Archive for August, 2011

Bald ist es soweit; unser Laufteam geht das erste Mal an den Start! Am 24. September 2011 nimmt unsere Laufmannschaft, die aus 12 Mitarbeitern des AquaFun besteht, an dem Volkslauf in Lippetal teil. Hoch motiviert möchten wir natürlich nicht nur mit unserem Teamgeist sondern auch durch Schnelligkeit und Ausdauer überzeugen. Sicher werden wir da wohl noch die ein oder andere extra Laufrunde einlegen müssen…

Wir würden uns natürlich freuen, kräftig angefeuert zu werden. Also bitte den 24. September vormerken und auf nach Lippetal. Zu erkennen sind wir an unseren weißen T-Shirts mit großem AquaFun-Logo auf der Brust – und an unserer hoffentlich guten Leistung ;o)

Das letzte übliche Treffen mit den Frauen und Kindern vor dem Haus der Schwestern fand am Freitag statt. Ein Großteil der Frauen hatte das erforderliche Geld für den Ausflug zu den Chishimba Falls dabei und sie freuten sich bereits die Wasserfälle zu besuchen. Während einige der Frauen auf der Kochstelle Nshima mit Soya für die Kinder kochten, sprachen wir mit den Müttern der zukünftigen Vorschulkinder über den Patenschaftsvertrag. Schwester Florence übersetzte ihn und jede Mutter bekam ein Exemplar mit nach Hause, um es in den nächsten Tagen unterschrieben an uns zurückzugeben. Wie bei den letzten Treffen auch, verteilten wir Milch mit Traubenzucker an die Kinder. Die Becher waren schnell geleert und die vor Hunger weinenden Kinder verstummten, während sie das Nshima genossen. Leider hatte Schwester Florence an diesem Tag keine Zeit, um uns in unserer Arbeit mit den Kindern und Frauen zu unterstützen, sodass wir den Rest des Vormittags alleine mit ihnen verbrachten. Da nur eine der Frauen gebrochenes Englisch sprechen konnte, stellte dies eine Herausforderung für uns da, die wir jedoch dank ihrer Hilfe meistern konnten. Nach dem Essen verteilten wir die mitgebrachte Kinderkleidung und diverse andere Sachspenden. So erhielt jedes Kind entweder ein T-Shirt, eine Hose oder Unterwäsche. Für die Babys gab es Strampler, Shirts oder Windeln. Die Frauen bekamen T-Shirts. Aufgrund der verschiedenen Sachspenden waren wir letztlich froh, den Frauen und Kindern eine Freude gemacht zu haben, obwohl einige von ihnen verständlicherweise versuchten möglichst viel zu ergattern. Positiv aufgefallen war uns eine Großmutter, die 2 Stunden lang mit ihrem Enkelsohn zum Hause der Schwestern gelaufen kam. Sie kümmerte sich seit Jahren um den Jungen, da die Mutter bereits eine Woche nach seiner Geburt gestorben war. Ihre Dankbarkeit hat uns manches Mal gerührt. Sie schüttelte uns zu Beginn eines jeden Treffens freudestrahlend die Hand und begrüßte uns auf Bemba. Bevor sie ging bedankte sie sich bei uns. Ihre Ausstrahlung und ihre Herzlichkeit sind unbeschreiblich.

Nachdem wir die Kleidung verteilt hatten versammelten wir uns zu einem Gruppenfoto und alle Frauen und Kinder zeigten stolz ihre neuen Errungenschaften.

Der geplante Besuch im Armenviertel Musenga Village am Nachmittag musste aufgrund der Beerdigung eines Priesters ausfallen. Wir beschlossen ihn auf Dienstag zu verschieben.

 

Das Wochenende verbrachten wir mit der Planung des Ausflugs zu den Chishimba Wasserfällen und der Ausarbeitung verschiedenster Verträge. Am Sonntagnachmittag fanden sich zwei Frauen am Haus der Schwestern ein, um das Essen für den am folgenden Tag anstehenden Ausflug vorzubereiten. Wir halfen ihnen bei ihrer Arbeit (Reis und Bohnen sortieren) und fanden es sehr interessant das traditionelle Kochen auf einer Feuerstelle mit Kohle zu beobachten.

 

Am Montag, pünktlich um 8 Uhr, parkte ein großer Bus vor dem Haus der Schwestern. Die Frauen und Kinder waren bereits alle da und die Aufregung und Freude der Kinder auf den bevorstehenden Ausflug war spürbar. Viele der Frauen hatten sich für diesen besonderen Tag für ihre Verhältnisse chic gekleidet und  die Kinder trugen ihre neue Kleidung. Nachdem alle 60 Personen (30 Frauen, 20 Kinder, 10 Babys) im Bus einen Platz gefunden hatten, starteten wir. Schwester Florence und Schwester Elisabeth, die uns als Unterstützung begleitete, gaben eine kleine Einführung und wiesen auf die Gefahren bei den Wasserfällen hin. Nach ihrer Rede stand eine Mutter auf und rief durch den Bus „Ich war noch nie bei den Chishimba Falls, deswegen freue ich mich dorthin zu fahren. Ich bin glücklich!“ Die Stimmung war ausgelassen. Die Frauen sangen und bereits die Fahrt in einem solch großen Bus war für sie und insbesondere die Kinder ein richtiges Highlight. Bei den Fällen angekommen führte uns ein Guide herum. Auf dem Fußweg zu einem der drei Wasserfälle hörte man die Wassermassen schon lange bevor sie zu sehen waren. Unter den Besuchern machte sich gespanntes Schweigen breit. Als die Fälle in Sicht waren blieben viele Frauen mit offenem Mund stehen und  genossen die Aussicht. Es schien, als könnten sie nicht begreifen, was sie dort sehen. Auch die Kinder waren sprachlos. Nach einer kurzen Pause, während der wir Äpfel für die Kinder spendierten, machten wir uns auf den Weg zu den zwei weiteren Fällen.

Anschließend wurde gemeinsam auf einer Feuerstelle am Bachlauf gekocht. Als besonderes Essen gab es Nshima, Reis, Bohnen, Kohl und Hühnchen. Um die Zeit des Kochens für die Kinder zu verkürzen (viele weinten bereits vor Hunger) spielten wir mit Seifenblasen. Wie auch bei den letzten Treffen vergaßen sie dadurch ihr Hungergefühl und waren abgelenkt.

Nach dem Essen verabschiedeten wir uns mit Keksen und Luftballons bei den Kindern und Müttern. Sie klatschten begeistert. Wir sprachen ihnen noch ein Mal Mut zu, sich weiterhin so gut um ihre Kinder  zu kümmern, ebenso wie sie es bereits tun. Am liebsten wären alle Frauen direkt mit uns nach Deutschland gereist.

 

Abschließend kann festgehalten werden, dass die Frauen und Kinder diesen Ausflug sehr genossen haben. Dadurch war es ihnen möglich aus ihrem eintönigen Alltag zu entfliehen und die Kostbarkeit ihrer näheren Umgebung und ihre Kultur kennenzulernen. Das schönste Geschenk für uns an diesem Tag waren die ausgelassene Stimmung und die netten Dankesworte der Frauen und der Schwestern. Auch wir sind sehr dankbar diesen tollen Tag mit den Kindern und Frauen verbracht haben zu dürfen. Ohne eure Spenden wären diese unvergesslichen Erlebnisse nicht möglich gewesen. Keine der Frauen hätte sich diesen Ausflug finanziell leisten können. Gleichzeitig waren wir sehr dankbar, dass uns das Busunternehmen und der verantwortliche Mitarbeiter der Chishimba Falls – nach einigen Verhandlungen – preislich sehr entgegengekommen sind.  

 

Wing Tshun und Chi Sao

Nachgeben heißt nicht aufgeben.

Eine der Besonderheiten im Wing Tshun ist das Chi Sao Training. Hierbei werden Einzeltechniken sinnvoll miteinander kombiniert.  Chi Sao, bedeutet übersetzt "klebende Hand" und ist eine spezielle Trainingsmethode zur Verbesserung der taktilen Reizwahrnehmung. Dabei nutzen wir die Eigenschaften, Fähigkeiten unserer Haut, bzw. der darunter liegenden Rezeptoren. Grundsätzlich geht es darum, dass über Wahrnehmung der Haut, der Druck eines Partners (ein Angriff) erkannt und durch entsprechende eingeübte Bewegungsmuster vereitelt oder umgeleitet werden kann.

Durch Chi Sao – wird im Verlauf der Zeit der ganze Körper konditioniert. Jede Außen Einwirkung lässt den Körper reagieren, ausweichen und gleichzeitig wieder vorgehen. Vielleicht vergleichbar mit einem Ast, den man wegschiebt und der, nachdem er nachgegeben hat, wieder zurück in seinen ursprünglichen Zustand möchte. Der Körper, als Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Bänder gedacht, funktioniert wie ein gespannter Bogen, der vom Angreifer gespannt und ausgelöst wird. 

Durch das „Kontakt suchen“,  nimmt der Verteidiger dem Angreifer den Raum, den er braucht, um Kraft für einen Schlag oder Tritt aufzubauen. Behält der / die Wing Tshun Mann / Frau diesen Kontakt bei ("kleben bleiben"), so weiß er / sie stets, wo sich der Gegner befindet und was er gerade plant. Das wird in guten Wing Tshun Schulen auch blind trainiert. Nachgeben ist also kein aufgeben, sondern ein „aufladen“. Die Antwort (der Gegenschlag), ist so energiegeladen, wie der Angriff selbst.

Das Prinzip – hat auch einen philosophischen Aspekt, so gibt man oftmals im Leben nach, verfolgt dasselbe Ziel jedoch weiter – vielleicht auf anderem Weg.

„Welcome Philipp!“

Das war das Schild, das ich gelesen habe, als ich aus dem Flugzeug zur Gepäckausgabe gegangen bin. Ich wurde direkt freundlich begrüßt von meiner zukünftigen Hostmom Pamela umarmt und begrüßt. Mein Hostbrother Jacob hat mich dann auch begrüßt und wir haben ein bisschen über meinen Flug gesprochen. Fred, mein Hostvater, wartete im Wagen. Mit dem Gepäck hatte ich diesmal mehr Glück und es kam schnell.

Mir war schon aufgefallen, dass so ca. jedes 2te Auto in den USA groß war, also war es dann auch keine große Verwunderung mehr, als wir zu Fred in den Pickup Truck stiegen. Sehr zu seiner Freude, hatte ich noch nicht viel gegessen, also sind wir zu „Leo’s“ frühstücken gefahren. Cool  Ich hatte mir Pancakes mit Speck bestellt und es war ziemlich lecker.

My New Home

Jacob hat mir mein Zimmer und dann das restliche Haus gezeigt und dann habe ich auch schon einen Nachbarsjungen kennengelernt. Kurz darauf mussten aber los zur Highschool, um Jacob anzumelden.

First Contact

Wir werden auf der gleichen Schule sein, aber er wird ein Freshman sein (9. Klasse) und ich ein Sophomore (10. Klasse). Hier hab ich dann auch schnell viele Freunde gemacht. Alle waren super nett und waren richtig begeistert, dass ich aus Deutschland komme und so war ich dann schnell mit allen befreundet. Am Abend habe ich dann auch mein erstes Footballspiel meiner Highschool mitbekommen. Die Stimmung war einfach super! Leider haben wir verloren, aber mir wurde zugesichert, dass die nicht immer so schlecht spielen würden.  Lachanfall

 

So, das war mein erster Tag in den USA, demnächst gibt es mehr von meiner Woche hier. Lächeln Bleibt gespannt!

 

Euer Philipp

Weich sein, heißt nicht schwach zu sein.  

Wer kennt sie nicht, die Szene, wo sich zwei Gegner bedrohlich voreinander aufbauen, sich anschreien, schubsen und schließlich aufeinander einschlagen. Gewalt ist die primitivste Form menschlicher Kommunikation. Wer sich ebenso verhält, signalisiert seinen Gegenspieler „Ich möchte mit dir kämpfen“.

Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die hatten es bitter nötig, einige Selbstverteidigungstechniken zu lernen, konnten sich jedoch nicht überwinden. Wie bekommt man diese Menschen, für die Wing Tshun Selbstverteidigung entwickelt wurde, dazu, sich zu bewegen, ihre Angst zu überwinden?

Der erste Schritt ist der schwierigste

Wing Tshun zeichnet sich durch ein Training aus, wobei die Menschen voneinander und miteinander lernen. Da gibt es keinen Raum für „einen Sieger“, einen rücksichtslosen Egomanen, der nur seine Interessen sieht.

Wir üben gemeinsam mit wechselnden Partnern und wer sich da mit unverhältnismäßiger Härte zeigt, ist fehl am Platze. Wollen wir uns beim Training gegenseitig die Nase brechen oder wollen wir lernen, wie sich das vermeiden lässt? Oder müssen wir uns erst die Nase brechen lassen, um schneller und brutaler zu werden, wie ein möglicher Angreifer? Das alles sind Fragen, mit denen ich mich beschäftige. Das Training soll Spaß machen und den Einzelnen in seiner Entwicklung fördern.

 

Am 5. September geht es für meinen Freund und mich erst mit dem Zug, dann mit dem Bus, danach Flugzeug und nochmal Bus auf nach Irland. Genauer nach Kerry im Südwesten Irlands.

Dabei werden wir unsere neuen (teuren) Wanderschuhe, unsere (geliehenen) Rucksäcke, ein (schweres) Zelt, (selbstaufblasbare) Isomatten und (hoffentlich warme) Schlafsäcke haben, denn es geht 200 km zur Fuß durch die „urwüchsige“ Landschaft der grünen Insel.

Karte des Kerry Ways

Heute wollten wir im Paderborner Land unsere Schuhe einlaufen, doch weit sind wir nicht gekommen denn nach etwa einer halben Stunde fing es zu gießen wie aus Eimern und wir suchten Unterschlupf im Wald, doch auch dort wurden wir trotz Regenjacken und Regenschirm ziemlich nass. Nach 20 minütigem Warten und keiner Aussicht auf Besserung entschieden wir Umzukehren und es morgen (Sonntag) erneut zu versuchen. Da soll das Wetter angeblich etwas gütiger sein.

Zumindest sind unsere Füße schön warm, trocken und schmerzfrei geblieben.

Irland wir kommen.

Das Lernsystem

Das Lernsystem im Wing Tshun setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Ob nun Low Kick, Haken, Schwinger, Faust,- Knie,- oder Ellenbogenstoß, auf alles muss es eine Antwort geben. Die verschiedenen Angriffsmöglichkeiten werden gleichsam von vier verschiedenen Seiten aus betrachtet. Es gibt die Abwehr mit rechts und links und den Angriff mit rechts und links. Die am Anfang einfachen Bewegungsfolgen werden im sogenannten „Lat Sao Kampf“ (kontrollierter Zweikampf) drillmäßig geübt. Beachtenswert ist, wie schnell man die verschiedenen Reaktionen lernt.

 

Hart & Weich.

Eine herausragende Metapher um zu erklären, worum es im Wing Tshun geht, ist die Umschreibung „Hart & Weich“. Der Kampf ist ein ständiges Wechselspiel zwischen „Hart & Weich“.“  Wenn der Angreifer, der Gegner mit zu großer Kraft vorgeht, wird nachgegeben. Sieht man eine Lücke, wird diese genutzt. Neu ist das sicher nicht, so wird eigentlich in jedem Zweikampf der Raum genutzt. Im Wing Tshun versucht man jedoch ein möglich großes Gefühl dafür zu entwickeln, diesen Kräftefluss zu erkennen, möglichst frühzeitig zu reagieren. Wir brauchen daher ständiges Partnertraining um uns selbst und den Partner besser einschätzen zu können.

Ja, Australien ist gefährlich! Hier leben schließlich nicht nur einige der gefährlichsten Tierarten der Welt, nein, hier gibt es auch angriffslustige Vögel die versuchen aus Haaren Nester zu bauen und kleine Ameisen die sich gerne mal im Lunchpaket verkriechen…
Aber das meine ich eigentlich auch nicht.. Ich meine die Tücken des australischen Alltags! Beispielsweise einen Kreisverkehr (und hier gibt es tausende) bei dem links herum und zweispurig gefahren wird, dann als kleine deutsche Austauschschülerin irgendwie auf die andere Straßenseite zu kommen ist wirklich eine Herausforderung und nicht immer schnell zu meistern!
Neues Beispiel: Freitags ist hier Sport Wettkampf Tag. Die Schulen kutschieren ihre Schüler zu anderen Schulen, wo dann in allen möglichen Sportarten Wettkämpfe stattfinden. So kommt es dazu das auf einem Sportplatz verschiedene Sportarten zusammen treffen Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Es ist wiederrum eine wahre Herausforderung sich auf das Touch Football Game zu konzentrieren, aber gleichzeitg die Softball Spieler im Auge zu behalten, besonders den Ball und die männlichen Rugby Spieler, die gern mal übers Ziel hinaus sich um den Ball streiten als wäre es der letzte Tropfen Wasser in der Sahara…
So passiert es das man unterbrochen wird, um die falschen Bälle kämpft und schlimmstenfalls verletzt wird.
Doch wie immer in Australien.
„Doesn’t matter“ – „Das macht nichts“
„Have fun“ – „Hab Spaß“
Im diesen Sinne
Hüpf hüpf
Lea

Flugzeit!

Endlich über dem großen Teich! Heute ging es um 3:00 Uhr morgens los nach Düsseldorf. Ich musste mich von meinen Eltern für ein Jahr verabscheiden! Ich werde euch auf jeden Fall vermissen! Genauso wie alle meine Freunde! Von da aus ging es dann nach Frankfurt. Es war sehr gut organisiert und YFU Mitarbeiter waren fast immer in der Nähe. Dann ging es nach Washington D.C. und das war der längste Flug, geschlagene 9 Studen! Aber das Flugzeug hatte zum Glück eingebaute Fernseher und ich hatte auch die Freude in einer Reihe von YFU-lern zu sitzen. Lachanfall Nach kurzem sitzen gingen dann auch meine Gebete in Erfüllung, dass das schreiende Kleinkind ruhig wurde. Die lange Flugzeit ging aber relativ schnell um und ich war endlich in meinem Traumland!

Washington D.C.

In Washington war ich sehr schnell durch die Passkontrollen und musste NUR NOCH meinen Koffer abholen. Super… ich durfte dann erstmal 2 Stunden warten, dass mein Koffer endlich über das Laufband rollte. Wie sich herausgestellt hat, wäre er fast ohne mich schon nach Detroit geflogen. Zum Glück war ich mit dem Problem nicht alleine. Es gibt noch 5 andere die jetzt mit mir im Hotel übernachten. Nachdem wir dann mit den Koffern endlich in der Ankunftshalle waren und unsere sichtlich erleichterte Betreuerin getroffen hatten, wir hatten keine Möglichkeit YFU in der Kofferabholzone zu informieren, haben wir noch einmal eine Stunde auf die 5te gewartet, da ihr Flug unerwarteter Weise gecancelt wurde. Ich hatte also noch Zeit mir mein ABSOLUTES Lieblingsgetränk zu kaufen. LEMONADE!!!

Tagesausklang im Hotel

Das Hotel betrat ich sehr erstaunt mit den anderen, wir hatten alle etwas „schlechtes“ erwartet, aber mit solchem kleinen Luxus hatten wir nicht gerechnet! Unsere amerikanische Leiterin Jennifer hatte dann noch die tolle Idee Pizza zu bestellen, sodass der Abend erst Recht sehr gelungen war. Als Ausklang des Tages sind wir gerade noch schwimmen gegangen und werden jetzt vermutlich uns versuchen ein wenig auszuruhen, bis es dann morgen auch schon wieder von neuem um 3 Uhr morgens beginnt! (Zum Glück dann aber nur nach Detroit Lachanfall)

So, ich habe jetzt mal versucht so viel wie möglich von meinem stressigen Tag zuschreiben und hoffe ihr freut euch auch noch auf meine nächsten Posts!

 

Euer Philipp

„Bienvenidos en México-Herzlich Willkommen in Mexiko“, sagte die freundliche Zollbeamtin, drückte den Visumsstempel in den Pass, und schon begann für mich das Abenteuer Auslandssemester. Nun sind die ersten zwei Wochen geschafft, eine Wohnung ist gefunden, und die Kurse an der Universität von Guadalajara haben bereits angefangen. Von Kulturschock und allgegenwärtiger Drogenmafia keine Spur, dafür sind die Einheimischen viel zu freundlich und hilfsbereit, auch wenn ich mich an einige Sachen doch erst gewöhnen muss.

Die Anreise gestaltete sich lang und beschwerlich mit einer ausgiebigen Kofferdurchsuchung in Washington und zwei Umstiegen, aber der Empfang in Mexiko entschädigte für alles. Die Eltern einer Freundin, die zur Zeit noch in Bielefeld studiert, empfingen mich mit offenen Armen am Flughafen und brachten mich um Mitternacht sicher zur Jugendherberge. Ihre Hilfsbereitschaft scheint hier zum guten Ton zu gehören. In der Herberge fand ich schnell Anschluss an die internationalen Studenten, die sich alle in der Vier-Millionen-Metropole orientieren mussten. Wenn wir uns verirrten, war sofort Hilfe von Einheimischen parat. Von Tag zu Tag komme ich besser in die spanische Sprache hinein, die ich durch Sprachkurse an der Uni und ein Auslandssemester in Spanien erlernt habe. An den Verkehrslärm und die Menschenmassen in den Straßen muss ich mich allerdings noch gewöhnen. Dafür bietet die Metropole eine wunderschöne Innenstadt mit großer Kathedrale und zahllosen Geschäften.

Die erste wichtige Aufgabe war eine Wohnung zu finden. Also durchsuchte ich im Internet die zahllosen Wohnungsanzeigen, antworte auf Anfragen und am Donnerstag ging es mit Deutschen und Mexikanern auf Wohnungssuche. Das erste Haus schockierte mich total, überall lag Müll und das Bad wurde schon eine ganze Weile nicht mehr geputzt. Das kam für mich nicht in Frage. Weiter ging es, das nächste Haus war sehr schön und bereits voll, aber durch Mund-zu-Mund Propaganda kamen wir zu einem Haus, das gerade renoviert wird. Der Innenhof mit Bäumen, die großen Zimmer, und die Schildkröte als Haustier hatten es mir angetan. Zwar gab es noch keinen Strom, das änderte sich jedoch einen Tag später, so dass ich mit zwei Deutschen einzog. Jetzt wohne ich mit drei Spaniern, zwei Deutschen und zwei Lateinamerikanerin in Innenstadtnähe und das für 130 Euro.

Die erste Woche auf dem Campus für Sozialwissenschaften ist auch geschafft. Ich kann mich so langsam orientieren und finde die Räumlichkeiten für die Kurse. Mein Stundenplan nimmt Form an, doch die Professoren scheinen teilweise noch in den Ferien zu sein. Der pünktliche Deutsche ist wenigstens fünf Minuten vor der Zeit am Raum und wartet geduldig. Nach einer dreiviertel Stunde des vergeblichen Wartens mit Mexikanern und weiteren ausländischen Studenten auf den Dozenten geht es dann wieder heim oder Kaffee trinken. Geht wohl erst nächste Woche los. Aber ich habe schon gemerkt, dass sich aufregen nicht lohnt.

An diesem Wochenende geht es an den Strand vom Bundesstaat Jalisco. Dort schlagen die internationalen Studenten ein Strandcamp auf, feiern zusammen und genießen den puren Sonnenschein sowie das Wellenrauschen. In der nächsten Woche starte ich dann in der Uni voll durch.

JDW KathedraleGuadalajara Aug11