Ich wusste ja schon lange, dass dieser Tag kommen würde, irgendwann. Und heute war er dann doch ganz plötzlich da: auch meine letzte, mir hier in Werl verbliebene Freundin ist umgezogen / weggezogen. Alle anderen (außer mir) wollten vorm Studium noch etwas erleben, irgendwo hin, Dinge und Menschen kennenlernen. Für mich war dieser Plan nichts, und nun sitze ich hier alleine, ohne meine Freundinnen. Die eine in Brasilien, 2 in Berlin, eine in Frankfurt… Wirklich ein blödes Gefühl. Meine männlichen Freunde sind zwar noch da, aber so ganz ohne Mädels – das ist doch nichts… Zwar kann man telefonieren oder e-mails schreiben, nur leider haben die Mädchen soviel zu tun, dass sie sich meist nur selten oder dann auch nur ganz kurz melden können. Und wenn man sich sonst jeden Tag gesehen oder gehört hat, die Wochenenden und die Vormittage miteinander verbracht hat, ist das schon eine sehr große Umstellung für mich. Vor allem, weil ich hier bin – und die anderen weit weg ein ganz anderes Leben führen und wahrscheinlich gar keine Zeit für Heimweh oder große Gedanken an mich haben. Spätestens Weihnachten sehe ich manche von ihnen aber wieder. Und  in knapp 2 Wochen fängt für mich ja auch praktisch ein neues Leben an – in Münster an der Uni. Dort hoffe ich natürlich auch, neue Freundinnen zu finden (ohne natürlich die alten zu vergessen), aber jeder braucht doch auch Freundinnen, die man oft sieht, mit denen mal praktisch jederzeit etwas unternehmen kann. Jedenfalls ist es bei mir so, vor allem, wenn ich „die Alten“ so vermisse wie jetzt.

Als „die Letzte“ dann heute nach Berlin umgezogen ist, haben wir noch einmal zum Abschied ordentlich gefrühstückt. Über die kommenden Monate haben wir dabei eigentlich wenig geredet. Jetzt bin ich schon ganz gespannt auf die erste Mail aus der Hauptstadt. Ich hoffe, alles läuft wie geplant oder besser. In kurzer Zeit kann ich dann selbst Mails in die „weite Welt“ schreiben, in denen ich es mal bin, die von ihrem neuen Leben berichtet…

Auf diesem Wege noch einmal viele Grüße an „meine Mädchen“ – ich vermisse euch und hoffe, es geht euch gut, was auch immer ihr gerade macht.


Über die Autorin/den Autor:  Mariella Steinweg füllt im Lokalteil des Anzeigers die Kolumne "Auf ein Wort". Das Schreiben macht der Studentin für Germanistik und Geschichte in Münster großen Spaß. Mehr über sie im Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: