Zu der aktuellen Problematik: Natürlich kann ich die Beschwerden der Anwohner absolut nachvollziehen und wenn ich direkt angesprochen werde, bin ich auch jederzeit gerne bereit zwischen Jugendlichen und Anwohnern zu vermitteln. Zu meiner Aufgabe als Streetworkerin gehört es aber auch, die Seite der Jugendlichen zu sehen.  Aktuell gibt es einfach (leider) noch keinen Platz in Werl für die Jugendlichen, an dem sie einfach Jugendliche sein können, feiern können und das eben auch etwas lauter, wie wohl wir alle in unserer Jugendzeit.  Aktuell ziehen die Jugendlichen von Schulhof zu Schulhof – so lange bis sie dort eben wieder „vertrieben“ werden. Natürlich ist die Vermüllung so eines Platzes am Tag nach einer „Party“ ärgerlich, als mögliche Erklärung möchte ich allerdings zu bedenken geben,  dass bisher keinerlei Bindung der Jugendlichen zu diesen temporären Treffpunkten besteht und natürlich bekommen die Jugendlichen ja auch mit, dass sie dort eigentlich nicht gewollt sind, sondern – im besten Fall – toleriert werden. Diese Punkte motivieren die Jugendlichen nicht unbedingt, sich verantwortungsvoll um die Sauberkeit ihrer Interims-Treffpunkte zu „kümmern“. Dieses Problem hat die Stadt Werl ja auch schon längst erkannt, sodass es bald in Werl einen wirklichen Treffpunkt für die Jugend geben wird und ich bin zuversichtlich, dass die Werler Jugendlichen  eine Beziehung zu diesem Platz haben werden (da sie ja bei der Planung und Umsetzung dabei sind) und verantwortungsvoll und ordentlich mit diesem Treffpunkt umgehen wird.


Über die Autorin/den Autor:  Anke Deimel ist Werls erste Vollzeit-Streetworkerin. Die 33-jährige Sozialpädagogin spricht die Sprache der Jugendlichen, kennt ihre Sorgen. Am 1. September hat sie ihren Job in bisweilen schwierigem Umfeld angetreten. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: