Hallo zusammen,

 

fast 14 Tage sind schon seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. Die Zeit fliegt… Bian ist eine knuffige Schröte, 5,4 Gramm auf die Kommastelle genau, dank der superpräsizen Waage einer Freundin. Noch ist der kleine Krümel nicht am Futter, muss aber auch noch nicht, da die Reste des Dottersacks wohl noch nicht verbraucht sind. Jedenfalls wölbt sich das Bäuchlein noch 🙂

In dem kleinen Aufzuchtterra, das als erste "Wohnung" dient, findet sie sich super zurecht. Schlafplätze sind unter einer Tonhöhle oder unter einem Stückchen Rinde, das auch gerne mal erklettert wird. Habe davon ein Foto eingestellt. Selbst buddeln unter dem Moos findet Anklang, manchmal muss ich schon sehr genau schauen, wo sie denn überhaupt ist…

Ansonsten ist die Schrötenzeit hier noch im Moment mit Warten geprägt. So in der zweiten Augustwoche dürfte der nächste Schlupf anstehen. Beide Eier im Brüter, spengleri und Pyxidea, sind noch in Ordnung. Jedenfalls bewegen sich die beiden kommenden Schröten mächtig darin.

Ich warte und warte auf die Eiablage von Safran, aber Pepper sorgt zwischenzeitlich für etwas Aufruhr. Sie buddelt und buddelt seit Dienstag morgen (28. Juni) wie ein Weltmeister. Sie wirkte an dem Tag sowieso sehr unruhig und lief kilometerweise das Aussengehege ab. In der noch brütenden Hitze am frühen Dienstag abend waren dann die ersten grossen Probebohrungen im Garten. Ich glaube es immer noch nicht, hat sie wohl noch ein Ei? Ich kann es nicht sagen, nach ihrer damaligen zweiwöchigen Wassersitzphase hätte ich ja damit gerechnet, und nichts war, also gebe ich lieber keine Prognose ab. Denn was läuft bei ihr schon normal? 🙂

Ich schaute also am besagten Tag in der Dämmerung ganz still dasitzend zu, bis es so dunkel wurde, dass ich eine Infrarotbrille gebraucht hätte. Das reichte mir dann aber auch, da die blutgierigen Monster namens Mücken mich fast meines gesamten Blutbestandes beraubt hatten. Ich musste erst mal so an die 20 juckenden Beulen behandeln… und das nur, um einer buddelnden Schröte im Garten zuzuschauen…

Jedenfalls gingen die Probebohrungen die gesamte Nacht wohl weiter. Am Mittwoch vormittag (29. Juni) war es so schwül, dass einem alle Poren aufgingen wie ein Hefekuchen – aber Pepper buddelte, buddelte, buddelte. Die ausgesuchten Bodenstücke im Gartengehege hätte man auch mit einem Bild vom Hubble-Teleskop vergleichen können; die Kraterlandschaften auf dem Mond sehen irgendwie genau so aus 🙂

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag holte ich sie dann rein ins Ablageterra, da ich doch grosse Bedenken hatte, falls der angekündigte Sturm und Unwetter aufkommen sollte, dass ich wie ein nasser Pudel dann irgendwo auf der grossen Fläche vielleicht (?!) nach Eiern suchen müsste – und da stand mir wahrlich nicht der Sinn nach. Drinnen würde ich das dann eher unter Kontrolle haben, vor allem trockener…
Im Terra ging die Graberei sofort weiter. Stundenlang wurde die Erde von rechts nach links und von oben nach unten gekehrt. Kein Platz auf 1,5 Quadratmeter Fläche schien zu gefallen…
Erst am Donnerstag legte sie endlich eine Pause ein. Graben strengt an; wenn ich es mal mit der Aktivität eines Menschen vergleichen würde, hätte ich in der Zeit meinen Garten dreimal umgegraben und wäre wahrscheinlich tot umgefallen… Erst Donnerstag abend lockte sie mich wieder für drei Stunden vor das Terrarium, um ihren Probebohrungen zuzuschauen. Aber nichts weiter. Die Löcher wurden grösser im Durchmesser und fast kreisrund, dass sie bequem komplett Platz darin fand.

Ab Freitag morgen tat sich dann überhaupt nichts mehr. Sie verlor zwischenzeitlich 40 Gramm an Gewicht, was mich dazu veranlasste, das gesamte Terra zu durchwühlen – aber Fehlanzeige. Pepper spielt Katz und Maus mit mir 🙂

Gestern morgen lockte das Wetter endlich wieder mit Sonnenstrahlen, so dass ich sie nach draussen ins Aussengehege setzte, wo sie den ganzen Tag verschlief. Nachts hole ich sie wieder rein – und heute wieder dasselbe Spielchen: buddeln, buddeln, buddeln. Ich seh hier nur noch Erdtürme…

Safran dagegen hat noch die Ruhe weg. Mal ein wenig scharren, das ist alles. Das Fressen hat sie aber vor 14 Tagen komplett eingestellt. Passt nichts mehr rein? Die Eier kann man mittlerweile an den Hinterbeinen sehr gut fühlen, sind reichlich gross geworden. Zwei sind es auf alle Fälle, ich habe ja die "Befürchtung", es sind mehr 🙂

So, das mal als neuesten Bericht,
wenn sich was ändert, kommt der nächste.

Euch noch eine schöne Woche,
Ines


Über die Autorin/den Autor:  Ines Wulfert ist Mediendesignerin. Ihr großes Hobby sind Schildkröten. Über ihre Erfolge in der schwierigen Zucht berichtet sie in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: