Unser letzter Tag in Kasama (Dienstag) war voller Erledigungen und einiger erfolgreicher Planungen für unser Projekt „Kindern Hoffnung schenken“. Das wichtigste: Durch die Hilfe eines Bekannten, den wir seit 2007 kennen, konnten wir einen Nähkurs für 5-6 Frauen einrichten. In diesem würden die Frauen das Nähen erlernen, um schließlich ihre selbst kreierten Sachen verkaufen zu können und so ein bisschen Geld zu verdienen, um für ihre Familie bzw. Kinder sorgen zu können. Da Schwester Florence uns nach Kazembe begleiten wird, kann sie die Frauen für den Nähkurs erst in der kommenden Woche auswählen, sodass der Kurs danach beginnen wird.

Außerdem besuchten wir am Dienstag zum letzten Mal Musenga Village. Dort wollten wir zum einen nochmal die gelähmte Juliet sehen, der wir die zwei Krankenhausbesuche ermöglicht hatten, zum anderen wollten wir zwei Frauengruppen einige Gemüsesamen übergeben, mit welchen sie ihr kleines eigenes „Business“ starten könnten. Juliet ging es zu unserer Freude besser und wir sahen an ihrer heilenden Wunde, dass die Medizin ihre Wirkung zeigte. Für die zwei kleinen Landwirtschaftsgruppen fanden wir je zwei befreundete Frauen, die hinter ihrem Haus in Musenga Village mindestens ein bisschen Fläche zur Verfügung hatten. Eine der vier Frauen besaß sogar ein bisschen mehr Land etwas außerhalb von Musenga. Wir übergaben ihnen Tomaten, Weißkohl und Möhrensamen, die sie nun anpflanzen konnten und von denen sie neben der Eigenverwendung für die Familie auch etwas verkaufen konnten, um wiederum für ihre Familie sorgen zu können. Wir erklärten ihnen, was es bei der Anpflanzung wichtiges zu beachten gab und waren schon gespannt, welche Berichte wir von Schwester Florence über diese Möglichkeit, den Frauen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, erhalten würden.

Am Mittwochmorgen starteten wir um 9 Uhr los nach Kazembe. Nachdem wir uns von Kasama und von den Schwestern verabschiedet hatten, lagen etwa 380 km Wegstrecke vor uns, da wir eine Art Abkürzung nahmen… Was diese Abkürzung bedeutete, wurde uns erst bewusst, nachdem wir nach ca. 1 ½ Stunden die Teerstraße verließen: Die Straße wurde schmaler, der Belag schlecht bis sehr schlecht. Steine, Sand, und Schlaglöcher erschwerten uns den Weg und wir spürten vor allem das Passieren der Schlaglöcher in der Magengegend… Nach ca. 3 ½ Stunden (!) hatten wir es geschafft: Eine Teerstraße war zu sehen und wir machten drei Kreuze!

Gegen 15 Uhr erreichten wir dann den Konvent von Kazembe, in welchem uns schon Schwester Regina und Schwester Delfin erwarteten. Mit Schwester Regina hatten wir 2007 unser dreimonatiges Praktikum in Kasama absolviert und viel Spaß bei der Arbeit gehabt. Vor diesem Hintergrund war das Wiedersehen wirklich toll und wir lernten im Anschluss erst mal den großen Konvent kennen. Dort wurden wir dann nach einem kleinen Mittagessen in unser Zimmer geführt, wo wir uns etwas von der Reise erholen konnten.

Am nächsten Morgen sollten wir schon zwei der Frauen des Projekts kennen lernen, da diese Palmenöl herstellen würden. Wir waren gespannt und freuten uns, die Herstellung zu verfolgen. Bereits um 7 Uhr war eine der beiden Frauen am Haus der Schwestern und startete mit dem langwierigen Prozess der Ölgewinnung: Sie entfernte die Früchte der Palme von den Stielen. Bei diesem Schritt halfen wir ihr auch noch 2 Stunden später in bisschen. Anschließen beobachteten wir, wie die Frauen, die gekochten Früchte, die das Öl enthielten, stampften, sodass sie an das faserige Innere der Früchte kamen. Dieses Innere pressten sie dann mit der Hand aus, sodass eine dickflüssige, gelbe Masse entstand, die dann im letzten Schritt wiederum in kochendes Wasser gefüllt wurde. Aus dieser Masse konnte man nach etwa zweistündigem Kochen schließlich mit einem Löffel das Öl entnehmen, welches sich oben abgesetzt hatte. Aus etwa einer Schubkarre voll Früchte bekam man durch diesen mehrstündigen Prozess etwa 2,5 l Palmenöl, welches die Frauen nun in den folgenden Wochen zum Kochen für die Kinder gewinnen konnten.

Am Donnerstag lernten wir außerdem schon den Ortskern von Kazembe kennen, der ca. 200 m vom Haus der Schwestern entfernt ist: Hier gibt es eine kleines Post, eine Klinik mit etwa zehn Notfallbetten, eine Polizei und einen kleinen Markt, auf dem man alles findet, was man so zum täglichen Leben braucht. Im Gegensatz zu Kasama, war zu erkennen, dass wir nun im Dorf waren, aber uns waren die ruhige Atmosphäre und die Überschaubarkeit sehr sympathisch.

Nun freuen wir uns schon auf Freitag, da dort die Kinder und Frauen aus den umliegenden Häusern in Kazembe zum Haus der Schwestern kommen werden und wir die Gruppe und das zweite Projekt detaillierter kennen lernen werden.

 


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