Hier bin ich auch schon wieder. Das ging doch jetzt wohl mal richtig flott, oder? Ich bin so stolz auf mich. Hach. Haha, nein, eigentlich schreibe ich auch nur jetzt schon wieder, weil mir das Ganze sonst über den Kopf wachsen würde und der nächste Eintrag dann zehn Seiten lang werden würde, damit ich auch alles erzähle. Wird wahrscheinlich jetzt schon ziemlich lang. Lalala.
Das letzte Mal habe ich ja ausschließlich von Vegas erzählt, also fange ich am besten einfach mal da an, wo ich aufgehört habe.
Denn das Wochenende, an dem ich wieder zurück kam, war ja auch noch Ostern. Und meine Gastfamilie geht, ganz traditionell, zu Ostern immer zur Mitternachtsmesse. War für mich natürlich super nach dem vielen Schlaf in der Nacht davor. Nicht. Aber man will seine (Gast-)Familie ja glücklich machen; also bin ich um kurz vor 10 schick angezogen mit ihnen losgefahren. Die Messe, zu der wir gegangen sind, war in einem Mönchskloster, also wurde auch der ganze Gottesdienst von den Mönchen vorbereitet und durchgeführt. Sie fing auch schon um halb 11 und nicht erst um Mitternacht an, war dafür aber auch knappe drei Stunden lang. Könnt ihr euch das vorstellen? Drei Stunden Kirche?! Ich konnte es auf jeden Fall nicht. Und dann auch noch mit meinem akuten Schlafmangel. Da war das Einschlafen ja praktisch schon vorprogrammiert. Allerdings war es nicht so schlimm wie erwartet und hat sich auch nicht so sehr in die Länge gezogen (oder ich habe die Hälfte verschlafen, das weiß man natürlich nicht ;)). Zu Beginn der Messe sind alle Messeteilnehmer mit dem Pfarrer voran aus der Kirche ausgezogen, um draußen das Osterfeuer anzuzünden. Das war allerdings nicht wie diese großen Osterfeuer in Deutschland sondern nur so ein ganz kleines Feuerchen. Da standen wir dann erstmal alle drum herum und haben gesungen. Ich liebe die Kirchenlieder hier ja. Die sind so viel toller als in Deutschland. Teilweise richtig modern. Ich hab inzwischen sogar schon einige auf meinem I-phone, weil ich sie einfach so schön finde. 🙂
Danach hat jeder eine Kerze bekommen, und nachdem der Priester die große Osterkerze angezündet hatte (hat ihm wegen des Windes drei Versuche gekostet), wurde das Licht dann an alle weitergereicht, bis hinterher alle mit einer brennenden Kerze wieder in Kirchen eingezogen sind. Das war der schönste Teil der Messe. Der Rest bestand aus Sage und Schreibe sieben Lesungen. Und nach jedem haben die Mönche ein Lied gesungen, aber so langsam und eintönig… da sind mir jedes Mal die Äuglein zugefallen und ich muss wohl immer ziemlich zusammengezuckt sein, denn das Liederbuch ist mir zweimal auf den Boden gerutscht. Peinlich…
Nach der Messe kam dann der beste Teil des Abends/ der Nacht. Das „Mitternachtsmahl“. Cookies und Brownies und Kuchen und was weiß ich nicht noch alles. Da habe ich dann auch noch Alyssa getroffen und wir saßen zusammen auf einem Mäuerchen und haben Sterne geguckt. Sogar zwei Sternschnuppen haben wir gesehen. Ich hoffe mal sehr, dass meine zwei Wünsche in Erfüllung gehen. 🙂
Um drei Uhr lag auch ich dann endlich mal im Bettchen und kam auch bis 12 Uhr am nächsten Tag nicht mehr raus. Am Ostersonntag kamen dann noch Shannon und Greg und ein bisschen andere Familie vorbei und wir haben nett zusammen gesessen und gegessen. Zum Glück gab es kein Lamm. Das war ja so meine Befürchtung, wo hier ja alles so traditionell gehalten wurde an Ostern. Aber meine Gastmama mag zum Glück auch kein Lamm, da blieb mir das erspart. Ich glaube, da hätte ich mich auch sonst geweigert. 😉 Elsie war leider noch nicht aus dem Krankenhaus raus, also war es ein relativ ruhiges, gemütliches Ostern. Genau das richtige für mich zum Ferienende nach der anstrengenden Woche. 🙂
Die nächsten 2 ½ waren dann ziemlich vollgestopft mit Schule, Tests, Swimm Meets und, und, und.
Passend dazu wurde das Wetter auch immer besser und ich war fast jeden Tag nach der Schule noch am Strand oder so irgendwo unterwegs. Ich hoffe, dass verzeiht etwas die lange Wartezeit. Ich muss mein Leben hier ja auch ein bisschen genießen und kann nicht nur vor dem Laptop hängen. 😉
Dazu kam noch, dass sich bei mir nach den Osterferien total das Feriengefühl eingestellt hat. Ich kann euch sagen, sehr kontraproduktiv, wenn man noch über zwei Monate Schule vor sich hat. Vielen anderen ging es allerdings genauso wie mir. Das lag zum einen am Wetter und daran, dass eine Woche Osterferien einfach zu kurz waren und noch keiner wieder bereit war, zurück in die Schule zu gehen, zum anderen an unserem total verdrehten Stundenplan. Genau die Woche nach den Ferien hatten wir an unserer Schule, genauso wie an allen Schule in dieser Region, nämlich Star Testing.
Das ist sowas wie die PISA Studie, aber eben nur für Kalifornien, und, natürlich, mal wieder Multiple Choice. Getestet wurde in Geschichte, Englisch, Mathe und Naturwissenschaften. Und dass dann jeweils für vier Stunden. Vier Stunden kleine Kreise ausmalen, yay! Danach hatten wir dann noch jeweils zwei Periods, die jeweils eine Stunde lang waren und das war dann unser Schultag. Und jetzt frag mich nochmal einer, warum ich das Gefühl hatte, ich würde in die Sommerferien entlassen werden. 😉

Den Dienstag nach Ostern ist dann aber noch was ganz Tolles passiert. Elsie ist nach Hause gekommen! Das war besonders toll, weil es genau an Shannon und Gregs Hochzeitstag war. 🙂
Jetzt ist der kleine Pups endlich daheim, hält die frischgebackenen Eltern ordentlich auf Trab und war sogar schon einmal hier in Bonsall zu Besuch. Das war auch was. Shannon und Greg sind mit Elsie über Nacht geblieben und sahen aus, als hätten sie vor das Land zu verlassen. Sooo viel Kram und alles nur für so ein kleines Baby. Ich habe die Kleine jetzt auch schon ein paar Mal auf dem Arm gehalten. Beim ersten Mal hatte ich echt so Angst, dass ich irgendwas falsch mache oder so und ihr weh tue. Und jetzt habe ich sie letztes Wochenende sogar schon mit der Flasche gefüttert.  Aber das ist echt so ein süßer Knuff. Wenn man lacht, dann fängt sie auch immer an zu Grinsen, oder wenn man ihr einen Finger gibt, dann hält die den immer richtig fest und lässt gar nicht mehr los. Man sollte gar nicht glauben, dass so ein kleines Wesen so viel Kraft hat. 😉 So richtig gesund ist Elsie aber immer noch nicht. Sie hat nach wie vor so schlimme Verdauungsprobleme; macht also keine Bäuerchen und so weiter. Dadurch ist ihr Bauch total angeschwollen und hart,  da sich da die ganze Luft drin ansammelt. Arme Kleine. Aber auch das geht immer weiter bergauf. Und glücklicherweise nimmt sie auch fleißig zu, und desto kräftiger sie wird, desto schneller kommt sie über diese Probleme hinweg. Ich finde es irgendwie immer noch unglaublich, dass so ein kleines Geschöpf überleben kann, obwohl es schon so viel durchmachen musste. Eigentlich sollte Elsie erst letztes Wochenende auf die Welt kommen und jetzt ist sie schon sieben Wochen alt. Ein kleines Wunder. 🙂
Und noch eine gute Nachricht: Ich darf jetzt sogar Fotos reinstellen. Habe Shannon und Greg extra um Erlaubnis gefragt und solange ich keine Fotos von ihren ersten Tagen, als sie noch im Krankenhaus war, reinstelle, ist das kein Problem. Also gucke ich jetzt mal, dass ich ein paar schöne Babyfotos kriege. 🙂

Ansonsten waren meine Wochenenden hier immer ordentlich ausgefüllt. Ein Wochenende war ich mit Barbara in Sea World. Das war auch was. Wir sind morgens schon um 11 Uhr losgefahren und kamen erst abends um 9 Uhr oder so wieder. Ich habe jetzt einen neuen Traumberuf. Delphintrainerin. Haha, nein Spaß. Aber mich faszinieren diese Tiere wirklich total. Ich würde total gerne mal mit Delphinen schwimmen. So richtig im offenen Meer und nicht in einem Minischwimmbecken in Sea World. 😉 Vielleicht habe ich ja noch Glück…ein paar Wochen am Pazifik habe ich ja noch. Neben den Delphinen gab es auch noch Seerobben, Eisbären, Pinguine, und natürlich Orkas zu sehen. Letztere sind ja riesig! Wir saßen in der zweiten Reihe und wenn die dann direkt vor dir aus dem Wasser gesprungen sind… holla die Waldfee… so einen möchte ich dann doch nicht in freier Wildbahn treffen. 😉 Am späten Abend haben wir dann noch einen Skyride über die Bay gemacht. Das war vielleicht schön. Mit dem Meer unter uns und den Lichtern von San Diego, die sich bis ins Unendliche zu erstrecken schienen (Achtung, Kitschalarm! ;)). Zum krönenden Abschluss waren Barbara und ich dann noch in der River Rafting Wasserbahn. Und beim Anstehen meinte einer schon, dass man da drin wirklich patsche nass wird. Wir im natürlich nicht geglaubt, fröhlich ins Bötchen reingesetzt und losgetuckert. Alles war gut…bis zur ersten Kurve. Danach war vorbei. Ich war echt klatschnass hinterher. Meine Haare, mein T-shirt, meine Hose. Alles triefte nur so. Oh man. Dann haben wir uns gedacht, naja, nasser können wir ja jetzt nicht mehr werden, also noch eine Runde gefahren. Und noch eine. Und danach war mir zu kalt. 😉 Es ist aber auch nie einer so nass geworden wie ich. Das dumme Boot hat sich nämlich immer gedreht und jedes Mal, wenn wieder so eine Ladung Wasser kam, saß ich genau so, dass ich alles abgekriegt habe. War ja klar. Immer auf die armen Deutschen. Menno. Nein Spaß. 😉 Als wir dann um 22 Uhr endlich mal zu Hause waren, haben wir uns erstmal noch zum aufwärmen mit heißer Schokolade aufs Sofa gesetzt und Psych geguckt. Eine meiner neuen Lieblingsserien. Das ist echt einfach nur hilarious! Ich weiß gar nicht, ob es das in Deutschland überhaupt gibt…könnt ihr ja mal nachgucken. 🙂
Mein nächstes Wochenende war auch schon wieder mehr als verplant. Am Freitagabend haben wir Mädels vom Schwimmteam eine Überraschungsparty für Chelsea, die ebenfalls „zu uns“ gehört, geschmissen. Also war ich nach der Schule ungefähr 15 Minuten zuhause und konnte mich ein bisschen fertig machen, dann kam auch schon Aimee und hat mich abgeholt. Gefeiert haben wir in dem Haus von Chelsea’s Papa. Der hatte seine Tochter zu einem Geburtstagsessen ausgeführt und in der Zeit haben wir dann das ganze Haus dekoriert. Fünf Minuten bevor Chelsea und ihr Papa wiederkamen, hat ihr Papa kurz eine SMS geschrieben und wir haben uns alle neben der Tür versteckt, das Licht ausgemacht, und versucht mucksmäuschenstill zu sein. Als die Tür dann aufging sind wir alle rausgesprungen, haben mit unseren Geburtstagströten getrötet und Chelsea mit Konfetti besprüht. Die Arme hat sich so erschrocken, die wusste erstmal gar nicht, was los war. 😉
Wir haben dann fast den ganzen Abend Just Dance gespielt. Tolles Spiel, nur mal so am Rande. Um 22 Uhr ist uns dann eingefallen, dass wir ja eigentlich noch im Nachbarschaftspool eine Runde schwimmen gehen könnten. Also alle Mädels ab in die Bikinis und dann nur mit Handtüchern durch die halbe Nachbarschaft gelaufen. Gut, dass es schon dunkel war. Dann hat aber eine von Chelseas Freundinnen, die wir alle nicht kannten, an die Haustür eines Nachbarn geklopft. Und wir anderen haben es erstmal gar nicht mitbekommen, bis auf einmal dieser riesige Hund aus der Tür rauskam, und direkt hinterher so ein alter, griesgrämig guckender Mann stand. Oh man. Da sind wir dann aber alle flott geworden. Der Hund hat uns aber logischerweise gehört, also haben wir uns einfach hinter dem nächsten Auto versteckt und gewartet, dass die wieder reingehen. So wie es jeder normale Mensch machen würde, wenn an seiner Tür Klingelmäuschen gespielt wurde. Herr Griesgram hatte aber wohl einen besonders griesgrämigen Tag und hat erstmal angefangen, die Straße rauf-und runter zu laufen. MIT seinem Riesenhund. Und ich habe mir nur gedacht, wenn der uns jetzt entdeckt, dann ruft der bestimmt die Polizei und dann würde ich doch ernsthaft zwei Monate eher nach Hause geschickt werden. Neeeein! Ich habe echt Stoßgebete zum Himmel geschickt, dass der seinen Hund nimmt und sich wieder in sein Haus verzieht. Und der liebe Gott hat sie wohl gehört, denn kurz vor unserem Versteck hat Herr Griesgram wirklich aufgegeben und hat umgedreht. Tja. Jetzt zeigt sich, wofür jeden Sonntag in die Kirche gehen gut ist. 😉 Danach sind wir zum Glück auch ohne weitere Zwischenfälle zum Pool gekommen und haben eine schöne Stunde plantschend verbracht. Das Wasser war sooo schön warm. Wir dachten echt, dass es super kalt sein würde, aber das war eher so Badewannentemperatur. Sehr angenehm. 🙂
Am nächsten Morgen, also am Samstag sind meine Gastschwester, Greg und Elsie zu Besuch gekommen. Elsie blieb dann mit Barbara und Jim zuhause und ich bin mit Shannon und Greg zum Bernardo Winery Fair gefahren. Das war schon sehr süß. Früher wurde dort eben Wein hergestellt und diese ganzen alten Gebäude und auch viele der Gerätschaften sind noch erhalten. Überall mittendrin sind dann Stände, an denen man alles kaufen kann. Von Küchenschürzen über Lampen bis hin zu Handtaschen. Alles halt. Und natürlich, da es ja ein Winery Fair ist, gab es auch einige Stände, an denen man Wein probieren und auch kaufen konnte. Greg hatte schon auf dem Hinweg die ganze Zeit rumgewitzelt, dass Shannon und er sich direkt am Anfang erstmal mit Wein voll laufen lassen, und ich sie dann zurückfahren kann. Ja, gerne doch. Haben sie aber natürlich nicht gemacht. Ein Fläschen Wein wurde aber trotzdem gekauft und, böse, böse, ich habe auch ein paar Schlückchen getrunken (ich hoffe niemand von meiner Organisation liest das…wenn doch, bitte verzeiht mir und lasst mir meinen letzten Monat hier noch ;)). Ich kam mir richtig schlecht vor. Und dabei habe ich echt nur ein, zwei Schlucke probiert. Oh man. Ich werde noch voll die Moralapostel, wenn ich wiederkomme. 😉
Nach dem Winery Fair war ich für vielleicht zehn Minuten zuhause und habe geholfen, Elsie zu wickeln. Ich bin jetzt bald Pro in Sachen Baby! 😉 Danach ging es zum Bunco mit den Mädels vom Schwimmen. Wir haben uns alle im Garten unseres Trainers getroffen, erstmal gegessen, und dann gewichtelt. Hier wird aber ein bisschen anders gewichtelt, als in Deutschland. Wenn einer sein Wichtelgeschenk genommen hat, und ein anderer denkt, oh, das könnte mir aber auch gefallen, dann darf er das Geschenk klauen. Allerdings darf jedes Geschenk nur einmal geklaut werden, und der Beklaute darf sich dann natürlich auch ein neues Geschenk aussuchen. In meinem Paket waren Süßigkeiten, ein Fallbrook Swim Pulli und… Duschgel. Nee, ne. Gut, dass ich nicht noch zwei Flaschen Duschgel hier rumstehen haben. Ich weiß gar nicht, warum die Leute immer alle Duschgel verschenken müssen. Wie soll ich denn jetzt in einem Monat drei Flachen Duschgel aufbrauchen? Und das ist auch noch alles so teures Zeug, das will ich auch nicht hier lassen. Da wird wohl ab jetzt immer extra viel benutzt. 😉 Nach dem Wichteln kam dann der „Bunco“ Teil unserer Bunco Party. Bunco ist nämlich ein Würfelspiel. Ja, habe ich vorher auch noch nie was von gehört. Alle anderen aber natürlich schon. Hachja, die unwissende Deutsche wieder. Also basically hat man vier Tische, an denen je vier Leute sitzen. Jeder Tisch bekommt drei Würfel, die dann jeder Teilnehmer alle auf einmal würfeln muss. Man spielt immer zusammen mit der Person, die einem gerade gegenüber sitzt; es gibt also keine festen Partner. So viel zur Ausgangssituation. In der ersten Runde muss man dann zusammen mit seinem Gegenüber mit den drei Würfeln, die man hat, drei Einsen würfeln; natürlich vor den zwei Gegnern am eigenen Tisch. Wenn man es schafft, dass alle drei Würfel eine Eins zeigen, hat man ein „Bunco“ und gewinnt automatisch die Runde. Ansonsten würfelt man solange bis ein Paar zwanzig Mal die Eins gewürfelt hat. Dann ziehen alle Gewinnerteams einen Tisch weiter; haben aber in der nächsten Runde dann einen anderen Partner. In Runde Nummer zwei gilt das gleiche System; nur muss man diesmal Zweien würfeln, in Runde drei dann Dreien und so weiter und so fort. Das Ganze kann beliebig lange gespielt werden. Am Ende gab es Preise für die meisten Gewinne, die meisten Buncos und auch für die meisten Verlierer. Okay, dass hört sich jetzt an wie ein langweiliges alte Leute Spiel (nichts gegen ältere Personen an dieser Stelle), aber wenn man da dann mit zwanzig Mädchen oder so sitzt und alle am Kreischen sind, weil sie unbedingt die richtige Zahl würfeln wollen und irgendwann anfangen, mit den Würfeln zu reden… ja, dann macht das schon Spaß. 😉

Meine nächste Woche hat dann größtenteils nur noch aus Schwimmen bestanden. Es geht nämlich auf das Ende der Saison zu und in dieser Woche war so zu sagen das Highlight. League Prelims und Finals. Die Viertelfinals blieben uns ja zum Glück erspart, weil wir ja vorher alle Duelle gewonnen haben, aber bei den Halbfinals, also den Prelims, mussten wir dann auch wieder ran. Und meine Güte, war ich aufgeregt. Das war echt schon nicht mehr schön. Ich glaube, so aufgeregt und nervös war ich noch nie vor einem Wettkampf. Ich hab mir nur immer gedacht, was passiert, wenn du jetzt eine schlechte Zeit schwimmst, und uns dann am Ende diese Punkte zum Sieg fehlen. Paaaanik!!
 Es waren zwar erstmal nur Halbfinals, aber in denen musste man sich schon für das Finale qualifizieren. Nur die besten Zwölf kamen weiter. Und ich bin sowohl in meinen 200 Lagen und den 100 Brust reingekommen. Yay! In der Lagenstaffel waren wir sowieso drin. Da sind wir echt beast, auch wenn das jetzt eingebildet klingt. 🙂 Das Halbfinale haben wir dann auch mit über 100 Punkten Vorsprung gewonnen und alle durften auch wieder im Finale schwimmen, waren also unter den ersten Zwölf. Das war am Dienstag. Am Mittwoch haben wir dann erstmal Fotos gemacht. Da kam richtig ein professioneller Photograph und hat erst von allen zusammen ein Foto gemacht, dann von den jeweiligen Teams, also Jungs, Mädchen, Varsity, JV… Und dann noch Einzelfotos für die, die eins haben wollten. Wollte ich natürlich. Ich bin ja schließlich nur einmal hier. 🙂 Die sind sogar echt gut geworden. Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines Teamfotos, eines Varsity Girls Fotos und ein paar kleinen Vivi-Fotos. 🙂 Und dann haben wir noch ganz viele Fun Pictures machen lassen. Die werde ich allerdings nicht kaufen. Allein die Bilder jetzt haben alle zusammen schon über $30 gekostet. Ehm. Sehe ich so aus, als hätte ich zu viel Geld? 😉
Am Freitag wurde es dann ernst. League Finals. Ich konnte am Abend vorher schon nicht einschlafen und morgens kaum was frühstücken, weil mir echt schlecht vor Aufregung war. Von den vier Stunden Schule, die wir dann noch hatten, habe ich so gut wie nichts mitgekriegt. Und dann ging es auch schon los, in den Bus, auf zu unserem wichtigsten Meet dieser Saison. Unsere Saison. Und meiner Saison, irgendwie. Das einzige Jahr, an dem ich im Schwimmteam bin und wir gewinnen nach über dreißig Jahren endlich wieder das Banner und den Pokal… und ich wäre dabei gewesen, hätte sogar geholfen. Wie toll wäre das denn bitte? Und es war in dem Moment, als wir uns aufwärmten, noch nicht mal mehr ein ferner Wunschtraum, wie am Anfang, sondern zum Greifen nahe. Nur noch dieses eine Meet gewinnen, und wir hätten alles gewonnen. Das sollte doch nicht so schwer sein, oder? Oder? Denn dann waren da auf der anderen Seite wieder diese Zweifel. Wie oft waren wir schon so nah dran gewesen, alles zu gewinnen, und hatten es dann doch nicht geschafft…. Allerdings nie so nah wie jetzt. Ich weiß echt nicht mehr, was ich in der Zeit vom Aufwärmen bis zu unsere Lagenstaffel gemacht habe, doch auf einmal mussten wir schon zum Start… und dann war es so schnell wieder vorbei; ich hatte das Gefühl, ich wäre fast gar nicht geschwommen. Das war dann schon mal unser erster „Erster Platz“. Wie gesagt, in dieser Staffel sind wir beast. 😉 Und dann…dann ging es irgendwie immer so weiter. Nicht immer erster Plätze, aber vierte, fünfte, sechste Plätze. Das war schon die ganze Saison unsere Stärke. Wir haben nicht diese zwei, drei Schwimmer, die super gut sind, und der Rest des Teams suckt, bei uns waren irgendwie alle immer im oberen Mittelfeld. Was auch automatisch hieß, dass wir alle brauchten, um zu gewinnen. Was uns als Team noch stärker hat zusammen wachsen lassen. Währen des Finales hatten wir bis zum Ende keine Ahnung über den Punktestand, es konnte also praktisch jeder Erster geworden sein. Doch als dann die Ergebnisse bekannt gegeben wurden, und es beim sechsten Platz anfing, wurde kein Fallbrook aufgerufen…bis zum zweiten Platz. Da wurde dann eine Pause eingelegt. Und dann: Und auf dem zweiten Platz, mit etwa 100 Punkten Abstand zum ersten Platz ist… San Pasqual!! (Und das heißt, dass Fallbrook High School den Titel gewonnen hat.) Der Satz ist dann allerdings schon in unserem Jubel untergegangen. Das war echt soooo ein tolles Gefühl. Dann wurde für uns noch die Nationalhymne gespielt, und ich habe natürlich erstmal angefangen, mit Jacquie und Gaby zu heulen. Meine erste und einzige Season mit diesem wunderbaren, tollen Team war mit dem League Finals irgendwie schon am Ende angekommen. Es würden zwar noch die CIF Finals kommen, aber der Höhepunkt war definitiv das hier. So viel wollte und konnte ich da aber auch gar nicht drüber nachdenken, zumindest in dem Moment noch nicht (das hab ich dann lieber abends im Bett gemacht und in mein Kissen geweinerlt, haha ;)). Dafür war ich viel zu aufgeregt und glücklich und keine Ahnung. Wir waren wirklich alle so aufgedreht, wir sind alle nur noch rumgesprungen und haben uns alle zigmal umarmt. Auf der Busfahrt nach Hause war natürlich Party angesagt. 🙂 Der Busfahrer ist extra mit uns durch Fallbrook gefahren und alle Leute, die uns gesehen haben, haben uns erstmal zugejubelt. Das war schon toll. Ich kann immer noch nicht glauben, dass das jetzt alles vorbei sein soll und ich NICHT nächstes Jahr wieder dabei bin, so wie ich es eigentlich sein sollte. Und ich höre jetzt besser auf, davon zu schreiben, sonst fange ich hier gleich wieder an zu heulen und ruiniere hinterher noch meine Tastatur. Was natürlich fatal wäre, dann gäbe es nämlich keine Blogeinträge mehr. 😉

Was ich hier, nicht nur beim Schwimmen, aber eben besonders dort, gelernt habe, ist, dass man alles, wirklich alles schaffen kann, wenn man nur wirklich daran glaubt, und es schaffen will. Das es ganz egal ist, was andere Leute sagen, ob sie daran glauben, oder nicht, denn das Wichtigste ist, dass man selbst daran glaubt. Vor einem halben Jahr hätte keiner daran geglaubt, dass wir am Ende League Champs sein werden. Vor 1 ½ Jahren hat keiner daran geglaubt, dass ich wirklich nach Amerika gehen würde. Und doch ist beides wahr geworden. Was zeigt, dass es sich lohnt, für seine Träume und Ziele zu kämpfen und nicht aufzugeben. 🙂  

   PS.: Prom und CIF Bericht kommt im nächsten Blog, ich wollte es nur nicht noch mehr in die Länge ziehen. 😉


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