Hallo zusammen,

mit der neuen Saison geht auch für viele das grosse Zittern und Bangen wieder los. Es droht mindestens zwei Vereinen der Gang in das Unterhaus, was in der Politik in England ja noch eine Beförderung währe, denn da sitzt ja die Regierung. Aber Spass bei seite, das wird wieder eine haarige Sache, und auf Platz 16, dem Relegationsplatz, sollte man sich wohl besser nicht verlassen. Cottbus hat in der vergangenen Spielzeit ja eindrucksvoll bewiesen, was dieser drittletzte Platz in der Endabrechnung wert ist.

Auf diesem Platz wird der VfL Bochum nicht landen, denn die sind mal wieder reif, und Marcel Koller wird auch kein Weihnachtsgeld mehr im rewirpower-Stadion bekommen. Das gleiche Schiksal könnte Michael Skibbe ereilen, denn bei der Diva vom Main ist es in der letzten Zeit eigentlich für Frankfurter Verhältnisse viel zu ruhig gewesen. Wen nehmen wir denn noch ins Boot? Die drei Aufsteiger sind natürlich der Klassiker, ist mir aber auch wieder zu einfach, obwohl die Mainzer und die Freiburger durchaus „ernsthafte“ Kandidaten sind, wobei ich den Freiburgern da schon eher den Klassenerhalt zutraue. Wird wohl alles wieder nicht richtig sein, aber im Moment meine ich das eben mal so. Solln wir denn die Kölner ganz aus dem Blickfeld lassen? Da ist ja nur noch Poldi, Poldi und nochmals Poldi, und sonst weiter nichts. Wird da überhaupt noch am Dom weitergebaut? Das könnte bei aller Euphorie urplötzlich eine ganz enge Kiste werden. Toni Schumacher ist vor Lichtjahren auch mal zum So4 geholt worden, um mit seiner Erfahrung und Klasse für die nötigen Punkte zu sorgen, und was kam am Ende heraus? Ein Jahr später durften die Königsblauen doch nach Meppen reisen, ohne Toni, aber zum Punktsoiel in Liga zwei. Also das mit der einen Schwalbe und dem Sommer gilt ausnahmsweise auch für die Karnevalshochburg am Rhein.

Also Kandidaten sind genug da, aber für mich ist der VlL Bochum, trotz der guten Bratwürste, die Nummer eins. Auf eins folgt Mainz, wie es spielt und fliegt. Karneval können sie dieses mal besser, besser wird es dann vielleicht wenn die 05er in ihrem neuen Stadion spielen können.

Zum Karneval wie zum Fußball gehört das Singen. Auch das Singen von Vereinsliedern. Jedes Lied oder jeder Text hat auch eine Vergangenheit, und soll mit Inbrunst und Freude ohne irgendwelche Hintergedanken gesungen werden, und wird es auch. Da sollte man bei der ein oder anderen Zeile mal die Kirche im Dorf lassen. In unseren Nachbarländern geht es doch auch. Ich habe z.B. noch keinen Holländer erlebt, der sich urplötzlich über die ersten Worte in der holländischen Hymne aufregt, die beginnt mit „Bin ich von deutschem Blut, dem Vaterland getreu..“ beginnt. Im Gegenteil, ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an das Spiel bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland denke, als im Gelsenkirchener Parkstadion Holland und Irland aufeinandertrafen. Mit vier Leuten saßen wir unter den gut fünfzigtausend Holländern, fünfzehntausend waren Iren, als die „Oranje“ die Hymne mitsangen, und wie! Ich fragte anschliesend nach dem Text, bzw. der Bedeutung, und die jungen Holländer die hinter uns saßen, haben uns voller Stolz alles zu ihrer Hymne erklärt. Es geht also! Und wenn am 16. August, so gegen 17.20 Uhr wieder unser Vereinslied in der Arena erschallt, werden wir wieder alle mitsingen, alle Strophen!

Tschüß, bis die Tage

R.A.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: