Genau 2 Monate sind wir heute schon in Australien.

Zwei Monate voller neuer Eindrücke und Erlebnisse.
Doch auch zwei Monate, in denen wir uns immer nach höchstens 8 Tagen verabschiedet haben und weiter gereist sind.
Das hat sich hier geändert.
Aus den geplanten "paar Tagen" bei Tony und Vikki in Eumundi sind mittlerweile schon drei Wochen geworden.
Da wir auf unserer Reiseroute nämlich ganz gut in der Zeit lagen, haben wir uns überlegt, uns hier in Eumundi und in der näheren Umgebung an der Sunshine Coast mal nach einem Job umzusehen.
In den ersten Tagen, die wir hier waren, sind wir quasi von Tür zu Tür gelaufen und haben nach Jobs gefragt – an vielen Ständen auf dem großen Markt, bei Erdbeerbauern, bei Ingwerbauern, bei verschiedenen Läden. Nach gefühlt unendlich vielen Absagen, meinte dann ein junger Mann, der Bagel verkauft, dass er vielleicht für uns etwas machen könnte. Letzte Woche hatten wir dort Probearbeiten und sind mit Kühltaschen, in denen Bagelsandwiches waren, durch Industriegebiete von Haus zu Haus gegangen und haben versucht, Bagel zum Lunch oder für die "Smoko" (die Zigarettenpause, die aber jeder, der nicht raucht, zum Essen nutzt) zu verkaufen.
Es war ziemlich anstrengend, da die meisten Leute schon ihre Lunchbox gepackt hatten und die Taschen ziemlich schwer waren, aber am Ende meinten die beiden Bagelboys, dass wir jetzt drei Tage die Woche bei ihnen arbeiten dürfen. 

Die restlichen Tage verbringen wir mit den netten Menschen hier, in denen wir schon Freunde gefunden haben. Besonders mit Tyson, der hier im Haus ein Zimmer mietet, und seine Freundin Claire verbringen wir viel Zeit. Mit ihnen sind wir zu Wasserfällen in die Hügel gefahren, waren am Meer schwimmen, surfen, sind ins Kino gegangen, shoppen gefahren und haben abends oft zusammen gekocht, DVDs geguckt und Spieleabende gemacht. Sogar die letzten Spiele der Rugby-WM haben wir, verbunden mit echtem australischem Barbecue, verfolgt.

Wir haben hier unser Lieblingscafé, schöne Orte, in die wir regelmäßig fahren, unsere eigene kleine Wohnung unten im Haus von Tony und Vikki, für die wir etwas Miete bezahlen, und einen Nebenjob. Die Eltern unserer Freunde sorgen für uns fast wie unsere eigenen Eltern und man fühlt sich bei ihnen jederzeit willkommen…

Für Backpacker-Verhältnisse ist das alles ziemlicher Luxus und so kommt es, dass wir uns schon oft vorkommen, als hätten wir wieder einen richtigen Alltag und nicht so, als würden wir wie Touristen durch Australien rasen.


Über die Autorin/den Autor:  Svenja Kersting aus Werne stürzt sich in das Abenteuer Work & Travel in Australien und Neuseeland. Sie lässt alle Leser in einem Blog daran teilhaben. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: