Hallo zusammen,

es war also doch der befürchtete Sommerfußball auf Schalker Seite. Die Mainzer brauchten sich garnicht großartig anzustrengen. 
Sie standen gut gestaffelt, und wenn sich mal eine Lücke auftat, dann spielte die Rangnick-Truppe den Ball ungeschickt in die Beine ihrer Gegner.
Etwas Hoffnung kam auf, als der zur Pause eingewechselte Huntelaar den S04 kurz nach Wiederanpfiff mit seinem Treffer in Führung brachte.
Für einen Augenblick schien die Grundordnung der Mainzer aus den Fugen zu geraten, und es sah so aus, als ob die Schalker das Spiel jetz an sich reißen könnten, aber das war wirklich nur von kurzer Dauer, viel zu kurz.   
Das Verteidigung bereits vorne im Angriff beginnen sollte, wurde eindrucksvoll beim Ausgleichstreffer bewiesen.
In Ballbesitz, und schon in Strafraumnähe der Gäste, bringt Utchida einen Angriff nicht vernünftig zum Abschluss, und den darauffolgende Konter brachten die Gäste ohne Schnörkel in Neuers Kasten unter. 
Es war eine schwache Vorstellung der Königsblauen, bei dem die Höhepunkte eindeutig vor dem Anpfiff stattfanden. 
Manni Breuckmann, Reporterlegende von WDR2 im vorzeitigen Ruhestand, machte sich in Begleitung von Arena-Kapelle-Pfarrer Dohm, und einem Arena-Mitarbeiter, der für die Hör- und Sehbehinderten zuständig ist, auf den Weg in unseren Block.
Vor dem Eingang wurde er natürlich von Fans umringt, und gab bereitwillig Autogramme.
Er nahm sich auch Zeit, kurz über die Saison des S04 zu sprechen.
Nachdem er mir „Tooor!! Manni Breuckmann““ auf die Rückseite einer Visitenkarte der Heizung/Sanitär Firma einer Schützeschwester geschrieben hatte, sagte er zum Abschluß unseres kurzen Gesprächs: „Mal ehrlich, war doch eine beschissene Saison, oder?“.  
Stellte aber klar, das sich das nur auf die Bundesliga bezog. Dem war nichts hinzuzufügen, zurück in die Funkhäuser;-).
Ich hätte noch weiterplaudern können, aber „Manni gegen den Rest der Welt“ musste dann weiter zu seinen Verpflichtungen.
Er ist aber doch größer als es im Fernsehen manchmal den Anschein hat, aber dennoch knapp einen Kopf kleiner als ich(1,93)    
Der zweite Höhepunkt fand dann im Stadion statt, als Marcelo Bordon begrüßt wurde.
Minutenlang standing Ovation und Bordon-Sprechchöre, ließen bei dem ehemaligen Schalker Abwehrchef mit der Nummer 5 die Tränen der Rührung kullern.
Er bedankte sich kurz, und kündigte sein offizielles Abschiedsspiel für den 9. Juli in der Arena an.
Unter riesengen Beifall verließ Marcelo Bordon wieder den Rasen. Den hätte man im Abwehrzentrum noch sehr gut gebrauchen können. 
Für mich persönlich kam das Beste des Tages zum Schluß.
Unser Jugendleiter der Schießgruppe teilte mir per Handy mit, das ich eigentlich mit unserem stellvertretenden Schießgruppenleiter um den Gewinn des Konrad-Hüneke-Pokal ein Stechen schießen müsste, wenn ich denn noch rechtzeitig erscheinen.
Wir waren zu dem Zeitpunkt kurz vor der Autobahnauffahrt GE-Buer, und ich sagte ihm, das wir in einer halben Stunde da sind, schließlich war 18.00 Uhr Anmeldeschluß.  
Unser König gab Gas. Cabriofahren bei Tempo 220 war auch für mich ein völlig neues Erlebnis.     
17.45 waren wir auf dem Schießstand.
Ein dreimaliges Stechen war nötig, ehe ich einen Topgegner besiegt hatte.
Die Einzelwertung der Schlingenschützen/Schützinnen konnte ich im Vorfeld auch für mich entscheiden.
Das Stechen habe ich im königsblauen Trikot samt Schal absolviert.
Blauweiße können also einen Pokal gewinnen, Nachahmung am 21. Mai erwünscht.

Allen Müttern einen schönen Tag, allen anderen natürlich auch, und tschüß, bis die Tage

R.A.

P.S.: Da wird wohl ein radikaler Umbruch auf der Alm nötig sein, um bei fast Null wieder anzufangen.
Da werden in Ostwestfalen doch sicher Kräfte gebündelt werden können, um bei diesem Traditionsverein zumindest Drittliga-Fußball zu ermöglichen.
Möglicherweise muß man sich da auf eine lange Durststrecke einstellen.
Traditionklubs wie 1860 München, Rot-Weiss Oberhausen z.B, hatten, oder aktuell Rot-Weiss Essen, haben dieses zweifelhafte Vergnügen.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: