Die „Big Five” wollen alle Touristen sehen, wenn sie in Afrika unterwegs sind. Neben Elefanten, Nashörnern und Büffeln, werden Löwen und Leoparden dazu gezählt. Die beiden Raubkatzen machten es uns ganz schön schwer, sie zu entdecken. Sowohl im Addo Elephant Park als auch im Hluhluwe-Umfolozi Game Reserve war keine Spur von ihnen. Im Krüger Nationalpark fuhren wir zwei Tage die Straßen auf und ab, ohne eine Katze zu erblicken.

Am dritten und letzten Tag sah es auch lange Zeit so aus, als ob wir kein Glück hätten. Dann aber gab es das volle Programm auf einer relativ kurzen Strecke. Wir bekamen mehrere Löwen mit Nachwuchs und zwei Leoparden zu Gesicht. Schon von weitem war zu erkennen, dass es an diesen Stellen, etwas ganz Besonderes zu bestaunen gab: Unzählige Autos stauten sich kreuz und quer, jedes Fahrzeug mit dem Ziel, die beste Sicht auf das Geschehen abseits des Weges zu haben. Die schönste Entdeckung aber waren drei Geparden, die zuvor an uns vorbei zogen. Von ihnen gibt es im Krüger Park nur 200 Exemplare. Die Zahl der Löwen beläuft sich auf 2000.

Bei all der Freude über unsere Tierbeobachtungen gerieten wir unter gehörigen Zeitdruck. Um 16 Uhr wollten wir im nächsten Hotel angekommen sein, um das Achtelfinalspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen England im Fernsehen zu verfolgen. Daraus wurde nichts. Zum Teil jedenfalls. Die erste Halbzeit gab es nur im Radio. Jubelnd lenkte ich den Wagen durch die Serpentinen nach Pilgrim’s Rest, einem ehemaligen Goldgräberort, der noch heute das Flair vergangener Zeiten versprüht. Die zweite Halbzeit konnten wir dann im TV mitverfolgen, wenn auch nur auf einem winzigen Gerät in der Church Bar, einer Kneipe, die sich in einem hölzernen Kapellenbau befindet, der zunächst in Kapstadt stand, dort abgebaut und mit einem Schiff nach Mosambik transportiert wurde, um mit Ochsenkarren nach Pilgrim’s Rest gebracht zu werden. Auf der Kirchbank sitzend drückten fast alle Gäste Jogi Löws Team die Daumen und sprangen bei den noch folgenden Toren zusammen mit uns auf. Danach folgte eine wohlverdiente Erholung im Royal Hotel, in dem schon vor über 100 Jahren genächtigt werden konnte.


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