Habe eben (natürlich) das Spiel vom Sofa aus verfolgt, obwohl es mich eigentlich gar nicht interessierte. Aber als ich von meinem Zimmer aus in kurzem Abstand die Leute laut jubeln hörte, wollte ich schon sehen, was da in Basel los ist (schließlich schien es ja wirklich spannend zu sein). Und tatsächlich: je weiter die Zeit in der linken oberen Ecke voranschritt, desto mehr wurde man selbst mitgerissen, man wollte einfach wissen, wie es ausgeht, wer gewinnt und fieberte mit. Zwar kann ich dem Fußballspiel an sich immernoch nichts abgewinnen, jedoch ist die Stimmung während der EM, während den einzelnen Spielen und vor allem nach einem deutschen Fußball-Sieg einfach fantastisch, (wenn sie nicht in eine gefährliche, rassistische Richtung abdriftet), so fährt hier im kleinen Werl schon sein einer halben Stunde (und ich denke das bleibt auch erstmal so) eine riesige, hupende und grölende Autoschlange durch die Straßen, und Nachbarn kommen zu dieser eigentlich späten Zeit zusammen, reden und beglückwünschen sich komischerweise gegenseitig (wofür ist mir schleierhaft, schließlich kann ich doch nichts dafür, dass der glückliche Torschütze zufällig die gleiche Sprache spricht wie ich).

Solange also diese Stimmung friedlich ist, und sich die Leute einfach gemeinsam über diesen Sport freuen, gefällt er mir. 


Über die Autorin/den Autor:  Mariella Steinweg füllt im Lokalteil des Anzeigers die Kolumne "Auf ein Wort". Das Schreiben macht der Studentin für Germanistik und Geschichte in Münster großen Spaß. Mehr über sie im Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: