Hallo ihr Lieben! Ich bin gerade so stolz auf mich! Mein letzter Blogeintrag ist erst eine Woche hier und –dada- hier ist schon der Nächste. Bin ich gut, oder bin gut?
Aber diesmal hab ich auch nicht soo viel zu erzählen… okay, das denke ich mir jedes Mal vorher und am Ende hab ich dann doch wieder einen halben Roman.
Das ist immer mein Problem. Erst kann ich mich nie dazu aufraffen, anzufangen, und dann finde ich kein Ende, weil ich immer abschweife. So wie jetzt gerade zum Beispiel wieder (und jetzt musste ich gerade ernsthaft überlegen, wie man „jetzt“ schreibt…ups).
Also, fangen wir mal richtig an. Letzte Woche. Da ist eigentlich nicht mehr so viel passiert, außer, dass ich meinen Stundenplan geändert habe (mal wieder). Ich bin jetzt aus meiner fünften Period raus. Das war ja dieser Helferjob im Career Center. Dafür hab ich nun Floral Designing.
Ich wusste gar nicht, dass es solche Fächer überhaupt gibt. Aber doch, hier gibt es sie.
Genauso wie zwei Gewächshäuser, von denen ich bis letzte Woche Freitag nichts wusste. Diese Schule ist einfach zu groß 😉 Und ich hab noch was entdeckt. Das glaubt ihr mir nicht. Also, haltet euch fest. Was meckerte mir fröhlich entgegen, als ich das erste Mal zu meiner neuen Klasse kam? ZIEGEN! Ich dachte erst, ich seh nicht richtig. Unsere Schule hat Ziegen. Wo gibt’s denn sowas?!
Aber die sind soo süß. Die haben gerade Babys bekommen 🙂 Hier kriegt grad sowieso irgendwie alles Babys. Vorverlegter Frühling oder so?
Und ich reagier auf einmal auf irgendwas allergisch. Wenn wir beim Schwimmen Trockentraining haben und aufs Field Hockey Field gehen, bin ich immer am Niesen und Schnupfen…das ist schon nicht mehr schön. Und meine Augen tränen immer so. Irgendwann schwimmen mir meine Kontaktlinsen nochmal davon. Män.
Okay, zurück zu den Ziegen. Ich helf jetzt immer, die zu füttern. Dreimal die Woche, zweimal während Lunch und einmal nach der Schule. Da krieg ich dann jedes Mal so ein Bauernhof-Urlaubsfeeling. Als ob ich wieder aufm Hansenhof in Bayern wäre, hihi.
Floral Designing scheint auch ganz interessant zu werden. Jetzt gerade machen wir so kleine Valentinsgestecke. Mit einer Rose, so ein bisschen Grün und zwei Hershey Kisses. Die kann man dann zum Valentinstag kaufen und am 14. Februar werden sie verteilt.
Wie die Christmasgrüße in Mean Girls. „Und keines für Gretchen Wieners. Tschüss.“

Freitagabend sind dann die Mädels zu mir gekommen und wir hatten eine Disney Movie Night. Jeder sollte seine zwei favorit (deutsches Wort?!), alten Disney Filme mitbringen und dann haben wir ausgelost, welche drei wir gucken. Und ich hab die Zettel geschrieben, aber nie wirklich auf den Namen geguckt, sondern nur aufs Logo. Ich krieg ja wohl noch die Namen von Disney Filmen auf die Reihe. Tja. Dachte ich. Cap und Capper, hab ich mir gedacht, ist wohl im Englischen genauso wie im Deutschen und hab es einfach nur zu Cap and Capper geändert. Von wegen.
Hannah hat dann gezogen und guckt auf den Zettel. „Cap and Capper? What is THAT?!“
Ja…war dann doch nicht genauso wie im Deutschen. Hier heißt der Film „The Fox and the hound.“
Aber ich fand Cap and Capper hörte sich schon sehr amerikanisch an ;D
Neben „The Fox and the Hound“, alias Cap und Capper, haben wir noch „The Lion King“ und „The Beauty and the Beast“ geguckt. Und Popcorn selbst gemacht. Das war ein Spaß. Fünf Mädchen standen vor der Popcornmaschine und haben bei jedem „Popp“ laut gekreischt. Nur gut, dass meine Gasteltern nicht da waren. Aber die wussten wahrscheinlich schon, warum.
Als mein Gastpapa um halb zehn von der Arbeit nach Hause kam, ist in „Der König der Löwen“ gerade Mufasa gestorben und wir saßen zu fünft auf einem Sofa und hatten alle Tränen in den Augen. Weil wir den Film ja auch nicht alle schon tausend Mal geguckt hatten und genau wussten, was passiert. Da konnten wir uns dann erstmal ein paar dumme Sprüche anhören…

Samstagmittag hat Alyssa mich dann abgeholt und ich bin mal wieder mit zu den Pferdis gefahren. Ich hab inzwischen so Spaß dran, einfach nur quer durch die Walachei zu reiten und die Gegend anzugucken, ohne sich an Autos oder sonst wen stören zu müssen. Hachja. Das hat schon was.
Abends war dann wieder so ein „Oh mein Gott, das ist so amerikanisch“-Thing.
Ich hatte meinen ersten Smoor!! Als ich Alyssa’s Bruder erzählt habe, dass ich noch nie einen hatte, war der total entsetzt und hat ,ruck zuck, draußen im Garten ein kleines Lagerfeuer gemacht.
Da saßen wir dann alle ums Feuer herum und haben unsere Smoors gegessen. Noch so ein Bilderbuch – Marmeladenglas Moment.
Achja, kurz zu Erklärung. Ich denke, die wenigsten wissen, was ein Smoor ist. Wusste ich vorher auch nicht. Also, ein Smoor besteht aus zwei Kräckern, einem Stück Schoki und einem Marshmallow. Das Marshmallow hält man solange übers Feuer, bis es weich ist. Und dann packt man die Schoki und das Marshmallow zwischen die Kräcker, drückt alles zusammen und- beißt rein. Delicious!
Es kann nur sehr schnell passieren, dass das Marshmallow mal Feuer fängt, wenn man es zu nah an die Flammen hält. Ist, glaub ich, an dem Abend jedem einmal passiert. Nur haben die alle ganz professionell und lässig gegen das Marshmallow gepustet und die Flamme war verschwunden.
Nur als Fräulein Bannewart’s Marshmallow Feuer fängt, fängt sie natürlich an, mit ihrem Marshmallow am Stock durch den ganzen Garten zu hüpfen und wedelt wie verrückt damit herum.
Dabei dann noch rufen „It’s burning! Oh shit, it’s BURNING!“, und man hat die Lacher auf seiner Seite. Menno. Nur weil ich das nicht schon, seit ich sechs bin, mache. Aber alle anderen sind mehr sehr gut gelungen. Und die sind so leeecker! Ich hoffe, ich finde irgendwo Marshmallows in Deutschland 🙂
Sonntag war dann Super Bowl Sunday. Sowas wie Champions League Finale in Deutschland, nur für Football. Die beiden besten Teams Amerikas haben gegeneinander gespielt.
Aber da es bei Football erstens eh genug ist, wenn man die letzten 15 Minuten guckt, und zweitens keiner aus Kalifornien dabei war, hat das hier keinen so sehr interessiert. Außer Jim. Aber der konnte oben im Schlafzimmer gucken. Unten war für den nicht so wirklich Platz 😉
Barbara hat nämlich eine Tea Party veranstaltet. Sie hatte das schon ewig mal vor, aber irgendwie hat es nie geklappt. Aber jetzt. Und da eh nur Frauen eingeladen waren, war es auch egal, dass Super Bowl war. Ich, als gute Gastschülerin (haha), hab dann natürlich fleißig mitgeholfen, alles pick-o-bello herzurichten. Hat uns einen ganzen Sonntagmorgen gekostet. Aber hinterher sah das Haus und besonders der Tisch echt gut aus.
Um 14 Uhr kamen dann so langsam alle eingetrudelt und dann haben wir… Tee getrunken. Und so kleine Snacks gegessen. Yummie. Und, natürlich, ganz viel geredet. War schon irgendwie witzig, die ganzen Geschichten von den „Älteren“ zu hören. Besonders von ihrem ersten Freund und dem ersten Date. Sooo süß! Hachja. Die guten, alten Zeiten 😉
Um 17 Uhr hat Alyssa mich dann aber schon wieder abgeholt und wir sind zu ihrer Oma gefahren (irgendwie ist das hier nie ein Problem, wenn man einfach mal unangemeldet Leute irgendwo mit hinbringt, wo man selbst nur zu Besuch ist). Da gab es dann selbstgemachte Enchiladas, den Rest vom Super Bowl Spiel und… ein Quad. Woho! Alyssa’s Bruder hat nämlich eins, und er und der Cousin von denen fahren da öfters mal. So auch am Sonntag. Und wer saß bei einer Runde hintendrauf?
Ich! Das war ein Spaß. Mit Helm auf dem Kopf ging es dann die Hügel da hoch- und runter gehüpft. Hui. Fast wie fliegen. Als wir (also der Cousin und ich) dann wieder kamen, guckten mich alle ganz erwartungsvoll an. Als ob sie erwartet hätten, mir wäre schlecht geworden oder so. Tss. Mein erstes Wort war: „Nochmaaal!“ 😉
Aber an dem Abend wurde es dann nichts mehr. Zu dunkel. Was ein Mist. Doch ich werde bestimmt nochmal wiederkommen, wenn die mal wieder fahren. Da hab ich jetzt Blut geleckt.
Womit ich mir auch gleich selbst das Stichwort gebe (ganz unbeabsichtigt, natürlich). Blut. Am Dienstag war bei uns an der Schule Blutspende. Da kam so ein großer Truck mit vier oder fünf Blut-Abnehm-Stationen drin und wenn man mindestens 17 war und mehr als 110 pounds gewogen hat, durfte man spenden. Da ich ziemlich sicher beide Kriterien erfülle (wir sprechen hier übrigens von Pounds, und nicht von Kilos. Soo viel hab ich dann doch nicht zugenommen ;)), hab ich am Montag online ein Appointment während Lunch gemacht.
Maan, war ich am Dienstagmorgen aufgeregt. Ich hab extra Orangen zum Frühstück gegessen und ganz viel Wasser getrunken… und ich hatte trotzdem Angst, dass mein Blut irgendwie nicht gut genug ist oder so 😀 Um kurz nach 12 bin ich dann mit Hannah zum Truck rüber, hab meine Bestätigung gezeigt, bin auf die Waage (waren natürlich mehr als 110 pounds, hätte ich der auch gleich sagen können), und dann lag ich auch schon auf einer von diesen Ärzteliegen und hab auf darauf gewartet, dass ich an die Reihe kam. Während ich gewartet hab, hab ich mir dann den Flyer durchgelesen, welche Risiken man eingeht, wenn man Blut spendet. Ugh. Hörte sich alles nicht so nett an. Deswegen haben die den Flyer wahrscheinlich auch nur da drinnen ausgelegt. Da war es dann eh schon zu spät. Bevor ich mir aber zu viele Gedanken machen konnte, kam schon die Frau, die mich auch schon gewogen hatte, mit dem Beutel und der Spritze an. Oh mein Gott. Hiilfe!
Aber im Endeffekt war es gar nicht schlimm. Nur wie ein sehr langes Blutabnehmen. Und die Frau hat sich voll gefreut, weil sie meine Adern so leicht gefunden hat.
Zum Ende des Lunches standen Hannah und ich dann wieder draußen…und fühlten uns auf einmal beide nicht so gut. Holla die Waldfee, war mir auf einmal schwindelig und komisch.
Aber das kann wohl nach dem Spenden schnell mal passieren, weil man so „viel“ Blut auf einmal abgibt. Nach ein paar Minuten, einem Glas Wasser und einem großen Stück Pizza war aber schon wieder alles gut 🙂 Und man hat hinterher noch nicht mal die Einstichstelle gesehen. Nicht so wie bei meinem Flue Shot.

Mensch, jetzt ist das ja schon wieder so lang geworden. Ich weiß auch nicht, wie das immer wieder passiert… Aber ich hoffe, ihr lest trotzdem schön fleißig.
So lange ist es ja jetzt gar nicht mehr, dann bin ich schon wieder da 🙂

Herzallerliebste Grüße aus dem Golden State und ein ganz dickes Küsschen an meine Lieben in Deutschland 


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