Ein kleines Bonbon gab es zum Abschluss unserer Reise. Ein zehnstündiger Aufenthalt im namibischen Windhoek bei unserem Rückflug nach Deutschland wollte sinnvoll genutzt werden, also ließen wir uns mit dem Taxi in die etwa 50 Kilometer entfernte Hauptstadt des westafrikanischen Staates fahren, um uns in einem Crashkurs die Sehenswürdigkeiten anzusehen.

Die deutschen Kolonialspuren sind noch immer auffindbar, ja geradezu offensichtlich, wenn man plötzlich in der Bahnhofstraße steht, auf den Tintenpalast und die Alte Feste aufmerksam gemacht wird und von der Kaiserlichen Realschule und der Christuskirche hört. Befremdlich wird es, wenn eine Tafel am kolonialen Reiterdenkmal an die von den Eingeborenen getöteten deutschen Soldaten erinnert und sich gleichzeitig afrikanische Einwohner in Trachten vor dem Sinnbild ihrer Unterdrückung fotografieren lassen, kurios, wenn man am Schaufenster der Windhoeker Buchhandlung steht und dahinter fast ausschließlich deutschsprachige Kinderbücher erblickt.

Auf unserer dreiwöchigen Reise hatten wir einige kuriose Erlebnisse, aber auch vieles mehr. Besonders beeindruckt haben uns die Gastfreundlichkeit und die Lebensfreude der Südafrikaner, denen wir begegnet sind. Da war zum Beispiel Kilian, einer unserer Taxifahrer in Kapstadt, der quer durch die Stadt fuhr, um uns nach einem Fußballspiel am Stadion aufzugabeln, nachdem wir ihn auf dem Handy angerufen hatten. Oder Jean und Hilda, die in unserer Kapstädter Unterkunft arbeiteten und immer ein Lächeln auf den Lippen hatten. Bei einer Verkehrskontrolle schwärmte uns ein Polizist von seinem Land und den Menschen vor. Wir sollten unbedingt etwas von den Ständen am Straßenrand kaufen, auch wenn es nur ein Netz Apfelsinen sei. Dieses Zusammentreffen würden die Verkäufer in ihren Tagebüchern vermerken und stolz notieren, dass ein Tourist etwas bei ihnen gekauft habe. Wir befolgten den Rat, entschieden uns aber für Nüsse statt Zitrusfrüchte und tatsächlich, die Verkäuferin bedankte sich vielmals für unsere Unterstützung.

Die Fußball-WM fungierte bei dabei immer wie ein Verbindungsglied. Nahezu jedes Gespräch beinhaltete auch das Thema "Soccer" und den Tipp für den zukünftigen Weltmeister.

Daneben nehmen wir viele Eindrücke aus einem uns vormals unbekannten Land mit seiner Kultur mit. Wir haben viel über die Geschichte Südafrikas und das Leben am Kap gelernt. Und nicht zuletzt war es auf unserem Trip möglich, der Flora und Fauna des Landes ganz nahe zu kommen. Wir fuhren auf kilometerlangen geraden Straßen durch Savannen, erblickten schneebedeckte Gipfel und hatten eine wundervolle Sicht auf den Indischen Ozean. Dabei immer zugegen: die artenreiche Tiervielfalt.

Bewusst ist uns aber auch geworden, dass es nur ein kleiner Ausschnitt Südafrikas gewesen ist, den wir zu Gesicht bekommen haben. Um tiefer in den Kapstaat einzutauchen, bedürfte es einiger weiterer Besuche…


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