Zwischen der ziemlich kurzen Nacht nach kollektivem Fußballschauen und einem Tag, der mich wieder zum Lernen zwingen wird, wird mir eines immer klarer: Langsam scheine ich zu begreifen, dass die Schule für mich wirklich vorbei ist. So richtig. Endgültig. Langsam legt sich der Stress (obwohl der Pegel vor der Nachprüfung natürlich schon hoch ist) der langen Abivorbereitungen, ein Gefühl von Urlaub stellt sich ein. Das Kapitel Schule scheint sich immer schneller dem Ende entgegen zu neigen. Und wenn ich Donnerstag diesen Klassenraum verlasse, nach 30 Minuten, in denen ich hoffentlich halbwegs schlaue Mathematik von mir gegeben haben werde, kann ich einfach nur noch entspannen und mich freuen, auf die Termine der nächsten Tage: Von Donnerstag bis Sonntag Berlin08-Festival, dann unser Ruinenfest, der Abigag, die Planwagenfahrt, und dann natürlich Abimesse und Abiball… Und was noch alles danach kommt, im August, im Studium und allgemein, das weiß ich ja auch noch nicht.

Doch leider muss ich bis dahin noch einiges tun, damit die Prüfung glatt läuft. Ich muss gestehen, das Lernen fällt mir bei diesem Wetter schwer, vor allem wenn fast alle Freunde jetzt schon fertig sind und keine Nachprüfung schreiben müssen. Aber ich beiße mich schon durch. Bis Donnerstag will ich auf jeden Fall noch  einige Stunden lernen.

Und wenigstens während der Lernpausen kann ich dieses „Freiheitsgefühl“ der nächsten Tage schon jetzt wie die meisten Abiturienten genießen.


Über die Autorin/den Autor:  Mariella Steinweg füllt im Lokalteil des Anzeigers die Kolumne "Auf ein Wort". Das Schreiben macht der Studentin für Germanistik und Geschichte in Münster großen Spaß. Mehr über sie im Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: