Hallo ihr Lieben , ich melde mich auch schon wieder. Meine Mama hat mir erzählt, dass sich immer alle bei ihr beschweren, wenn ich hier so selten reinschreibe und da ich natürlich nicht will, dass sie die ganzen Rüffel einstecken muss, kommt hier jetzt schon mein zweiter Eintrag innerhalb einer Woche. Also seid bitte stolz auf mich und wisst es zu schätzen, dass ich meine Zeit hier nur für euch opfere… No, I’m just kidding. Also, eigentlich sollte sich dieser Eintrag ganz um Thanksgiving drehen, aber erst muss ich von heute (bzw. bei euch schon gestern) erzählen. In meinem letzten Eintrag habe ich ja erzählt, dass meine „Schwester“ schwanger ist. Morgen sind es genau 16 Wochen und heute waren wir beim Arzt, um das Geschlecht feststellen zu lassen und uns das Baby in 4D anzugucken. Jap, sowas gibt es. Also, erstmal das Wichtigste: Es wird ein Mädchen! Ich krieg also eine kleine Nichte. Aww, da freu ich mich schon so drauf 🙂 Ich wollte ja eh, dass es ein Mädchen wird. Als wir uns heute das Baby angeguckt haben, dachte ich ja erst, dass Shannon halt nur ihre Eltern und Greg dabei haben will. Ich bin das also erstmal wie Pöttken Doof vor der Tür zum Arztzimmer stehen geblieben, bis Shannon dann meinte, ich muss mit reinkommen, ich gehöre doch zur Familie. Und außerdem will sie meine Reaktion sehen, wenn die Ärztin sagt, dass es ein Junge wird. Haha. Dem war ja nicht so 😉 Aber ich fand es seeehr süß von ihr, dass sie mich dabei haben wollte. Als wir dann das Baby angeguckt haben…gosh…das war wieder einer diese vollkommenen Momente im Leben. Es war so amazing, zu sehen, wie die Kleine sich gedreht und gewendet hat. Sehr aktiv. Und am Daumen hat sie gelutscht 🙂 Und uns zu gewunken. Zumindest kind of. Hach, es war einfach nur amazing! Irgendwie unglaublich, sowas zu sehen. Wie ein kleines Wunder. Ich bin jetzt schon in love with her. Wenn sie da ist, werde ich sie wahrscheinlich tot knuddeln 😉 Jetzt zu dem, was euch wahrscheinlich mehr interessiert: Thanksiving und Blackfriday. Am Mittwoch hatten Barbara und ich einen waren Einkaufsmarathon. Schlimmer als bei uns vor Christmas. Bei Walmart haben wir eine geschlagene halbe Stunde an der Kasse gewartet und eine gefühlte Weitere bei dem Versuch, vom Parkplatz zu kommen. Crazy. Am Donnerstag, also an Thanksgiving, standen wir, sage und schreibe, vier Stunden in der Küche. Bis um drei Uhr dann Shannon und Greg kamen, da hab ich mich dann mal dezent für eine halbe Stunde verdrückt, um aus einem zerzausten, mehlüberstäubten, nach Bratenfett riechenden Etwas wieder eine etwas ansehnlichere Person zu machen. Es wurden ja schließlich Fotos gemacht 😉 Um halb vier hat sich dann die ganze Familie am Tisch versammelt und es wurde gegessen. Und gegessen. Und gegessen. Und…nein Spaß ;D Es gab aber auch viel (kein Wunder, nach vier Stunden non stop backen und kochen). Erstmal natürlich Truthahn. Klar. Dann hatten wir noch Beef (sorry, mir fällt gerade partout die Übersetzung nicht ein. Gibt es überhaupt eine für Beef?), Bohnen, Grünkohl, Stuffing, Kartoffeln, Apfelmus, hausgemacht mit Äpfeln aus dem Garten (yummy), Apfelkuchen, Kürbiskuchen, Kokosnusskuchen und, und, und… Ich glaube, dass war das Wichtigste. Achja, noch was: Ich habe Kürbis probiert. Also einfach nur weichgekochten Kürbis. Baaäh. Ekelige Angelegenheit. Sieht aus wie Erbrochenes und schmeckt irgendwie auch so. Dafür sind die Kerne, wenn sie gebraten wurden, mega lecker 🙂 Nach fast zwei Stunden am Dinnertable hat sich dann die ganze Familie aufs Sofa gequetscht und Jurassic Parc geguckt 😀 Das war ein Spaß. Barbara hat den Film wahrscheinlich schon zehnmal gesehen und hat sich trotzdem ständig erschrocken und die Augen zugehalten. Später am Abend haben wir dann noch Rice Krispie Treat gemacht. Man nehme Rice Krispies (wirklich ;)), Marshmallows, ca. eine Tonne Zucker, mixe alles zusammen, breite es dann auf Bakpapier aus und stecke es in den Ofen. Zehn Minuten warten, fertig. Und leeeecker! Män, kein Wunder, wenn ich hier zunehme, bei den ganzen leckeren Sachen 😉 Nach den Rice Krispie Treats haben Shannon und ich uns erbarmt und sind mit dem Hund der Tante rausgegangen. Und es war kalt! 36° Fahrenheit. 32°F sind gleich 0°C. Ich brauch unbedingt eine Mütze und Handschuhe. Die Chance, welche zu bekommen, hatte ich dann am nächsten Tag. Ich glaube um Mitternacht sind die Letzten gegangen, um ein Uhr lag ich im Bett, um 4am bin ich wieder aufgestanden. Es war Black Friday. Für alle, die es nicht kennen. Black Friday ist immer der Freitag nach Thanksgiving (und Thanksgiving ist wiederum immer der letzte Donnerstag im November). An diesem Tag haben so gut wie alle Läden super Preise, die Sachen sind teilweise um bis zu 80% – 90% reduziert und öffnen schon um drei oder vier Uhr am Morgen. Außerdem werden einem an diesem Tag die Steuern erlassen, die sonst immer erst an der Kasse drauf gerechnet werden. Also: Wer günstig shoppen gehen will, für den ist das ist der richtige Tag. Wer Selbstmordgedanken hegt, für den auch. Da einige Sachen, besonders Fernseher, Handys, Kameras, and all stuff like that, wie gesagt ziiemlich reduziert sind (bei Walmart gab es einen Flachbildfernseher für $20, Laptops für $25, Kameras für $10…nur mal so als Beispiel), gibt es auch dementsprechend viele Leute, die das haben wollen. Vor unserem Walmart hier haben die Leute schon am Abend vorher ihre Zelte aufgeschlagen, um auch ja als Erste/r den Laden stürmen zu können. Im letzten Jahr wurde vor Walmart eine Frau totgetrampelt, in diesem Jahr wurde einer der Arm gebrochen, weil sie die letzte Kamera nicht aus der Hand geben wollte. Crazy Americans ;D Barbara und ich kamen jedenfalls pünktlich um 5am an der Outletmall an. Pünktlich heißt eine Stunde zu spät, sprich die Masse hatte sich schon etwas verteilt 😉 Und dann ging’s los. Barbara hatte ich nach zwei Minuten aus den Augen verloren, aber wir hatten in weiser Voraussicht eh schon einen späteren Treffpunkt vereinbart. Ich hatte einen guten Plan. Erst zu Abercrombie & Fitch, dann Levis, dann Hollister, dann Tommy Hilfiger, dann Old Navy, dann Guess, dann alles, für das ich noch Zeit habe. Super Plan. Theoretisch. Praktisch war das schon etwas schwieriger. Eine halbe Stunde Wartezeit um nur IN Abercrombie & Fitch zu kommen, war nämlich nicht geplant. Hat meinen Zeitplan etwas über den Haufen geworfen 😀 Dafür hab ich dann einen Pulli und eine Bluse und ein Top für zusammen $65 ergattert. Soviel kostet normalerweise ein Pulli. Bei Levis wurde es dann wirklich crazy. Ich war sehr stolz, hatte ganz schnell eine Jeans gefunden, anprobiert, wollte bezahlen und wieder raus (Sorry, Mama, ich hatte wirklich nicht den Nerv, da dann noch auszuprobieren, was dir wohl passen könnte ;D). Ich stand schon an der Kasse, Jeans überm Arm, auf einmal schreit ein Mädchen: That’s my jeans! She has stolen my jeans!!“ Ich hab erst gar nicht gemerkt, dass sie mich meinte, bis sie mir die Jeans fast vom Arm gerissen hat. Wirklich. Ich wollte meine Jeans aber natürlich auch nicht loslassen, weil es die nur noch einmal gab (ziemlich sicher, ich hatte so gut wie alle Regale durchwühlt, um eine in meiner Größe zu finden). Ich also Jeans festgehalten, Mädchen gezogen und weiter rumgeschrien. Das rief dann einen Verkäufer auf den Plan und DAS war zufälligerweise genau der, der mich mit der Jeans in die Umkleide hat spazieren gehen (man musste die Sachen beim Reingehen einscannen und dann beim Rausgehen wieder ausscannen, damit auch nichts gestohlen wird). Der Gute konnte sich sogar noch an mich erinnern (kein Wunder, wenn man vor dem Scanner steht und erstmal doof fragt, was man machen soll ;D), also hat er der Perle erzählt wem hier die Jeans gehört und zack, alles war gut und ich hatte meine Jeans 🙂 Das war meine craziest Black Friday Geschichte 😀 Danach ist nichts besonderes mehr passiert. Um 1pm sind wir mit tausend Tüten zurück zum Auto und erstmal was Essen gefahren. Danach ging es zum Movie Theater mit den Mädels und ich habe auch endlich mal Harry Potter gesehen. Hab ich noch was gemacht? Achja, ja, ich bin um 9pm todmüde ins Bett gefallen 😉 Das war also meine sehr amerikanische Thanksgiving Erfahrung. Ich fand’s sehr schön. Warum haben wir das eigentlich in Deutschland nicht? Besonders den Black Friday danach 😉 Heute ist mir mit Schrecken aufgefallen, dass ich am Dienstag schon seit drei Monaten hier war. Bald ist 1/3 meiner Zeit um. Und da am Donnerstag ja Thanksgiving war, werde ich mich an dieser Stelle mal eine Runde bedanken, bei allen, die mir das hier möglich machen. Also:

Mama, Papa? Komisch, dass ich erst tausende Kilometer weit weg sein muss, um zu merken, wie wichtig ihr mir seid und wie unglaublich dankbar ich sein kann, solche Eltern wie euch zu haben. Danke für alles, ohne euch hätte ich das alles nie geschafft. Ihr seid die Besten!

Oma, Opa? Ich bin so unbeschreiblich froh, euch zu haben und kann gar nicht oft genug sagen, wie wichtig ihr mir seid. Danke für all die aufmunternden Worte. Ich habe euch sehr, sehr lieb.

Susanne, Niklas? Ich vermisse euch beide so verdammt sehr und kann es jetzt schon nicht mehr erwarten, euch wieder zusehen. Danke für all die wunderbaren Erinnerungen, für das Lachen, für alles. Ist es okay, wenn ich mich schon mal für die Sommerferien selbst einlade? 😉

Lisa? Du bist die wunder, wunderbarste Cousine, die man sich nur wünschen kann. Muschel & Würstchen 😀 Danke für all die aufmunternden Worte, danke dafür, dass du mich zum Lachen bringst, danke, dass du immer für mich da bist. I love you 🙂

Tante Ruth, Jenni, Maria und der ganze Rest meiner wunderbaren Familie? Ich kann mich so glücklich schätzen, euch alle zu haben. Ich konnte noch nie verstehen, warum so viele es als Zwang sehen, auf Familienfeiern zu gehen. Ich habe mich jedes Mal gefreut, weil ich wusste, dass ich euch alle sehe. Auch euch: Danke!

Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, euch alle wieder in die Arme zu schließen. Auch wenn ich drei Tage später wahrscheinlich wieder zurück will ;D
Damit höre ich jetzt auch auf für dieses Mal, ich hoffe, es ist nicht zu sentimental 😉

Dickes Küsschen nach Deutschland :*


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