Ein sonniges Hallo aus Kalifornien, meine Lieben! Na, wie ist das Wetter so in Deutschland?
Ich hörte es schneit…und regnet…und ist kalt. Also, hier scheint die Sonne, es sind angenehme 25°C und…okay, ich hör auf 😉 Auf jeden Fall ist es schön hier.

Letzte Woche war bei uns dann auch mal das Semester zu Ende und das hieß, die Finals standen vor der Tür. Das sind sowas wie Abschlussprüfungen, die am Ende jedes Semesters geschrieben werden und die, je nachdem ob es ein „Haupt“- oder „Neben“-fach ist, 20% – 30% mit in die Note eingehen.
Also sollte man schon aufpassen, dass man sie nicht total verhaut. Deshalb hab ich mich auch die Tage vorher schön brav hingesetzt und hab gelernt.
Am Mittwoch war dann erster Final Tag. Wir hatten immer zwei Periods jeden Tag, die dann aber je 2 Stunden gingen. Und am Mittwoch waren dann 1 & 4 Period. Also für mich Mathe und Englisch.
Gleich zwei wichtige Fächer. Ugh. Aber war eigentlich nicht so schlimm.
In Englisch hatten wir beim Leseverstehen einen Auszug aus Pippi Langstrumpf; hier heißt die aber nicht Langstrumpf sondern Longstocking. Und ich war die ganze Zeit am Überlegen, wann Astrid Lindgren denn mal ein Buch über eine Longstocking geschrieben hat. Haha, jaja, ich weiß, dumm ;D
Irgendwann ist es mir dann aber auch mal aufgefallen.
Um 12 Uhr  war dann der erste Final Tag auch schon vorbei und ich hab den Rest des Tages damit verbracht, für US-History zu lernen. Das war ganz schön viel. Amerikanische Geschichte von 1700-1920. Zwei Notebooks. Und theoretisch konnte alles, was wir je gemacht haben, dran kommen.
Im Endeffekt war es dann aber gar nicht so schlimm. Beim Civil War wusste ich ein paar Sachen nicht, oder war mir nicht sicher, dafür hatten wir am Ende ein paar Zusatzfragen über den ersten Weltkrieg, nur halt nicht auf Amerika bezogen, sondern auf Europa. Tja, da konnte ich natürlich glänzen. Wusste ich alles…obwohl, wenn manche nicht wissen, dass der Vertrag, der am Ende geschlossen wurde, der Versailler Vertrag ist, ist das schon ein bisschen traurig. Vor allen Dingen, weil die anderen Antwort Möglichkeiten so lächerlich waren. Unter anderem Rabbit Treaty. Hasen Vertrag. Halloho?!
Und manche haben es wirklich angekreuzt. Schon irgendwie…sad.
Meine nächste Period war dann meine Helferklasse im Career Center. Da gab’s natürlich keine Finals; dafür durften wir zwei Stunden rumsitzen. Supidupi. Ich hab ein kleines Nickerchen gemacht.
Am Freitag, dem letzten Tag der Finals, hatte ich dann Fashion und Swimming. In Fashion haben wir nur einen Test gehabt und mussten unsere Arbeitshaltung einschätzen.
Danach dachte ich mir, achja, jetzt Schwimmen, schön einfach. Zwei Mal 100 Yards auf Zeit und dann hab ich das auch geschafft. Von. Wegen.
Also erstmal sind wir wirklich zwei Mal 100 Yards geschwommen. Und ich hab mich erst voll gefreut, als ich die Zeit gehört hab, bis mir dann wieder eingefallen ist, dass 100 Yards ja nicht so lang sind wie 100 Meter. Dang it. Aber so schlecht war ich, glaub ich, trotzdem nicht. Mein Trainer meinte nach den 100 Brust wieder „Good Job!“ Hach. Der lobt so selten, da freut man sich dann jedes Mal nen Keks, wenn er es doch mal macht.
Danach dachten alle, wir könnten uns jetzt umziehen und wären fertig. Die Jungs waren sogar schon halb in ihren Umkleiden (ist das das richtige Wort?) verschwunden, da hat unser Trainer auf einmal zwei vollbeschriebene Tafeln aus der Ecke geholt. Unser Trainingsprogramm für die letzen 1 ½ Stunden. 5,000 Yards. What?! Ich war so Tod danach. Ehrlich. Swimming war damit mein anstrengendstes Final 😀

Ohh, erinnert ihr euch noch an diesen Test, den ich hier mitschreiben musste? Ich glaub, da habe ich hier auch mal von erzählt. Da hab ich letzte Woche die Ergebnisse gekriegt!
In Mathe und English war ich outstanding! Kam mir vor wie in Harry Potter, als die ihre ZAG’s bekommen haben ;D  Okay, da musste ich jetzt mal eben mit angeben 😉

Kommen wir zu interessanteren Sachen: Dem Wochenende.
Am Samstag war Whale Watching mit den ganzen anderen Austauschschülern angesagt.
Ich fand es voll toll, die alle mal wiederzusehen. Ist ja jetzt schon eine ganze Zeit her gewesen.
Als erstes ist mir erstmal aufgefallen, wie gut jetzt alle Englisch sprechen. Das erste Mal hatten alle noch einen so schweren Akzent und jetzt hört man da fast gar nichts mehr.
Ich hoffe, bei mir ist das auch so, haha.
Vanessa, Julia, Rachel, Leon und ich sind zusammen mit unserem Betreuer Dave im großen Van nach San Diego gefahren, waren dann aber schon viel zu früh da. Also sind wir noch eine Runde durch den Balboa Park gegangen und genau, als wir kamen, haben die Vietnamesen aufs Neue Jahr angestoßen. Da haben wir ihnen doch auch erstmal ein Frohes Neues gewünscht. Kommt ja auch nicht jedes Jahr vor, dass man zwei Mal ins Neue Jahr kommt 😉
Danach sind wir noch ein bisschen durch San Diego Downtown gedüst. Erwähnte ich schon Mal, dass ich San Diego liebe? Die Stadt ist einfach nur soo toll und schön und hach. Und direkt am Meer.
Ich will dahin ziehen, wenn ich groß bin 🙂
Nach unserer Stadttour ging es dann aber wirklich zum Hafen. Da haben wir dann auch die ganzen anderen Austauschschüler getroffen und sind, nachdem wir unsere Tickets geholt haben, aufs Schiff gegangen.
Die erste halbe Stunde sind wir aus der Bay rausgefahren und die ganze Zeit war links von uns eine Airbase des amerikanischen Militärs. Sprich alle fünf Minuten sind irgendwelche Hubschrauber oder Düsenjets über uns drüber gedüst.
Aber als wir aus der Bay raus waren, wurde das dann zum Glück besser. Hätte sonst ein bisschen das Feeling zerstört. Begeistert Wale gucken und dabei ständig ohrenbetäubenden Lärm über sich? Nein, ich denke, dass passt nicht so ganz.
Kurze Zeit später haben wir dann auch schon die ersten Wale gesichtet.
Das ist vielleicht ein tolles Gefühl. Auf einmal waren da zwei nur ein ganz kleines bisschen von unserem Boot entfernt. Sooo toll! Die kommen immer zwei – bis dreimal kurz hintereinander auf zum Atmen, um dann für etwa zehn Minuten tiefer abzutauchen.
In den zehn Minuten stand dann also das ganze Boot an der Reling und hat geguckt, wo die Wale denn wohl wieder hochkommen. Da gab es dann auch schon mal den ein oder anderen Fehlalarm, wenn jemand den Wal in einer Welle gesehen hat.
Apropos Wellen. Das Schiff hat ganz schön geschaukelt. Besonders im offenen Meer. Kam ich mir doch fast wieder so vor wie auf Klassenfahrt in der Nordsee 😉
Nach 3 ½ Stunden Wale gucken, waren wir dann aber doch froh, als es wieder zurück ging.
Es wurde nämlich verdammt kaaalt. Sobald die Sonne hier weg ist, geht die Temperatur schlagartig so weit runter. Und dann steht man da mit seinem kurzen Hemd. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Nachdem dann alle wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten, sind wir, also die Leute, die mit Dave gekommen sind, noch schön in San Diego essen gegangen. Meatball Sandwich mit Käse überbacken. Yummie!
Und DANN hatte Dave noch eine Überraschung für uns. Erstmal sind wir gefahren und gefahren, bis keiner mehr wusste, wo wir eigentlich waren und wir auf einem dunklen Parkplatz standen.
Alle guckten sich verwundert an… Bis wir dann in einen Laden reinkamen und in Funny Frish Chips reingelaufen sind. Oh. Mein. Gott!! German Chips!! Und wo deutsche Chips sind, sind natürlich auch noch andere deutsche Sachen. Dieser Laden hatte alles. Wirklich ALLES, was es in Deutschland gibt, aber hier nicht.
Haribo, Milka, Rittersport, Nimm2, Bounty, Mars, Prinzenrolle, Brötchen, Vollkornbrot…sogar Braunschweiger und Maggie gab es da. Ahhh! Es war wie in einem Traum!
Okay, alle in Deutschland werden jetzt wahrscheinlich nicht verstehen, wie man wegen ein bisschen Schokolade und Brot so ausflippen kann. Aber wenn man fast ein halbes Jahr ohne gelebt hat, doch, dann kann man das. Ich weiß jetzt auf jeden Fall schon, wo ich öfter mal bin.
Auch wenn die Sachen verdammt teuer sind. $3 für eine Tüte Haribo. Und nicht mal die große Tüte.
Aber als verzweifelter Austauschschüler bezahlt man fast jeden Preis 😉
Ich glaub die Verkäufer haben uns ein bisschen für verrückt gehalten, als wir durch den Laden gesprungen sind und total begeistert waren, haha.
Da haben wir dann aber noch was ganz interessantes erfahren: Warum die Schoki hier einfach nicht so gut schmeckt wie in Deutschland. Also. Die wird hier mit Cornsyrup gemacht. CORNSYRUP!!
Pfui Teufel. Ist ja kein Wunder, dass das nicht schmeckt.
Auf dem Rückweg saßen dann vier deutsche Austauschschüler mit Haribo und Ritter Sport im Auto und waren glücklich.
And so they lived happily ever after. Ende. Haha, nein, Spaß. 😉

Soo, ich mach dann auch mal Schluss. Ich muss noch an meinem History Vortrag arbeiten.
Wir fangen jetzt mit dem zweiten Weltkrieg an und zur Einführung wurden wir jetzt in Zweiergruppen eingeteilt und mussten dann einen „world leader“ ziehen.
Und jetzt ratet mal, wenn mein Partner gezogen hat. Jaa, genau, Hitler natürlich. Ich hoffe, da kommen jetzt keine dummen Sprüche oder so… ABER ich hab den Namen ja nicht gezogen 😉

Ein dickes Küsschen an euch Lieben in Deutschland. Ihr fehlt hier!


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