Hallo zusammen,

wenn man auf Schalke ist, gibt es immer etwas zu diskutieren und analysieren oder einfach seine Meinung zu sagen.
In unserem Block habe ich mich mit zwei Schalke-Fans unterhalten die schon lange, die schon lange dabei sind.
Horst Schindel ist 64 Jahre alt, stammt aus Dorsten und ist seit 1957 treuer Anhäger der „Königsblauen“.
Michael Wagner ist 55 Jahre alt, stammt aus Bösensell bei Münster, und geht seit 1972 auf Schalke, sein Sohn ist auch schon seit fünfzehn Jahren dabei.
Beide verbindet ein gemeinsames Hobby außer dem Fußball, das Tischtennisspielen.
Michael stört im Vergleich zum früheren Fußball, das zuwenig Kampf im Spiel ist, Technik ist zwar auch wunderschön anzusehen, aber es fehlt den Schalkern doch einer, der das Herz in beide Hände nimmt, und auch mal alleine einen Vorstoß auf das gegnerische Tor wagt.
Weiter bemängelt Michael, der seit 27 Jahren aktiv Tischtennis in der 1. Kreisklasse beim SV Bösensell spielt, das Spiel über die Außen. Zwar bemühen sich Rafinha und Lövenkrands, aber letztendlich fehle der direkte Zug zum Tor, auch würde zu wenig aus der zweiten Reihe geschossen, sondern zu seinem Ärger immer wieder versucht den Ball durch die Mitte zu tragen, um sich dann unnötige Ballverluste einzufangen.
Horst, der zunächst als Elektriker im Bergbau tätig war, und dann als Maurer bei den Chemischen Werken in Hüls Säureschächte gemauert hat, prangert die Söldnermentlität bei den heutigen Spielern an.
Hätte man früher noch ein richtiges Pläuschen mit den Aktiven halten können, würden heute einige Spieler für seinen Geschmack zu sehr auf Distanz gehen.
Horst, der jetzt das Rentnerdasein genießt, und früher in der Verbandsliga beim SV Ibbenbüren Tischtennis spielte, bemängelt ebenfalls das Spiel über die Außen.
Auch das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff gefällt ihm nicht. „Da will der Neuer das Spiel schnell machen, und keiner bewegt sich, da fehlt die Überbrückung, das haut nicht hin, man!“.
Am Ende der Saison sieht Horst seine Schalker auf Platz fünf und traut ihnen ein Weiterkommen in der Champions-League zu, „aber im Achtelfinale ist Schluss“.
Sein Kumpel Michael, der im technischen Dienst im Krankenhaus in Lüdinghausen beschäftigt ist, sieht den S04 noch etwas weiter vorne, und traut ihnen am Ende sogar Platz zwei zu, allergings sollten die aus seiner Sicht verwöhnten Profis in der Lage sein, auch bei „Englischen Wochen“ mit drei Spielen ihr Leistungsvermögen abzurufen.
Er erinnerte noch einmal daran welchen Einsatz und Willen Die „Eurofighter“ 1997 gezeigt haben, und als Tabellen Zwölfter der Bundesliga den UEFA-Cup gewannen.
Etwas in Schutz nimmt Michael, der selbst seit zwölf Jahren auch noch Jugendtrainer im Tischtennis ist, und 12 – 15 Jugendliche betreut, die Youngster im Schalker Kader.
„Die brauchen noch ihre Zeit, aber da sind die erfahrenen im Team gefordert, und müssen die Jungs führen.“
Das Gespräch habe ich am Rande des Spiels S04 – KSC geführt. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches „Danke“ an euch beide.
Auch heute wird wieder einiges zu bereden sein, vor allem bei Horst und Michael, die seit 17 Jahren zusammen auf Schalke gehen, sich gemeinsam die Karten für die Arena ausgesucht haben, und sich unter der Wochen auch schon mal zu einem gemütlichen Essen treffen.
Michael, der sich auch gerne einmal Preußen Münster in der Fußball-Oberliga ansieht, bekommt immer noch Gänsehaut wie am ersten Tag, wenn er die Arena betritt, und der Blick von Horst auf den grünen Rasen spricht Bände.
Vielleicht erfüllt sich Michaels Wunsch bald, das die Gegner, wenn sie in die Arena einlaufen weiche Knie bekommen, und der Tempel zu einer uneinnehmbaren Festung wird.
Am besten fangen die Schalker schon heute damit an.

Schönen Tag noch, bis Morgen

R.A.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: