Als ich gefragt wurde, ob ich für den Soester-Anzeiger Tagebuch schreiben möchte, habe ich mich bewusst für den Monat Mai entschieden.

Als schönster Monat des Jahres ist der Mai seit alter Zeit der „schönsten aller Frauen“ geweiht – Maria, der Gottesmutter. Ihr zu Ehren werden im „Marienmonat Mai, die Maiandachten gefeiert.

In fast jeder Kirche, Kapelle aber auch privat geschmückt, findet man ihn jetzt, den „Maialtar“, eine besonderes mit Blumen und Kerzen geschmückte Marienstatue oder ein Marienbild, die optisch den Mittelpunkt der Maiandachten bildet. Andachten zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria – nicht zu verwechseln mit dem Rosenkranzandachten im Oktober!

Die Mariensymbolik des Mai ergibt sich aus dem farbenreichen Aufblühen der Natur in diesen Wochen. Als erste und schönste Blüte der Erlösung, als „Frühling des Heils“, gilt in der katholischen Spiritualität Maria. Lieder, Gebete und Predigten stellen das Heilswirken Gottes im Leben Mariens in den Mittelpunkt.

Die Anfänge der Marienverehrung sind eigentlich biblischen Ursprunges. Das älteste, biblisch belegte Marienlob stammt aus dem Mund von Marias Verwandter Elisabeth, die als die erste uns bekannte Marienverehrerin gilt. Sie erhält von ihrer Verwandten Maria, die Jesus in ihrem Mutterschoß trägt, Besuch. Als sich die beiden Frauen umarmen, grüßt Elisabeth Maria mit den folgenden Worten der Verehrung:“Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes..“(Lk 1,42)

Die Maiandachten kamen als Frömmigkeitsform des Barock in Italien auf und verbreiteten sich im 19. Jahrhundert. Sie entwickelten sich parallel zu den Marienwallfahrten. Am 1. Mai 1841 feierten drei Klosterfrauen des Ordens der Schwestern vom Guten Hirten im Konvent Haidhausen bei München die erste Maiandacht auf deutschem Boden.

Auch in unserem Pastoralverbund hat sich diese schöne Tradition etabliert und so werden zu den regulären Maiandachten sonntags (14:30 Uhr /Bremen; 18:00 Uhr / Niederense) jeden Freitag um 18:00 Uhr weitere Maiandachten gefeiert.

Am Freitag, dem 07.05.2010 um 18:00 Uhr findet die Maiandacht in der Kapelle des „Haus am Spring“ statt.

Meinen heutigen Eintrag möchte ich mit einem Mariengebet abschließen:

Mit dem Engel Gabriel und allen himmlischen Chören

preisen wir dich, Jungfrau Maria, und freuen uns über die

Ehre, die Gott dir durch den Gruß des Engels erwiesen hat.

In dir hat der Höchste sich eine Wohnung geheiligt.

Du bist ganz schön und kein Makel ist an dir.

In dir hat die ewige Weisheit sich ihr Haus gebaut.

Du bist die auserwählte Tochter des Vaters, die gnadenreiche

Mutter des Sohnes, die makellose Braut des Heiligen Geistes.

Dich haben alle Geschlechter gelobt und seliggepriesen.

Du hast als Jungfrau deinen Schöpfer geboren und als

Jungfrau nach der Geburt ihn angebetet.

Der Engel des Herrn wurde gesandt zur Jungfrau Maria.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist

mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen.

Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade gefunden bei

Gott. Siehe, du wirst einen Sohn gebären. Der Herr wird

ihm den Thron seines Vaters David geben. Und er wird

herrschen in Ewigkeit und seines Reiches wird kein Ende sein.

Selig bist du, Maria, und allen Lobes würdig.

Sie ist sie, weil sie den Heiligen Geist erhielt, der sie

heiligte und zum Tempel Gottes machte. Selig ist sie, weil

sie geglaubt hat, dass in Erfüllung geht, was der Herr ihr verheißen hat.

Jungfrau Maria, bitte für uns um Frieden. Denn du hast

geboren Christus, unseren Erlöser und Herrn.

Amen.

(Pater Gerhard Eberts MSF)

In diesem Sinne, eine „Gute Nacht“!


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