Viele Menschen stehen morgens auf, sehr beschwerlich und mit Rückenschmerzen. Natürlich suchen sie nach einer Begründung, und diese Begründung lautet meistens: „Das liegt alles am Wetter“.
Ob die Geschehnisse um mich heute Morgen am Wetter lagen, das muss ich bezweifeln.
Vor einer Woche hatte ich mir einen hinterlegten Haustürschlüssel bei der Nachbarin abholen müssen, da ich unseren verlegt hatte und bis heute auch noch nicht wieder gefunden habe. Ich machte mich nun an diesem besagten Montagmorgen mit meinen beiden Hunden fertig, um die tägliche Morgenrunde zu drehen. Auf dem Rückweg sollten die leckeren Brötchen zum Frühstück mitgebracht werden. Jacke und Schuhe an, Hundehalsband um, Leinen, Kacktüten, alles klar, es konnte los gehen. Vielleicht brachte mir das nach ein paar Metern den Durchblick. Ich bemerkte, wie ich noch meine Lesebrille auf hatte, wollte zurück um mir die Brille zu holen, die mir auch das Autofahren ermöglichte. Mehrere Griffe in die Jacken und Hosentaschen deuteten nun aber darauf hin, dass sich sowohl meinen Haustürschlüssel und auch den Autoschlüssel in der Wohnung im Schlüsselkasten hatte hängen lassen. Schlicht vergessen. Was tun?
Ich sah die Nachbarin durch ihr Küchenfenster genüsslich frühstücken, aber es war ja nutzlos Sie zu bitten mir den aufbewahrten Haustürschlüssel zu geben. Der hing ja im Haus im Schlüsselkasten. Ich wollte ein Familienmitglied anrufen, dass Gott sei Dank nur 50 m Luftlinie entfernt wohnte. Ich konnte es aber nicht. Mein Handy lag auf der Ablage der Garderobe, und die befand sich selbstverständlich innerhalb des Hauses. So marschierte ich mit meinen beiden Hunden, denen der Druck des Geschäfte machens schon anzusehen war ,durch fremde Gärten und lieh mir unseren verwahrten Haustürschlüssel meines Sohnes. So ging es zurück, ins Haus, Brille, Schlüssel, und Handy geschnappt. Ich war wahnsinnig stolz in diesem Moment mir diese 3 Sachen hatte merken können. Die Hunde wurden immer ungeduldiger aber endlich kamen sie zu ihrem Recht nach einer 5-min-Autofahrt in den Feldern ihre Geschäfte regeln zu können. Alles erledigt. Die Rückfahrt sollte beim Bäcker vorbei gehen und von da mit den entsprechend knusprigen Brötchen nachhause zu fahren. Auch meine hungrigen Hunde sprangen ins Auto und los ging die kurze Fahrt. Ich stellte den Motor aus, ließ die Hunde heraus, und stellte fest, dass ich gar nicht beim Bäcker vorbeigefahren war. Hunde wieder rein, Türen zu, beim Bäcker 4 leckere Brötchen gekauft und zurück nachhause. Dort wartete mein Sohn, der den ausgeliehenen Schlüssel zurückhaben wollte. Ich stieg aus dem Auto nahm den Schlüssel, nahm auch gleichzeitig die Brötchentüte, nur dass ich sie am Boden heraushob und so die 4 Brötchen unter das Auto auf das Regenwasserpflaster vielen. Jetzt reichte es doch, oder? Irgendwie kam ich mir vor, als ob der Tag gelaufen war. Als ich mir dann noch zuhause die Leberwurst, die eigentlich für die Hunde zur Einnahme mit Tabletten gedacht war, aufs Brötchen schmierte, war bei mir der Ansatz vorhanden, mir doch jetzt ernsthafte Sorgen zu machen.
Sind diese Anzeichen, aus Vergessen und Ungeschicklichkeit einer sich schnell entwickelnden ernsthaften Erkrankung. Ich will das weiter beobachten, falls ich dies nicht vergesse. Vielleicht lag tatsächlich alles nur am Wetter.


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