Hallo liebe Leser!

Meine zweite Destination war Perth auf meiner Reise und ich bin wiedermal ungeplant und ungebucht am Mittwoch nach Perth geflogen, was tatsächlich drei Stunden gedauert hat, das hätte ich ja gar nicht gedacht. Aber die Australier haben immer Recht, wenn sie sagen, dass sich die Leute die Entfernungen überhaupt nicht einschätzen können in Australien. Was Entfernungen sind hab ich in meinem Perthaufenthalt auf jeden Fall kennen gelernt. An dem Mittwoch, als ich gelandet bin, hab ich im Bus in die Stadt zwei Mädels aus Österreich kennengelernt, die mir ein Hostel empfohlen, dass echt gut sein solle, wo es Pancakes for free zum Frühstück geben solle und wo sie sich bei ihrem letztem Aufenthalt echt wohl gefühlt hätten. Da dachte ich mir, gut, dann brauch ich ja nicht lange suchen, weil die Hostels hier alle so ungefähr den gleichen Preis haben. Ich also dahin, kam darein und fragte an der Rezeption, ob sie noch ein Bett für eine Nacht frei hätten. Der Typ sah etwas verwirrt aus und stotterte sich auch ein bisschen einen zurecht und es hakte auch ein bisschen bei Einchecken, was mir schon so ein bisschen komisch vorkam, aber nun gut er zeigte mir dann auch bald mein Zimmer. Als ich darein kam traf mich fast der Schlag. Ich wusste nicht wo ich stehen sollte geschweige denn wo ich meine Taschen hin packen sollte und mein Bett konnte ich auch nicht erkennen, weil überall Klamotten herumlagen und Sachen rumstanden. Er zeigte mir dann einfach ein Bett und das bezog ich mir dann. Ich war froh, dass ich nur eine Nacht gebucht hatte und als ich mir die Küche und das Bad ansah, wusste ich auch, dass ich auf keinen Fall länger bleiben würde. Das war echt ekelig. Mir wurde zwar von anderen Hostelbewohnern mitgeteilt, dass es auch Schlimmere geben würde, aber das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Naja, ich wollte mir eh erstmal die Stadt angucken und ging dann erstmal los. Da es dann auch schon recht spät am Nachmittag war, fingen die Läden schon an zu schließen und viel gab es nicht mehr zu sehen. Ich ging nur durch die beiden Fußgängerzonen um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. Zurück in meiner Kaschemmel angekommen, quatsche ich nur noch mit den deutschen Mädels von unserem Zimmer und ging auch früh zu Bett. Am nächsten Morgen, nahm ich nur schnell die Pancakes for free mit, checkte aus und machte mich dann auf den Weg um die Stadt noch mal genauer zu sehen und um als aller erstes natürlich erstmal einen Plan zu machen. Ich ging ins Visitor Centre und checkte einige Flyer und Broschüren um, wenn Michelle, die ich in Adelaide kennengelernt hatte, abzusprechen, wie lange wir ein Auto mieten wollen würden und wo wir genau hinfahren würden. Das hatten wir uns nämlich schon in Adelaide überlegt. Danach schaute ich mir den Bell Tower an, das größte Musikinstrument der Welt und dort konnte ich einige gute Fotos von dem Bell Tower selbst, aber auch von der Skyline von Perth machen. Dort direkt am Wasser, arbeitete eine von den deutschen Mädels von meinem Zimmer und sie hatte mir einen Kaffee versprochen, wenn ich sie besuchen würde. Also konnte ich dort ein bisschen in der Sonne sitzen und die schöne Aussicht auf den Swan River genießen. Ich wollte aber auch bald schon wieder los, weil ich ja eigentlich nur diesen einen Tag in der Stadt hatte und noch ein bisschen was sehen wollte. Also ging ich ins Western Australia Museum, ja ich bin total zum Museumsgänger geworden, wo ich mich ein bisschen umgeschaut habe und mir anschließend noch die ACDC- Austellung anguckte, die hier zur Zeit ist. Später nahm ich den kostenlosen Bus ( blue Cat) und fuhr zum Kings Park, wo ich erst ganz weit laufen musste um die vielen Treppen zu erreichen, die ich dann auch noch hoch musste. Aber als ich oben war, wurde ich mit einer wunderschönen Aussicht auf die Stadt, den Bell Tower, den Fluss und die Umgebung belohnt. Das war echt wunderschön. Perth hatte mich bis dahin noch nicht zu sehr überzeugt, aber der Blick von da oben, war echt toll. Da oben war dann auch noch ein Anzac- Denkmal, so wie man es ganz häufig vorfindet in Australien zum Gedenken an die gefallenen Soldaten im 2. Weltkrieg. Von da aus machte ich mich auf der anderen Seite wieder auf den Rückweg in die Stadt, wo ich nur zurück zum Hostel ging um meine Sachen zu holen und um mich dann mit Michelle zu treffen um in einem neuen Hostel einzuchecken. Wieder mal nichts vorher gebucht, betraten wir einfach das Hostel und fragten, ob sie noch zwei Betten für uns frei hätten. Alles kein Problem in einem 10er- Zimmer war noch was frei. Ja als wir das Zimmer betraten, kam uns ein strenger Männerdeo- Geruch entgegen und als wir uns so die Taschen und Klamotten ansahen, stellten wir fest, dass wir auf einem reinen Männerzimmer gelandet waren. Naja… , war ja wieder nur für eine Nacht. Abends kochten wir dann nur schnell und wollten dann im Internet ein Auto für den nächsten Tag buchen. Das war aber alles gar nicht so einfach und erreichen konnten wir zu der Uhrzeit auch keinen mehr um zu fragen, ob das auch alles so stimmt, was im Internet steht. Wir vershoben, das ganze dann auf den nächsten Morgen, riefen eine Nummer an, ließen uns die Adresse geben und fuhren zu dem Auto- Verleih um uns ein Auto abzuholen. Da Michelle 21 war bekamen wir wenigstens auch nen Auto. Unter 21 hat man eigentlich keine Chance, es sei denn ist Australier. Das heißt offiziell durfte ich das Auto auch gar nicht fahren, wie gesagt, offiziell. Wir bekamen unser kleines süßes orangenes Auto, ne kleine Knutschkugel und fuhren runter nach Fremantle unser erstes Ziel. Wir hatten uns so überlegt bis nach Albany so ein bisschen an der Küste entlang zu fahren, mehr oder weniger, mit vielen Stopps dazwischen um uns was anzugucken und von Albany wieder direkt nach Perth zurück zu fahren. Für alle die das jetzt auf der Karte angucken und denken es sieht nicht weit aus: Es ist weit!!! Alleine von Albany direkt nach Perth sind es über 400km. Aber erstmal ging es nach Fremantle und das ist nur 20km von Perth entfernt, also ein guter Einstieg in unsere dreitägige Autotour. In Fremantle sind wir als erstes ins Visitor Centre, haben uns ne Karte geholt und uns die Highlights einzeichnen lassen. Wir haben uns dann das Round House, die markets und das Gefängnis angeguckt. Fremantle erinnerte mich so ein bisschen an Byron Bay auch wenn es ganz anders aussah, aber es war trotzdem auch klein und süß und hatte ganz viele kleine Läden in der Einkaufsstraße. Danach ging es weiter nach Bunbury, wo wir übernachten wollten. Die Fahrt dauerte ca. zwei Stunden darunter und auf dem Weg versuchten wir schonmal ein Hostel zu buchen. Die sagten uns leider, dass alles Hostels voll wären, weil ein Konzert in der Stadt wäre, dass wir natürlich nicht wussten. Wir hatten uns schon damit abgefunden im Auto zu pennen, für eine Nacht ja kein Problem. Wir hatten ja bis jetzt nur komische Nächte in Perth. Wir wollten allerdings nicht ganz so wild parken, weil die Polizei herum fährt und kontrolliert und man richtig dick Strafe zahlen muss, wenn man erwischt wird. Wir suchten einen Campingplatz und bekamen da einen Abstellplatz und Dusche/WC dabei. Mehr brauchten wir eigentlich auch gar nicht. Eine Küche fanden wir auch vor und auf dem BBQ machten wir unser Fleisch fertig. Am nächsten Morgen gingen wir dann wieder als erstes ins Visitor Centre und holten uns wieder eine Karte mit den eingezeichneten Highlights dadrauf. Als erstes ging es zum Dolphin Discovery Centre, wo man wilde Delfine am Strand sehen konnte, wenn sie denn so nah kamen. Leider haben wir keine gesehen. Danach ging es zu einem Panorama Lookout, wo wir über ganz Bunbury drüber gucken konnte, ja gut, Bunbury ist jetzt auch nicht so groß, obwohl es angeblich die zweitgrößte Stadt in Western Australia sein soll. Danach hieß es auch schon wieder ab ins Auto und auf den Freeway weiter zu einem schönen Platz, wo man direkt aufs Meer gucken konnte: Cape Naturaliste . Dort machten wir einen kleinen Walk und schauten uns auch noch den Sugarloaf Rock an. Weiter ging es nach Magaret River, eine der schönsten Weinregionen in WA, wo wir uns allerdings eher die Strände anguckten, die spätnachmittags in ein schönes Sonnenuntergangslicht getaucht wurden. Von Bunbury nach Magaret River ist auch auch noch mal eine Stunde Fahrt, allerdings wollten wir noch ein ganzes Stück weiter und in Walpole schlafen, damit wir am nächsten Tag nicht so weit bis nach Albany fahren mussten. Auf diesem Weg, wo ich wiedermal am fahren war, passierten viele unglaubliche Sachen, wo wir auch einfach nur eine Schweineglück hatten. Kurz vor Pemberton wurden wir von der Polizei angehalten und ich musste pusten und mein internationaler Führerschein wurde gecheckt. Eigentlich kein Grund zur Panik, aber ich durfte das Auto ja eigentlich gar nicht fahren und wir hatten ein bisschen Angst, dass die Fahrzeugpapiere gecheckt werden oder sowas. Ich wollte noch schnell die Plätze tauschen, weil es eh schon dunkel war und die Polizisten noch andere Fahrer am checken waren, aber da stand schon einer an meiner Fahrertür und begrüßte uns ganz freundlich. Ich wäre fast gestorben. Es schoß mir soviel Adrenalin ins Blut, dass meine Hände so zitterten und man mir eigentlich schon von meinem Gesicht ablesen konnte, dass ich eigentlich nicht am Steuer sitzen sollte. Aber der Polizist war sehr nett, alles war im grünen Bereich und gab uns sogar noch ein paar Tipps, was wir uns angucken sollten, auf unserem Weg nach Albany. Nach ein paar mal tief durchatmen, ging es weiter und keine halbe Stunde später, als wir auf einer Straße waren, die durch einen Wald führte, sahen wir ein Känguru auf der Straße. Ich bremste ab, aber das Vieh bewegte sich keinen Meter, also wollte ich drumherum fahren, weil ich dachte, dass es dann nach links in den Wald springt, ja von wegen. Es sprang direkt auf die andere Fahrbahn, wo ich war zum Ausweichen und und ich bremste wieder und berührte das Känguru aber noch, das drehte sich einmal und sprang weiter in den Wald. Ich blieb voller Schock stehen, Adrenalin schoss wieder voll ins Blut und ich musste meine Schnappatmung erstmal wieder in den Griff bekommen. Dem Känguru ging es gut, es war nicht verletzt und es sprang auch noch ganz normal, soviel konnten wir sehen, aber ich hatte Angst, dass was am Auto war. Wir fuhren aber erstmal weiter und mussten das erstmal verdauen und uns fragen, ob das gerade wirklich passiert war. Es stand aber auch einfach da und bewegte sich nicht vom Fleck und als ich es umfahren wollte, sprang es mir voll in den Weg. Das hat es bestimmt extra gemacht… Als wenn das nicht schon Aufregung genug, nach so einem langen Tag war lief keine zehn Minuten später ein Opossum über die Straße und ich hörte Michelle nur „Stopp“ rufen, realisierte das aber gar nicht und sah auch das Opossum viel zu spät. Dieses lief mir natürlich auch mitten in die Fahrbahn und es sagte nur zweimal Bumm Bumm auf der rechten Seite und das Opossum erreichte nicht mehr die andere Straßenseite. Auch da sind wir einfach weitergefahren. Ich meinte zu Michelle ob sie das Tier noch quietschen gehört hätte und sie guckt mich nur mit ganz großen Augen an und meinte nur: „ Ich wollte gerade sagen, wie süß das aussah!“. Das war dann der dritte Streich und wir wollten einfach nur noch in unserem Hostel ankommen, was dann auch ohne weitere Zwischenfälle klappte.

Am nächsten Morgen ging es wieder früh los, weil wir ja noch weiter bis nach Albany wollten und wir starteten unsere Tour mit einem kleinen Walk durch einen Wald zum Giant Tingle Tree, der ganz lustig aussah und eine ganz außergewöhnliche Form hat. Aber von diesen Bäumen gibt es recht viele in Australien. Weiter ging es zum Tree Top Walk, wo wir über ein Gerüst, teilweise 40 Meter über der Erde wanderten und uns die Baumkronen angucken konnten! Auch hier fanden wir verschieden geformte Bäume, bei denen wir wieder schöne Fotos machen konnten. Unser nächstes Ziel war Denmark, den Ort schauten wir uns an, weil der Polizist meinte, dass es dort echt schön wäre. Auf dem Weg dorthin, lief uns ein Emu über den Weg, aber diesmal konnten wir wenigstens rechtzeitig reagieren und fuhren schön langsam und gaben dem Emu die Zeit, wieder in den Wald zu sprintenl. In Denkmark, wir wieder ins Visitor Centre rein, Karte geholt, Highlights abgeklappert. Es war ganz nett und wir hatten auch eine schöne Aussicht auf einen Strand, aber das wars dann auch schon. Endlich in Albany angekommen, hatten wir mehrere Highlights, die wir uns alle im Crash- Kurs ansehen mussten, damit wir nicht allzu spät nach Perth kamen. Als erstes fuhren wir einen kleinen Berg hoch, wo wir einen Panorama- Ausblick über ganz Albany, den Hafen und das Meer hatten. Das war echt schön, man konnte in jede Richtung schauen und sah trotzdem immer was anderes. Hier schnell Fotos aufgenommen ging es dann die Hauptstraße entlang, zum Dog Rock, der wie ein Hundekopf aussah. Das Entertainment Centre, welches ein ganz kleines bisschen an das Opera House erinnerte, mit ganz viel Phantasie, konnte man als Wahrzeichen von Albany verstehen. Der Anzac Peace Park, hatte es uns ein bisschen angetan, weil es sich schon irgendwie lustig anhörte mit dem Peace inner Mitte, aber wenn man es übersetzte, war es gar nicht mehr so lustig. Dieser Park war auch in Gedenken an die Soldaten vom 2. Weltkrieg angelegt worden. Albany ist echt ganz nett und dafür dass es eigentlich nur ein größeres Dörfchen ist recht gemütlich. Danach hieß es dann auf nach Hause, viereinhalb Stunden nach Perth zurück. In diese drei Tage hatten wir schon verdammt viel reingequetscht, aber das war noch nicht alles, denn am nächsten Tag wollten wir noch 200 km in den Norden fahren um uns die Pinnacles (Pinnekels ausgesprochen) anzugucken. Das taten wir dann auch und auf ging es wieder, ab ins Auto und los. Auf dem Weg zu den Pinnacles fuhren wir durch eine wirklich wunderschöne Landschaft, die sich auch immer wieder veränderte und wir hatten teilweise sogar Ausblick aufs Meer und auf Sanddünen. Die Pinnacles sind Steine, die aus der Erde kommen und eigentlich gar nicht so interessant, aber man glaubt gar nicht von was man sich als Tourist alles begeistern lässt. Man ist sich nicht ganz sicher wie diese Steine entstanden sind, aber man hat einfach mal eine Touristenattraktion daraus gemacht. Eine ganze Wüste voller Pinnacles, man sah weit und breit nichts anderes. Erst machten wir einen kleinen Walk und nachher fuhren wir auch nochmal mit dem Auto durch. Danach ging es wieder zurück nach Perth.

Ich hätte auch noch gerne den Wave Rock gesehen, der wie eine Welle aussieht, aber der ist ca. viereinhalb Stunden Inland und dafür hatten wir leider keine Zeit mehr. Aber ich denke, dafür, dass ich nur 5 Tage hatte hab ich doch recht viel gesehen von Westaustralien. Montagnacht bin ich dann nach Cairns geflogen und bin jetzt gespannt, was mir meine letzte Woche in Australien so bringt. Ihr werdet von mir hören und wie gesagt, über Kommentare würde ich mich echt freuen.

Viele liebe Grüße aus Perth, Albany und den Pinnacles.


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