I’m so so so so sorry! Ich wollte schon letzte Woche schreiben, aber mein Kopf ist so voll. Ich bin dauernd busy mit irgendwelchen Dingen und vergesse alles. Tut mir total Leid. Also fangen wir mal von vorne an:

Am 17. war St. Patricks Day. Ich habe hier nix von gemerkt, da ich gearbeitet habe. In New York war eine riesen Parade, aber bei uns in Boston, der Iren Hochburg, war die Parade am Sonntag. Ich sag euch das war nen Ding. Natascha und Ich waren am Abend vorher in einem Club (Royale) feiern. Der Club ist einfach der wahnsinn! Mit nix in Hamm, Dortmund oder Münster zu vergleichen. Sie haben riesige Kronleuchter, zwei Stockwerke, vom oberen kann man auf die Tanzfläche schauen, die Bars sind riesig und davon gibts gleich mehrere, Tänzerinnen überall, Sofas stehen rum und im zweiten Stock gibt es riesige (so 3m hohe und 1,5,m breite) Spiegel. Ich sag euch: der Wahnsinn. Jedenfalls sind wir um kurz vor 11 im Club angekommen und bis 11 waren Lady’s frei. Da haben wir uns erstmal gefreut. Im Club ging es auch schon richtig ab. Die Tanzfläche voll und alle schon gut angeheitert. Wir haben uns dann nen Drink gegönnt und sind auch auf die Tanzfläche. Uns haben super viele Kerle im laufe des Abends angemacht, aber das kannste ja alles vergessen. Amerikaner haben fast Sex auf der Tanzfläche und das ist keine Übertreibung! Es ist echt wahnsinn. Man wird auch nicht angetanzt, wie man das in Deutschland kennt, nein, man wird am Arm von dem Kerl gezogen, damit man für ihn tanzt und nicht mit ihm. Davon halten wir beide nichts, also haben wir zusammen getanzt. Achja, die Kleider der Mädels enden immer genau unter’m A.. und von dem Mädel neben mir konnte ich sogar die Farbe der Unterwäsche erkennen. Nett, oder?! 😀 Sonst wurde ich den ganzen Abend von Japanern verfolgt. Echt unmöglich, ich kam mir vor als würden die mich stalken. Immer war neben, hinter oder vor mir einer. Zwei haben mich auch angesprochen und mich gefragt, ob ich mit ihnen tanzen wolle, aber ich lehnte dankend ab. Das waren sicher Touristen, die das erste Mal in so einem Club waren. Als Unterhaltung gab es dann Tänzerinnen, die halbnackt in weißer Unterwäsche und desweiteren überall rote Farbe, was aussah wie Blut, tanzten. Ich fand’s ja irgendwie makaber. Whatever, um zwei ging das Licht an (!!) und die Musik aus(!!). Könnt ihr das glauben? In Deutschland geht es da erst los und hier ist dann zu Ende. Das ist der Nachteil an Boston. Wir dann auch aus dem Club und davor war erstmal die mega Schlägerei, bis die Polizei kam. Aber der Typ sah nicht gut aus, die Nase war bestimmt gebrochen und Blut hat er auch gespuckt. Pfui. Wir haben dann 45 (!) Minuten gebraucht, bis wir nen Taxi bekamen und nach Hause fahren konnten. Uns war so kalt & wir waren so froh als wir zu Hause waren! =)

Am Sonntag war dann die St. Patricks Day Parade. Da wir vorher feiern waren und erst um 5 ins Bett sind, haben wir bis 10.30 geschlafen, uns fertig gemacht, Pizza zum Mittag/Frühstück gehabt und dann kamen schon die andern Mädels. Sind dann mit der T(das ist die Straßenbahn in Boston) in die Stadt gefahren zur Park Street(die älteste Station Amerikas). Und da war es super voll. Man konnte vor lauter Menschen nichts mehr sehen. Haben dann auf die nächste T gewartet. Beim Einsteigen verloren wir Natascha. Wir haben uns auch bis nach der Parade nicht mehr gefunden. 🙁 Ich bin mit den andern Mädels dann zum Ende der Paradenstrecke gefahren und wir sind der Parade entgegen gelaufen. Natürlich hatte ich grüne Sachen an, denn so gehört es sich an St. Patricks Day. Nach einiger Zeit mussten wir dann mal auf’s Klo. Also suchten wir, aber da waren ja nur Wohnhäuser, bis wir irgendwann eine Firestation gefunden haben. Dort durften wir dann auch die Bäder benutzen und haben noch ne kostenlose Führung bekommen. Anschließend begegneten wir einem Polizisten, der so nett war und uns auf sein Motorrad sitzen lassen hat! Echt cool! Die sind super bequem! Dann fing auch schon die Parade an. Es kamen die Navy, Army und ich weiß nicht wer alles. Politische Leute waren auch dabei. Chinesen waren dabei. Es liefen so viele verschiedene Menschen. Einige waren als Star Wars verkleidet und die haben das echt verdammt gut gemacht! Aber allgemein haben die Amerikaner wieder viele Flaggen und Waffen gezeigt und es war mehr Militär als alles andere vertreten. Allerdings waren auch Duck Tours dabei. (Zu Erklärung: Das sind militärische Fahrzeuge, die umgebaut werden, um Stadtführungen zu machen. Die können fahren und schwimmen und sind für ihre Lustigkeit bekannt. Ist zu empfehlen!) Auf einer Duck Tour stand Lucky. Lucky ist ein Mann, der immer bei den Boston Celtics(Basketballmannschaft) dabei ist. Er ist das "Maskottchen", so zu sagen. Er macht immer Quatsch und ist echt cool! Zum Schluß haben sie noch Ketten und alles geworfen. War auf jedenfall nen super Tag. 

Nach der Parade habe ich dann Natascha wiedergefunden und wir sind mit einer finnischen Freundin zum Harvard Square (da wo die brühmte Harvard University ist) gefahren, um essen zu gehen. Wir waren im Borders Café und es war soo super lecker. Jeder, der mal nach Boston kommen sollte, sollte dort essen gehen. Es ist mexikanisch und das Beste, was ich je gegessen habe!! Es war echt klasse. Meine Woche war dann vollgestopft mit Arbeiten, Sport und Spanischunterricht bzw. Hausaufgaben. Die Eltern meiner Gastmom sind auch nur noch bis heute Nachmittag da und fliegen dann zurück nach Puerto Rico. Leider. 🙁 Die waren nun gute 8 Wochen hier und sind mir echt ans Herz gewachsen. Achja, Geburtstag haben wir auch noch gefeiert von meinem Hostdad. Da wurde dann am Tisch beim Dinner gesagt, dass ich ja zur Familie gehöre. <3 Es freut mich immer wieder, wenn ich das höre. Das bewegt einfach so sehr. 

Dieses Wochenende war ich dann bei Ikea mit meinen Freundinnen. Gott, wir haben den ganzen Laden unterhalten mit unserem Quatsch, glaube ich. Als wir ankamen meinte Julia so:"Nikola, pass auf neben deiner Tür liegt irgendwas!" Ich mach die Autotür auf und was ist da? Kotze! Wie ekelig ist das denn bitte?! Echt wiederlich. Naja, wir sind dann rein und sind schön durch Ikea geschlendert. Habe dann Geschenke für meine Twins gekauft, die werden in einer Woche 2 Jahre alt. Natascha hat auch was für den Geburtstag ihres Mädels gefunden. Ich habe dann noch eine neue Reibe gekauft, da die alte kaputt ging, als ich ca. 80 Reibeplätzchen machte. 😀 Außerdem habe ich nun eine kleine nette Pflanze in meinem Zimmer. Anschließend haben wir natürlich Daim Schoki gekauft, weil Ami Schoki kann man vergessen (Das sag ich als Kaum Schokoladenesserin sogar) und Punschrollen. Natürlich haben wir auch Lunch bei Ikea gegessen. Die Mädels haben Köttbullar gegessen und ich Hähnchenbrustfilet und Nudeln mit Gemüse. War echt super lecker. Anschließend sind wir dann zu unserem Au Pair Meeting, was echt lustig war. Unser Thema war Auto und Fahrrad Sicherheit und wir hatten es mit einer weiteren Gruppe zusammen. Mein LCC (local childcare coordinator) hat den Vortrag gehalten. Mitten drin klingelte ihr Handy mit einem Klingelton a lá dööödööödööö, wie so eine Sirene oder so. Und wir haben uns alle gefragt was das ist. Und sie sagte nur so "Oh that’s the ringtone for my mom!" 😀 Einfach nur göttlich die Frau! Wir haben uns eigentlich in einer Tour kaputt gelacht. Meine Formalitäten sind auch fast durch. Warte nur noch, dass das Department (die Behörde) alles geprüft hat. Danach sind wir, insgesamt 9 Mädels, in der Cheesecake Factory (Ich liebe sie!!) essen gewesen. Der Kellner war maßlos überfordert mit uns und wusste nicht, wo er anfangen und aufhören sollte. 😀 Und als wir am Ende noch fragten, ob er die Rechnung bitte seperat machen könne, war ganz vorbei. Das ist sehr unüblich in Amerika die Rechnung seperat zu machen. Er war dann super stinkig. Aber zum Schluß ging es dann wieder und wir waren insgesamt 3 Stunden da und haben Quatsch gemacht. Und dann war das Wochenende leider schon vorbei. :/ 

Außerdem ist mein Kleiner (4) auch immer wieder so unendlich süß. Ich glaube es wird so schwer, wenn ich gehe, besonders für ihn. Denn für ihn bin ich das erste Au Pair,dass er bewusst erlebt. Vorher war er ja zu klein, um das zu begreifen. Aber er ist einfach super lieb. Nen kleiner Charmeur! haha.. Gestern saß er wieder mal auf meinem Schoß und hat mit mir gekuschelt und mich mit Küssen überhäuft und als ich dann fragte, wieso ich so vile Küsse bekomme sagte er nur:"Weil ich dich so liebe!". Das gibt einem immer so viel, sag ich euch! Das ist besser als jedes Danke. Die Twins machen auch immer mehr Fortschritte und reden jeden Tag mehr. Gestern Abend als Nachtisch gab es Eis und Sebi meinte dann immer "Ma Eis" Ma steht für "Mas", was mehr in Spanisch heißt. Als er das sagte haben seine Augen immer so süß geleuchtet. Es ist so schön zu sehen, wie sie sprechen lernen und jeden Tag wachsen. Und dann ist da mein Kleiner, der lesen und schreiben und lernt mit 4 und das echt super macht und die andern beiden sind einfach auch klasse. Mit denen kann man immer jeden Quatsch machen. Ich weiß gar nicht, wie ich die zurücklassen soll alle.. ich glaube, das wird echt hart.. 🙁 Aber so weit ist es ja, Gott sei Dank, noch nicht. 


Über die Autorin/den Autor:  Nikola Bittl ist für ein Jahr als Au Pair in Massachusetts. Die 21-jährige Fachabiturientin aus Wiescherhöfen erzählt in ihrem Blog regelmäßig über ihre Erfahrungen in Amerika. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: