In Echthausen feiert man traditionell ein Freibierfest. Der Preis für Getränke (hier: auch alkoholfreie Getränke) wird einmalig mit dem Festbeitrag entrichtet. Gemäß der Idee der Vorväter kann so jeder – ohne auf den "Taler zu achten – in fröhlicher Runde zusammen feiern. Der Druck eine "Runde" holen zu müssen besteht somit nicht. Das fördert die Kommunikation und das Miteinander, da man an jeder Ecke auf dem Schützenplatz stehen bleiben kann um mal „schnell“ ein Gläschen zu trinken.

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Neue – sonst wahrscheinlich nicht mögliche – Gesprächsrunden finden sich so zusammen. Jung und Alt sitzen gemeinsam bei dem ein oder anderen Getränk zusammen. Wer nun denkt das das Freibier zu vermehrten „Ausfällen“ führt dem sei gewiss: genau das Gegenteil ist der Fall!.

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(Freibier 2010…)

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(… und früher!)

Um aber das Fest für auswärtige Gäste interessanter zu gestalten wurde im Jahr 1972 das Freibier am Samstagabend abgeschafft. Sonntags und Montags wird es jedoch nach wir vor in den beliebten 0,1-Freibiergläsern ausgeschenkt.

Natürlich gibt es aber auch kritische Stimmen. So kann man nicht „mal eben“ zum Schützenfest gehen um ein Würstchen zu essen oder in Ruhe ein  paar Bier trinken. Neubürger und Gäste werden durch die hohen Preise abgeschreckt; der Ruf „Echthauser feiern lieber unter sich…“ macht gerne mal die Runde.

Auf diese Stimmen haben wir bereits vor ein paar Jahren reagiert und die „Schnupperstunde“ eingeführt. Für nur fünf Euro sind alle Gäste gerne willkommen um nach den Festzügen am Sonntag und Montag Echthauser Schützenfestluft zu „schnuppern“. Wer anschließend gefallen gefunden hat der zahlt sicherlich auch gerne den kompletten Eintritt. Wer nicht – der geht wieder! Einfach und fair für alle.

Unsere Eintrittspreise an den Freibiertagen sind im Vergleich zu anderen Schützenfesten sehr günstig und seit Jahren stabil. Immer wieder kommen aber natürlich auch Gäste und versuchen mit den üblichen Argumenten Preise zu verhandeln. „Ich trinke nicht so viel.“ , „Ich muss noch fahren“, „Ich bleibe nur bis halb acht“. Denen sei gesagt: der Eintritt hat nur bedingt etwas mit der Menge an Freibier (oder alkoholfreien Getränken) zu tun, die man in der Lage ist in einer bestimmten Zeit zu konsumieren. Vielmehr ist es eine Tatsache, daß in diesem Jahr die Ausgaben für die Musik höher sein werden als die Kosten für Getränke  Die Aussage „ich höre nicht hin wenn die Musik spielt“ gab es aber noch nie.

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 (Eine Runde Freibier…)

So ist es also eine nicht ganz einfache Aufgabe unser Fest attraktiv für alle zu gestalten. Die liebgewonnene Tradition des Freibiers zu erhalten ohne interessierte Gäste und Neubürger von vorneherein auszuschließen. Die Preise so zu gestalten , dass es für jedermann erschwinglich ist „unser Fest“ zu feiern, ohne jedoch als Verein in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Wir geben uns Mühe allen Wünschen gerecht zu werden. Der Erfolg der „Schnupperstunde“ in den letzten Jahren gibt uns sicherlich recht. Andererseits hoffen wir aber auch auf Unterstützung unserer Schützenbrüder: die Schnupperstunde sollte ausschließlich Gästen vorbehalten bleiben. Als Mitglied muss ich nicht mehr „schnuppern“. Als Mitglied unterstütze ich meinen Verein um dauerhaft ein Schützenfest „für die ganze Familie“ zu ermöglichen. Oder etwa doch nicht?

Thorsten Donner


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