Innerhalb der EU ist man bei Grenzübergängen Passkontrollen, das Ausfüllen von Dokumenten und lange Wartezeiten gar nicht mehr gewohnt. Bei einem Abstecher von Südafrika ins benachbarte Swaziland sieht man sich derlei Scherereien aber schnell wieder ausgesetzt.

An der ersten südafrikanischen Schranke saßen die Grenzschützer neben der rot-weißen Straßensperre und hielten ein Pläuschen. Einer von ihnen erklärte uns, wie der angestrebte Grenzübergang glückt: Auto hinter der Schranke parken, im rechten Häuschen Krimskrams ausfüllen (zum Beispiel Angaben über die Fahrgestell- und Motornummer sowie die Anzahl der mitgeführten Reifen machen), im linken Häuschen Pässe vorlegen und dann durch die nächste Schranke.

In Swaziland gab es keine Schranken, nur ein schiefes Gatter, das offen stand und an dem eine Frau saß, die uns zuwinkte, wir sollten den Wagen parken und im Gebäude Angaben zum Aufenthalt machen. Drinnen gaben wir unsere Pässe ab und warteten auf die Bearbeitung. Die verantwortliche Dame verschwand mit den Dokumenten und ward lange nicht gesehen. Nebenan lief ein Fernseher, und Stimmen unterhielten sich amüsiert. In einem Büro sahen wir derweil eine Mitarbeiterin, die mit ihren Zehennägeln beschäftigt war, sie schnitt, lackierte oder was auch immer mit ihnen tat. Irgendwann stand sie auf, kam im Schneckentempo angeschlurft und kassierte eine Straßengebühr. (Diese sollte vielleicht auch einmal für Straßenausbesserungen verwendet werden. Schlaglöcher en masse und unbefestigte Kieselpisten erinnerten doch stark an Paris-Dakar.).

 Dann durften wir endlich rein ins Königreich Swaziland. Der ganze Aufwand für eine Übernachtung…

P.S.: Bei der Rückeinreise ging alles, trotz Kofferkontrolle, deutlich schneller.

 


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