wenn man in der Vergangenheit bei Spielen gegen den FCB nicht unbedingt gravierende Unterschiede zwischen dem FC Schalke 04 und dem deutschen Rekordmeister ausmachen konnte, so war es dann aber gestern der Fall.
Allein das Spiel ohne Ball, und das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff mit Ribery, Schweinsteiger, Klose und dem erstaunlich beweglichen „Kanten“ Luca Toni.
Unsere Jungs waren „stehts bemüht“, aber man hatte immer den Eindruck, wenn den Königsblauen irgendwann einmal der Ausgleich gelungen wäre, hätten die ganz Weißen einen Gang zugelegt und die drei Punkte suverain mit an die Isar genommen.
Da ändert auch die Tatsache nicht das der S04 fünfzehn Ecken herausgeholt hat, aber mehr als ein Kopfball von Bordon knapp über das Gehäuse des fast beschäftigungslosen Oliver Kahn kam nicht dabei heraus. Das ist einfach zu wenig. Standarts der Schalker waren vor nicht allzu langer Zeit einmal ein bei den Gegnern gefürchtetes Mittel.
Es war gestern ganz deutlich zu sehen, das bei den Gästen ein Ribery, bei den Bremern ein Diego, bei den Hamburgern ein van der Vaart, und bei den Leverkusenern ein als gesamt funktionierendes Team den Unterschied ausmachen.
Wir haben zwar halb Südamerika herumlaufen oder sitzen, aber von meinem Klappsitz hat mich noch keiner so wirklich gerissen.
Ich gebe ja zu, das ich nicht unbedingt ein glühender Fan von Kevin Kuranyi bin, aber wie soll er als Spitze vorne etwas zustande bringen, wenn jegliche Unterstützung aus dem Mittelfeld und den Außen fehlte. Zudem kann ich nicht nachvollziehen, wieso Gerald Asamoah gestern so lange mitwirken durfte, der war ja schon nach dreißig Minuten reif für die erste Auswechselung.
Was nun auf Schalke?
Mittwoch noch einmal ein Highlight, Champions-League in Porto.
Was passiert da wenn die Schalker in Rückstand geraten?
Gibt es dann ein Debakel, oder reißen sie sich dann den allerwertesten auf um in Portugal bestehen zu können? Mit Sprüchen wie vor dem gestrigen Spiel von Krstajic sollte die Truppe vorsichtig sein, lieber erst einmal Taten zeigen auf dem Platz.
Und dann geht es am kommenden Samstag nach Bielefeld, die brauchen jeden Punkt im Abstiegskampf, und wittern jetzt auf Grund der angespannten Situation auf Schalke ihre Chance, nicht wahr Herr Witteborg.
Darauf wird auch der MSV Duisburg spekulieren, wenn er sich am darauffolgenden Freitag in der Arena vorstellt.
Natürlich sind das jetzt Momentaufnahmen, vielleicht zu düstere Gedankenspiele, aber wenn man wie ich dieses ständige Auf- und Ab um diesen Traditionsverein mit seiner riesigen Anhängerschar schon vierzig Jahre mitmacht, der hat da so seine Erfahrungswerte, und da sind einige dabei, die waren nicht die besten.

Schönen Sonntag noch

Tschüß, bis die Tage

R.A.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: