Guten Abend. 70 Tage ist die erste spengleri-Kalkschale nun alt. 70 Tage, die wie im Flug vergangen sind – aber wahrscheinlich meine ich das auch deshalb, weil so nach und nach noch Eier hinterher kamen, die meinen Fokus wohl ein wenig zeitlich verschoben haben 🙂

So langsam merke ich, dass sich bei mir doch nervöse Spannung aufbaut. Ich schaue öfter nach dem ersten Ei, als es noch die Tage vorher der Fall war. An den Eipolen sind schon braune Stippen aufgetaucht, d.h., der Endspurt hat begonnen. Ich würde eine Wette darauf abschliessen, dass es die nächsten 10-14 Tage endlich losgeht, dass sich die erste Schröte dieses Jahr blicken lässt. Ich hoffe ja, dass alles gut geht. Ich hoffe, dass der Krümel darin in Ordnung ist und stark genug, die Schlupfstrapazen zu überstehen. Noch ist bei mir ein wenig Sorge da, in den vergangenen Jahren hab ich ja zweimal nach so lange Warten und Hoffen Pech gehabt. Das steckt natürlich auch immer noch so ein klein wenig im Hinterkopf fest. Eine Pyxidea hatte es nicht aus dem Ei geschafft und spengleri vom letzten Jahr war zu klein und zu schwach…
Ja, ich weiss, es kann noch alles schief gehen, aber wenn man nicht erst einmal positiv denkt, ist Hopfen und Malz schon verloren… Die Vorfreude überwiegt ja bis dato doch – Gott sei Dank. Und die anderen Nachzuchten aus den vergangenen Jahren sind ja super-proppere Tierchen geworden. Warum also nicht auf das Glück vertrauen.
Ich glaube jedenfalls, in der Bebrütung wieder alles nach bestem Wissen und Gewissen korrekt gemacht zu haben:-)

Habe den heutigen Tag genutzt, um alle Vorbereitungen zu treffen. Also, sterile Box steht bereit, falls der Krümel noch Dottersack haben sollte. Kleines "Erstterra" ist ebenfalls schon hergerichtet. Kamera ist ja immer geladen, Video steht bereit. Nur meine Unruhe werde ich die nächsten Tage wohl wie immer nicht unter Kontrolle bekommen :-))) Sobald der erste Riss erscheint, bin ich wohl für nichts anderes mehr zu gebrauchen.

Ich kann es nicht erklären, aber auch, nachdem ich schon so einige Schlüpfe erlebt habe, ist es bei jedem Ei wieder wie beim ersten. Ein Wahnsinnsgefühl. Ich finde es heute noch wie eh und je erstaunlich, dass aus der Kalkschale ein fertiges Tier zum Vorschein kommt. In der ganzen Zeit der Bebrütung hat man beim Durchleuchten mitverfolgt, wie sich aus einer Keimscheibe ein fitzeliger, bewegender Embryo entwickelte, der immer grösser wurde, man nach der Hälfte der Zeit schon ganz klar Kopf und Panzer definieren konnte etc.

Durchleuchtung ist bei diesem Ei nicht mehr möglich, alles schwarz und gefüllt. Ich weiss ja, wierum die Schröte liegt, wo der Kopf ist, wo also die Eischwiele die ersten Risse fabrizieren wird… Habe bei diesem Ei aber zum ersten Mal nicht die Füsse ausmachen können. Mhmm, gut versteckt…

Tja, dann wird die nächste Zeit nun die unruhige Wartezeit. Aber wer meinen Blog die letzten Jahre verfolgt hat, kennt das ja schon. Melde mich natürlich wieder, wenn es Neuigkeiten gibt – oder ich die "Krise" bekomme, weil die Tage dahinrennen und sich noch nichts tut… 🙂

Euch eine schöne Woche – und hofft mal mit darauf, dass alles super läuft.
LG
Ines


Über die Autorin/den Autor:  Ines Wulfert ist Mediendesignerin. Ihr großes Hobby sind Schildkröten. Über ihre Erfolge in der schwierigen Zucht berichtet sie in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: