… wie die Stadt Hannibal im Staat Missouri auch genannt wird.Ich befinde mich im „MidWest“, sprich mitten im Herzen der USA. Wie der Spitzname der Stadt Hannibal schon sagt- ich lebe hier in einer typisch amerikanischen Stadt. Es ist ruhig, gemuetlich und alles in allem ein bisschen langweilig. Die Stadt hat circa 18 000 Einwohner und die Innenstadt ist so, wie sich Deutsche eine typische kleine Stadt in den USA vorstellen… (siehe Foto).

Aber auch bekannt ist Hannibal durch seinen Autor Mark Twain, Erfinder von Huckleberry Finn und Tom Sawyer. Die Schauplaetze beider Abenteurer befinden sich hier in der naeheren Umgebung, wie die Hoehle, in der Indianer Joe sterben musste sowie der Leuchtturm und die Plaetze am Fluss Mississippi (fliesst direkt an Hannibal entlang). „Downtown“ befinden sich das Museum „Mark Twain“, seine ehemalige Wohnung, ein Hotel, das nach ihm benannt worden ist und ein gleichnamiges Restaurant.
Neben Mark Twain gibt es hier aber noch weitere bekannte Persoenlichkeiten, wie unter anderem Magaret Tobin Brown, bekannt eher unter „Molly Brown“, eine der Ueberlebenden der Titanic. Ihr ehemaliges kleines Wohnhaus wurde der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht, als eine Art Museum.
Auch Jale Beckley, bekannt unter „Old Eagle Eye“, stammt aus Hannibal. Er ist ein sehr bekannter Baseball- Spieler. Schauspieler Cliff Edwards, bekannt unter „Ukelele“, stammt ebenfalls aus Hannibal.-

Aber direkt „Downtown“ lebe ich ja nicht. Genau genommen lebe ich ja in gar keiner Stadt, sondern auf einem Campus. Ich studiere seit August 2009 am Hannibal- LaGrange College.
Downtown ist in etwa 10min mit dem Auto entfernt, der naechst groessere Einkaufsmarkt (24Stunden, 7 Tage die Woche geoeffnet) „Wal Mart“ befindet sich 5min entfernt und mehr ist eigentlich auch nicht hier in der Naehe. ;o) Die naechst groessere Stadt, mit ein paar mehr Restaurants, der naechsten Disko und einer kleinen Mall ist Quincy. Aber auch nach Quincy faehrt man circa eine halbe Stunde mit dem Auto.

Da stellt sich die Frage: Was macht man hier als abenteuerlustiger Stundent?
Die Antwort ist kurz: Trainieren und studieren.
Zum Glueck gibt es hier am College eine super Bibliothek, die einem sehr hilft Ruhe zu finden, um richtig zu Lernen und auch die Halle (in der ich meine meiste Zeit verbringe) ist sehr gut ausgeruestet mit 2 Basketballfeldern, einem Kraftraum, einen Baseballuebungsfeld, einem Raquetballfeld, einem Volleyballfeld und einem Ausdauer- Fitnessraum. Moeglichkeiten zum Trainieren gibt es also genuegend. In der Regel habe ich 2 mal am Tag Training mit der Mannschaft und trainiere dann selber noch 1-2 mal taeglich. 2 Mal die Woche kommt dann noch Einzeltraining mit dem Assistant- Coach hinzu.
Fuer diejenigen, die es noch nicht wissen oder vergessen haben: Warum ich ueberhaupt die Gelegenheit bekommen habe in den USA zu studieren ist ein Basketball- Stipendium. Deshalb habe ich meinen geliebten Heimatverein, den TV Werne 03, verlassen und bin ueber den weiten Ozean in das >Land des Basketballs< geflogen.

Nach nun schon 2 Monaten an einem amerikanischen College kann ich sagen, dass ich mich nach wie vor „zu Hause“ fuehle und immernoch sehr viel dazu lerne. Nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessern sich taeglich sowie meine Basketballperspektive, sondern auch meine Menschen- und Kulturkenntnisse werden immer besser. Natuerlich lerne ich auch viel fuer meine Uni- Faecher und so langsam verstehe ich auch das US- amerikanische Unisystem, das wesentlich anders ist als in Deutschland.
Seit Kurzem weiss ich auch endlich, was ich studieren werde. Ich werde einen Doppel- Bachelor in Soziologie und Psychologie und nebenbei einen Minor in Spanisch machen; wobei ich auch immer mehr merke, dass Spanisch eine ziemlich weit verbreitete Sprache hier ist, denn manchmal lassen sich Ausschilderungen etc. nicht nur in Englisch, sondern auch in Spanisch finden.
Immerhin ist Mexiko ja auch nicht allzu weit weg… ;o)

Da heute der 1. November ist, war gestern Halloween. In Deutschland ja nicht allzu gross gefeiert, da eigentlich der Reformationstag im Vordergrund steht; hier hingegen heiss geliebt. 😛 Genau genommen konnte ich mich persoenlich allerdings nicht allzu sehr fuer den Feiertag begeistern, da mich das Ganze eher an einen Kindergeburtstag mit Verkleidung erinnerte. Das klingt jetzt vielleicht etwas boese, ist aber nicht so gemeint. ;o) Es hatte nur den Eindruck auf mich, aber die Amerikaner hier hatten eine ganze Menge Spass und konnten den ganzen Abend feiern.

Da gerade Wochenende ist und viele der Studenten nach Hause gefahren sind, ist auf dem Campus am Wochenende nicht allzu viel los, was einem Zeit gibt Briefe und emails nach Hause zu schreiben, oder hier beim WA zu Bloggen. ;o)
Viele auslaendische Studenten, die hier sind, fahren auch haeufig ueber das Wochenende weg und sehen sich Staedte etc. an, was fuer mich aber nur manchmal geht, da ich auch oft am Wochenende Training habe, was natuerlich verpflichtend ist und ich nicht einfach so fehlen darf.
Aber ich bin ja erst seit 2 Monaten hier und bis Mai, wenn ich erst wieder nach Hause fliege, ist ja noch sehr viel Zeit…

Mal sehen, was mich hier im „Land der unbegrenzten Moeglichkeiten“ noch so erwartet…


Über die Autorin/den Autor:  Yaila Zotzmann studiert in den USA. Die Wernerin lebt in Mississippi. Dort hat die Basketballerin ein Sport-Stipendium bekommen. Was sie in den Staaten erlebt, darüber berichtet sie im Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: