlich an der Reihe. Am ersten Tag musste ich nur zum Placement Test. Ich traf auf einen wirklich sehr gutaussehnden Kolumbianer, der aber auch nur attraktiv war bis zu dem Moment, als er nicht wusste was Deutschland ist. Nicht mal in Spanisch, seine Muttersprache, verstand er etwas. Als dann der andere Junge meinte, er käme aus Saudi Arabien, fragte er nur, ob das in Europa wäre. Danach war dann das gute Aussehen auch nicht mehr wichtig, denn das sind ja wohl Dinge, die man kennt.
Anyway, der Test war super einfach. Ich war nach 30min fertig, obwohl wir 60min hatten. Ich dachte mir nur, wenn das 4 Wochen so laufen wird, geh ich dümmer nach Hause als ich bin. Am nächsten Tag wurde ich dann eines besseren belehrt: Ich bin in der höchsten Englisch Klasse gelandet und wir machen in Structure Class wirklich richtig Grammatik, die ich nie gelernt habe. Zumindest kann ich mich nicht dran erinnern, was nichts zu bedeuten hat.. Inzwischen liebe ich die Schule. Es macht mit echt Spaß und ich hab nicht nur viel in englischer Grammatik gelernt, sondern auch von anderen Ländern und Kulturen. Vorallem von Saudi Arabien, da meine halbe Klasse daher kommt. Meine Communication Lehrerin flucht immer viel und so lerne ich auch das nicht so angebrachte Englisch endlich mal. 😀

Achja und jetzt ist schon Weihnachten vorbei. Ich bin inzwischen wieder in Florida und versauere hier. Nein, ernsthaft. Meine Freundin ist gestern angekommen, aber ihre Hostmom hat Magen Darm und so muss ich mich noch bis Morgen von ihr fernhalten. Ich hab hier einfach keine Freunde und niemanden zum reden. Dieses ganzes Kindergerede den ganzen Tag macht einen ein bisschen wahnsinnig im Kopf nach ein paar Tagen ohne vernünftige Adult Conversation, wie man hier so schön sagt. Aber nun zu den schönen Dingen. Es war ja Weihnachten und das wird hier nach verschiedenen Traditionen gefeiert. Meine Hostmom kommt ja aus Puerto Rico und mein Hostdad aus Deutschland. Also hatten wir am 24. hier ein schönes Essen, dass geliefert wurde und traditionell lateinamerikanisch war. Es gab ein riesiges Schwein, dazu Fried Platano (sind das Kochbananen in deutsch??), Yuka Fries (was ist yuka in deutsch??) und Reis mit schwarzen Bohnen. Als Nachtisch gab es dann noch Tres Leches, also drei Milchsorten oder so. Ist super süß und super lecker. Nach dem Essen haben wir dann eine Geschichte aus der Bibel gelesen und die Geschenke wurden verteilt. Eine schließt die Augen und zeiht ein Geschenk und übergibt es demjenigen, an den es ist. Der darf öffnen und wiederholt das Ganze. Irgendwie ging das aber nach 10Minuten nicht mehr so gut und so war ein riesen Durcheinander, aber es war witzig. Die Twins haben die Idee von Santa und Geschenke und Jesus noch nicht so ganz verstanden. Sie hatten ihre Geschenke von mir ins Zimmer genommen aus Angst, dass Santa sie in der Nacht klauen würde. Einfach nur süß! Auf jedenfall waren alle Kinder super froh und alle Erwachsenen auch. Meine Hostmom meinte, dass ich die tollsten Geschenke dieses Jahr hatte und alle Kids sind wirklich total vernarrt darin, was mich unheimlich glücklich macht. Vielen Dank hier an Toys’r’us! 😀
Ich habe auch super viel bekommen, womit ich gar nicht gerechnet habe: einen Gutschein von Tj Maxx/Marshalls (ich liebe diesen Laden & lass IMMER Geld da, auch wenn ich plane NUR zu gucken), eine 50$ American Express Card, die ich überall benutzen kann, einen Pulli von Verastem, die Firma meines Hostdads, ein Armband und eine kleine Tasche zum Ausgehen. Alles von meinen Hostparents. Ich war echt geschockt, weil das soo viel ist! Und von den Kiddies hab ich noch Nagellack (3 Farben, d.h. ich hab nun ca. 20 Farben!), Nagellackentferner und so Karten zum verschicken geschenkt bekommen. Es war einfach herrlich und so unheimlich süß von Ihnen. Am Morgen des 25. waren dann nochmal Geschenke unter dem Baum, die diesmal von Santa kamen. Die Kids waren froh und haben nun viel Spielezug hier. Ich find die Tradition echt toll und werd das sicherlich nächstes Weihnachten unheimlich vermissen!

Bald geht es dann zurück nach Boston. Nach zwei Wochen dort, kommt dann meine Nachfolgerin und dann geht’s schon bald zurück. Nicht einmal mehr 100 Tage sind’s bis mich Deutschland zurück hat…


Über die Autorin/den Autor:  Nikola Bittl ist für ein Jahr als Au Pair in Massachusetts. Die 21-jährige Fachabiturientin aus Wiescherhöfen erzählt in ihrem Blog regelmäßig über ihre Erfahrungen in Amerika. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: