Hallöchen zusammen,

 

das Eierjahr 2012 fängt ja nicht so prickelnd an. Am 4. Mai hatte ich Euch ja berichtet, dass mein kleines spengleri-Weibchen Anzeichen einer bevorstehenden Eiablage zeigte. Am 11. Mai abends war es dann auch soweit. Nachdem ich sie zwei Tage vorher schon in ein separates Ablageterra überführt hatte, damit sie ganz in Ruhe legen konnte, präsentierte sie uns dann auch eine prächtige Kalkschale. 12 Gramm schwer, mit dem Maßen 43 x 21 mm. Alles perfekt…..

Freude war natürlich groß, Brüter lange schon startklar – aber nichts tat sich in den darauffolgenden drei bis vier Tagen. Kein weißes Pünktchen, sprich keine Keimscheibe, schade. Ein Blindgelege – unbefruchtet.

Das gab mir aber die Möglichkeit, mal ein Foto zu machen, wo Ihr mal den Größenvergleich sehen könnt. Damit Ihr einen Eindruck bekommt, warum diese Sorte maximal zwei Eier pro Gelege hat… . Ist schon Wahnsinn, dass eine kleine, gerade mal 150 Gramm schwere Schröte, so große Kalkschalen entwickelt…, oder? So ein Ei füllt ja bald den halben “Innenraum”  aus. Verständlich, dass sie kurz vor der Eiablage nichts mehr fressen – passt ja zusätzlich nichts mehr rein :-)

Hier das Foto:

 

Spengleri-Weibchen Nr. 2 mit erstem gelegten Ei 2012 (leider unbefruchtet)

 

Naja, ich vertraue und hoffe darauf, dass dieses Jahr noch weitere Gelege folgen. Dieses hier abgebildete Tier (Weibchen Nr. 2) hat letztes Jahr immerhin drei Ablagen gehabt – und zwei Krümelchen sind davon geschlüpft, wie Ihr wisst.

Mein spengleri-Weibchen Nr. 3 ist im Moment jedenfalls auch so komisch drauf, da könnte sich evtl. was ergeben. Gewicht ist nämlich sehr hoch, fressen will sie auch nicht, verkrümelt sich ständig, …. warten wir es mal ab. Ich berichte weiter. Irgendwann wird der Brüter schon seiner Bestimmung nachkommen können :-)

Euch allen einen schönen Feiertag!

Ines

 

Hallo zusammen,

der S04 ist auf Tour und im Sommerurlaub. Da scheint alles friedlich zu sein.  Sportlich ist Pause, aber am finanziellen wird weiter kräftig gearbeitet, eigentlich wie immer bei den Königsblauen.   Da wird wieder mit Zahlen und Anleihen jongliert, um den S04 in zehn bis zwölf Jahren Schuldenfrei zu machen.  Versucht man das nicht schon seit der Gründung?    Ist ja auch egal, das sollen die machen, die da vermeintlich die Kenne von haben, aber den sportlichen Aspekt dabei nicht aus den Augen verlieren.   Eine schmale Gradwanderung für die kommenden Jahre zwischen Gesundung und sportlichen Erfolgen.   Um nicht nur andauernd umzuschulden, und sonst noch was, muß ja eigentlich jedes Jahr die Teilnahme an der Champions League her, um richtig Geld zu verdienen, und dann die gesteckten Ziele zu erreichen.       Scheichs oder Ölmilliadäre werden mit ihren breiten Jachten ja wohl kaum über die Emscher schippern können.                        Es gab als Anhang zur Saison noch vier Relegationsspiele.  Ein Platz in der Zweiten Liga und einer in der Ersten waren zu vergeben.    Was da zu sehen war, gehörte weder in die eine, noch in die andere Liga.  Das gehört auf keinen Fußballplatz.      In Düsseldorf gestern Rhein in Flammen einmal anders, und Hut ab, wie Schiedsrichter Stark das in Zusammenwirken mit den Verantwortlichen noch zuende gebracht hat.    Zu Karlsruhe und den Ausschreitungen schreibe ich nichts.    Genausolche Idioten wie teilweise in der Landeshaupstadt von NRW.     Tage wie dieser braucht wirklich niemand.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

jetzt ist es also amtlich, Senor Raul wechselt vom FC Schalke 04 in den petrodollarstarken Wüstenstaat Katar.   Da ist es für den Spanier ähnlich sonnig wie in seiner Heimat, aber das Fußballspielen wird dafür ein wenig gemächlicher angegangen.   Es sei ihm gegönnt, nach zwei tollen Jahren beim S04.                Die EURO 2012 naht.   Heute eingeschlossen, noch 25 Tage bis zum Eröffnungsspiel.  Einen Tag später dann der erste Auftritt “unserer” Truppe gegen Portugal.     Ich könnte mir vorstellen, das man in England, die wetten ja auf allen Sch…., wetten kann, mit wieviel Spielern die deutsche Mannschaft am 9. Juni antritt.   Aktuell könnten neun Akteure beim Anstoß dabei sein, und das wäre, wenn sich an den Statuten nichts geändert hat, auch regelkonform.    Acht Spieler sollten es mindestens sein, die bei Beginn eines Spiels auf dem Platz stehen müssen.   Damit wäre das Soll ja erfüllt, und Jogi Löw könnte sich sogar den Luxus leisten, einen Spieler auf die Bank zu setzten, als Reserve.      Mal Spaß beiseite, aber das Regenerationstrainingslager auf Sardinien ist ja wohl mehr eine, ja was eigentlich, Veranstaltung.    Aber der DFB-Tross wird ja nach dem kommenden Samstag noch gefüllt.             Unabhängig davon laufen die Vorbereitungen für das EURO 2012-Zelt auf Hochtouren.   Der “Spatenstich” ist in der 21. KW geplant.  Da es sich ja um ein Zelt handelt, ist der genaue Baubeginn auch vom Wetter abhängig.    Pünktlich zum Eröffnungsspiel wird die “J&B-Arena” aber fertiggestellt sein.             Parallel hat die Schützfestsaison angefangen, und ist in vollem Gange. Am kommenden Samstag geht es mit einer Abordnung zum befreundeten Schützenverein Mittelstadt Hagen, um dort am Krönungsball teilzunehmen.           Erschwerend kommt noch hinzu, das sich die Renovierung unserer Wohnung mittlerweiler schon fast ins Unerträgliche hinzieht.     Koordination unter Handwerkern sieht anders aus.   Liest sich jetzt zwar vielleicht arrogant, aber mit unserem eingespieltem Team wären wir schon ein paar Runden weiter.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Seit gestern habe ich hier in Toronto ein Fahrrad, das ich die nächsten Wochen nutzen darf. Sara hat das Rad für mich von einem italienischen Architekten aus der Nachbarschaft organisiert. Er ist für ein paar Wochen hier und da seine Frau in Italien ist, leiht er mir ihr Rad – einfach so! Ich hab mich sehr darüber gefreut!

Habe dann direkt einen ersten vorsichtigen Ausflug zum „High Park“ unternommen. Ich denke es ist der größte Park hier in Toronto und bei diesem schönen, sonnigen Wetter, das wir seit einigen Tagen haben, herrschte dort reges Treiben. Der Park ist nicht weit von meiner Unterkunft entfernt, aber ich musste mich auch erstmal an das Radfahren hier gewöhnen. Wenn man Glück hat, erwischt man eine Straße mit einer extra „Bike Lane“. Wenn kein Radfahrer darauf fährt, wird sie als zweite Autospur genutzt – selbst diese „extra Radwege“ sind also baulich zum Straßenverkehr nicht besonders abgegrenzt. “Bike Lanes” sind allerdings selten. Es gibt extra Radfahrkarten, wo diese wenigen Straßen eingezeichnet sind. Ansonsten muss man sich darauf verlassen, dass man nicht zwischen parkenden Autos und dem fließenden Verkehr zerquetscht wird – gefühlt reicht der Abstand gerade mal zum Atmen! Die größte Gefahr geht aber wohl von Autotüren aus! Urplötzlich werden sie direkt vor einem geöffnet, da die Fahrer einfach nicht in den Außenspiegel schauen! Ich denke, viele Autofahrer haben sich einfach noch nicht an die Radfahrer gewöhnt und wie ich von mehreren Seiten gehört habe, ist auch der aktuelle Bürgermeister eine bekennender Autofahrer und unterstützt nicht die Belange der Radfahrer. Dennoch gibt es recht viele Radfahrer in Toronto. An mehreren Stellen in der City kann man sich Fahrräder für 5 CAD am Tag leihen und viele Leute nutzen ihr Fahrrad für den Weg zur Arbeit – wie ich heute Morgen festgestellt habe.

Es war nicht geplant, dass ich mit dem Rad zur Sprachschule fahren würde. Denn die Sprachschule liegt mitten in Downtown und ich wollte mich an meinem zweiten Radfahrtag nicht direkt in den Berufsverkehr stürzen. Aber in der Subway hat es heute Morgen gebrannt und anstatt mich in die überfüllten Busse zu quetschen, habe ich mich dann doch für das Rad entschieden. Sehr zum Leidwesen meiner Gastmutter, denn ich hab doch noch keinen Fahrradhelm! Es besteht zwar keine gesetzliche Pflicht, aber dennoch ist es hier in Toronto die Ausnahme ohne Helm zu fahren! Und ich werde morgen wohl auch mal nach einem Helm schauen.

So habe ich mich dann heute Morgen in den Straßenverkehr gewagt und mich durch die Straßen von Toronto Richtung Downtown spülen lassen. Und es war ein ziemlich cooles Gefühl, vom Rad aus die Skyline von Toronto zu sehen – erst aus einiger Entfernung, dann immer näherkommend und schließlich von den Häuserschluchten geschluckt zu werden.

Was mir schon vorher als Fußgänger aufgefallen ist, empfinde ich jetzt insbesondere als Radfahrer sehr entspannend: Bevor die Ampel auf rot umspringt, werden die letzten Sekunden der Grünphase runtergezählt. Das ermöglicht einem ein planvolles Radfahren und kein Sinnloses in-die-Pedale-treten, nur um dann außer Atem an der gerade rot gewordenen Ampel zu stehen.

Hall zusammen,

Jogi Löw setzt, oder wollte es zumindest, auf einen Bayern-Block in der Fußballnationalmannschaft.    Jetzt haben die “Mir san mir”-Kicker in dieser Saison noch nichts gewonnen, und sind nach DFB-Pokalfinale mit einer richtigen Packung an den Hax’n in die Bayerische Landeshauptstadt geflogen, um am Samstag zum “Finale dahoam” wieder fit zu sein.                      Was passiert denn mit Schweinsteiger, Badstuber, Müller und Co., wenn es gegen Chelsea die nächste Pleite gibt?        Dann hätte “Vizekusen” Leverkusen einen “würdigen” Nachfolger mit den “Vizebayern” gefunden.            Selbstvertrauen flößt soetwas ja nicht unbedingt ein, wenn du mit ein paar Pleiten in Folge, gegen Portugal, den Niederlanden und Dänemark antreten mußt.        Allein der Fan vor dem Fernseher bekommt schon Schweißausbrüche, wenn der Ball Richtung deutschen Strafraum mit  Manuel Neuer zwischen den Pfosten fliegt oder rollt.          Wir mit unserer Truppe, die auch zu den zig-Millionen Bundestrainern zählt, hätten sowieso eine andere Startelf im Kopf als Löw.  Da sind wir uns alle einig, die beste Innenverteidigung müsste aus Hummels und Höwedes bestehen.    Die haben schon mal den Vorteil, das sie eine aus ihrer jeweiligen Sicht, eine erfolgreiche Saison gespielt, und die letzten Spiele gewonnen haben.      Nachteil für den Blauweißen und den Schwarzgelben, sie spielen in Vereinen die oberhalb der Weißwurstgrenze beheimatet sind.   So VfB Stuttgart müsste es mindestens schon sein, Cacao lässt grüßen.              Da bleibt im Sinne der deutschen Nationalmannschaft für die EURO 2012, und nur deshalb, zu hoffen, das die Großkopferten am Samstag den Kopf aus der Schlinge ziehen, und etwas für ihr Selbsvertrauen tun.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

 

 

Vor ein paar Tagen habe ich mich das erste Mal aufgemacht, um länger auf einer Wnaderung unterwegs zu sein, als nur ein paar Stunden.
In Fox Glacier habe ich eine Malaysierin kennengelernt, mit der ich den Copland Track gemacht habe. Der ist in der Nähe vom Gletscherort angesiedelt, 17km lang und dauert für einen Weg ungefähr 7Stunden. Nach dieser Strecke kommt man dann in einer Hütte an, in der man übernachten kann und am nächsten Tag den gleichen Weg wieder zurückgeht, den man gekommen ist.
Meine Wanderbegleitung hatte sich mit dem Department of Conservation unterhalten, die meinten, dass der Weg “einfach” ist und “flach”, immerhin geht es nur etwas über 400m hoch. Die Broschüre sagt dann auch sehr viel aus…

(grob übersetzt)
Der Track startet mit der Überquerung des Rough Creek. […] Danach führen die orangenen Marker über einen gut geformten Weg durch den Wald.

(der tatsächliche Weg)
Es hat geregnet (laut Wettervorhersage sollte es ein schöner Tag werden). Die Überquerung vom Fluss hat uns das erste Mal nasse Füsse verschafft, wobei ich sagen muss, dass ich dort nur nasse Schuhe bekommen habe. Der schöne Waldweg war dann leider Gottes wunderschön aufgeweicht und durch einen Fehltritt sank mein Schuh dann mal bis zum Fussgelenk in den Schlamm. Der kleine Bach danach säuberte das Ganze dann wieder – und ich hatte nasse Füsse.

Der Track führt weiter durch die orangenen Zeichen durch offene Gebiete und Flüssüberquerungen. Das stimmt so ungefähr. Es geht dabei aber immer wieder hoch und runter und das nicht wirklich in angenehmen Weisen. Man darf über Steine klettern und Wurzeln als Stufen nutzen. Vom Nebenfluss vom Karangarua River zum Architect Creek gibt es steinige Flussbetten, Waldstücke und grasbewachsene Lichtungen.

Die genannten Brücken sind zweimal Hängebrücken, die im Grunde genommen nur aus Stahlseilen bestehen bei denen Maschendrahtzaun überspannt worden ist. Das bedeutet, dass man sehr lange, sehr hoch über einem Fluss gehen muss und jeden seiner Schritte sehen kann. Für jemanden mit Höhenangst ist das nicht gerade optimal. Zudem darf man auch eine 500m lange Region durchqueren, in der die Gefahr von Erdrutsch und Steinschlägen besteht. Und einen “Fluss” überqueren, der eher ein Wasserfall ist.

Nach den Brücken steigt der Weg an zu anderen Creeks und durch ein Waldstück. Danach kommt eine Lichtung mit der Welcome Flat.

Eine nette Person hat sich die Mühe gemacht und hat Kilometerzahlen auf die orangenen Pfeile geschrieben. Man wird leider ziemlich demotiviert, wenn man einfach nicht weiter kommt. Es geht hoch, es geht runter und die Zahl bis zur Hütte wird nicht kleiner. Und dann kommt sie, die Lichtung. Das Wetter ist schön geworden und die Sonne scheint auf die umgebenen Berge. Nach einer Kurve kommt dann auch der Blick auf die Hütte und zur Linken liegen die Hot Pools. Natürliche heiße Quellen, die in mehrere Vertiefungen enden. Perfekt nach einer langen und anstrengenden Wanderung. Außerdem wunderbar, wenn man einen sternenklaren Nachthimmel hat. Im warmen Wasser liegen und die Milchstraße ansehen. Da wurde uns dann bewusst, warum wir den Weg gemacht haben.
Der Rückweg war dann auch wieder nass von oben, aber einfacher. Trotzdem hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Anstrengend, aber absolut atemberaubend (in jeder Art und Weise).

Morgen beginnt schon meine zweite Woche in der Sprachschule. Die erste Woche war intensiv und ich habe jeden Tag viel gelernt. Natürlich in erster Linie englische Wörter oder besser gesagt „kanadische“ Wörter, denn es gibt doch schon überraschend viele Unterschiede zwischen dem britischen und dem amerikanischen bzw. kanadischen Englisch. Aber ich lerne auch jeden Tag viel von den anderen Nationen und ich vermag nicht zu sagen, welches Lernen für mich bedeutsamer ist.

Es sind nicht viele deutsche Studenten an der Schule und insgesamt auch nur wenige Europäer. Während sich Mexikaner, Brasilianer, Asiaten dann nach der Schule doch irgendwann innerhalb ihrer Nationen treffen, verbringe ich mal mit dieser und mal mit jener Gruppe meine Zeit und nehme so auch die Unterschiedlichkeiten bewusst war. Die Asiaten sind ruhiger und zurückhaltender und es braucht etwas mehr Zeit, aber man kann tolle und interessante Gespräche mit ihnen führen. Und ich kann von ihnen einiges bezüglich Wortwahl und Grammatik lernen! Die meisten Asiaten kommen übrigens für 6 – 12 Monate nach Toronto. Ich glaube die Visa Bestimmung sind dort auch nicht so streng. Die Südamerikaner machen häufig nur vier Wochen „Ferien“ hier. Während mich die Kanadier gut verstehen, haben die Südamerikaner manchmal Schwierigkeiten mich zu verstehen und ich umgekehrt sie! Sie fangen aber direkt an zu plappern und fehlendes Verständnis wird mit Lachen und viel Wärme und Herzlichkeit ausgeglichen.

Ich finde es spannend, mir diesen und vielen anderen Unterschiedlichkeiten bewusst zu werden.

Ich habe hier vor ein paar Tagen vor meinem Fenster einen riiiesigen Waschbären die Wand hochklettern sehen. Mitten in der Stadt! Am helllichten Tag! Ich habe ganz aufgeregt Fotos gemacht und sie anschließend Sara gezeigt. Sie hat ganz unaufgeregt festgestellt: „Oh, a racoon.“ Für sie gehören Waschbären – auch in dieser Größe – zum normalen Straßenbild. Sie werden in der Stadt so groß, weil sie den Hausmüll fressen.

 Als ich in der Klasse vom Waschbären erzählt habe, haben wir den Brasilianern im Internet Bilder von Waschbären gezeigt, denn sie kannten nicht nur das englische Wort, sondern einfach auch das Tier, nicht. Und so beschreiben wir uns immer wieder gegenseitig Wörter und Dinge, die für einen von uns so selbstverständlich sind: Wie zum Beispiel auch „Legosteine“ oder Rhabarber. Rhabarber haben wir bei einem Ausflug zum St. Lawrence Market (eine große Markthalle in Toronto Downtown mit Köstlichkeiten aus aller Welt) gesehen und ein Student aus Mexiko fragte danach. Wie lässt sich Rhabarber beschreiben? Und dann noch auf Englisch! Spannend!

Besonders viel geht mir hier in Australien nicht auf die Nerven. Lediglich die Reiserei die mit meinem Job nun mal verbunden ist kommt nahe dran. Seit Ende Januar bin ich zum ersten Mal wieder drei Wochen am Stück zuhause in Brisbane. Dazwischen lagen Trips nach Townsville, Sydney (3x), Canberra, Melbourne (2x), Dortmund (das liegt in Deutschland), Auckland (Neuseeland) und Adelaide. Im März und April habe ich jeweils ganze fünf Nächte in meiner Wohnung verbracht. Da hätte ich meine Bude im Grunde für zwei Monate untervermieten können. Für die fünf Nächte hätte ich dann eine Luftmatratze genommen und im botanischen Garten gepennt.
Das schönste an der Reiserei ist die Rückkehr nach Brisbane, der Moment in dem ich aus dem Terminal trete und bei 25 Grad in den blauen Himmel schaue. Davon kriege ich nicht genug.

Im Februar fanden die Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele in London statt. Zunächst das australische, dann das kontinentale. Das Ergebnis war sehr gut für uns, wir haben unser gestecktes Ziel die maximale Anzahl an Spielern zu qualifizieren erreicht – jeweils zwei im Einzel und einen dritten Spieler für die Mannschaftswettbewerbe. Und mittlerweile habe ich auch die offizielle Bestätigung vom Australischen Olympischen Komitee bekommen, dass ich in London dabei bin! Das macht mich unheimlich stolz, und ich bin sicher, dass es ein unvergessliches Erlebnis wird. Einen kleinen Wehrmutstropfen gab es dann jedoch bei einer Telefonkonferenz mit dem AOC Anfang der Woche. Das Organisationskomitee LOCOG hat beschlossen, dass beim Einmarsch der Nationen nur Athleten und ganz wenige selektierte Coaches dabei sein dürfen. Das ist eine Änderung gegenüber den früheren Olympischen Spielen. Der TT-Coach hat hier in Australien leider keine besondere Priorität, aber mal schauen, irgendwie schmuggle ich mich schon dazwischen.

Ende März/Anfang April war ich dann für zwei Wochen in meiner Heimat Dortmund, wo ironischerweise die Mannschafts-Weltmeisterschaft stattfand. Sportlich war es ein großer Erfolg für uns, sowohl die Damen, als auch die Herren verbesserten ihr Ergebnis gegenüber der letzten WM in Moskau 2010 um jeweils 15 Positionen: Die Damen gewannen die 2. Division und wurden dadurch Gesamt-25. Bei der nächsten WM warten in der 1. Division dann Gegner wie China, Korea, Japan und…. Deutschland. Die Herren wurden Gesamt-35. und erzielten damit das beste Ergebnis seit 21 Jahren. Für mich eine sehr gute Referenz, denn letztlich kann ich mir die guten Resultate genauso auf meine Karte schreiben, wie ich für die schlechten den Kopf hinhalten muss.

Die Reise war eine Erfahrung für sich, denn es ist einfach seltsam sich 24 Stunden ins Flugzeug zu setzen um zu einer Veranstaltung mitten in der alten Heimat anzureisen. Unwahrscheinlich groß war die Anzahl der Leute, die ich im Rahmen der WM wieder gesehen habe. Ich konnte selten mehr als zehn Meter gehen ohne jemanden zu treffen. Es kam mir vor, als wären sämtliche Koryphäen aus der lokalen, regionalen, nationalen und internationalen TT-Szene für eine Woche in Dortmund gewesen. Wahrscheinlich hätte ich die komplette Woche ausschließlich mit Quatschen und Geschichten erzählen verbringen können, aber leider war es manchmal dann zu hektisch und es blieb kaum Zeit für einen kurzen Schnack, denn schließlich war ich ja in erster Linie beruflich vor Ort und hatte auch Verpflichtungen.
Zum Glück konnte ich auch Zeit mit der Familie verbringen, die fast täglich vor Ort war. Und obendrein haben sich ein paar Schulfreunde die Gelegenheit für das eine oder andere Treffen nicht nehmen lassen also war es rundherum ein echt toller Trip in die alte Heimat.

Aber trotzdem war die Freude zurück nach Hause zu fliegen nicht weniger groß. Nach wie vor geht es mir hier hervorragend, wenngleich die Anfangseuphorie nicht mehr ganz so groß ist wie noch im Juni 2011. Die zehn Monate die ich jetzt hier bin sind beinahe wie ein Fingerschnipps vorübergegangen.

Hier und da werden mir im Übrigen auch immer noch Überraschungen serviert, so dass keine Zeit für Langeweile bleibt: So zum Beispiel, als ich vor gut einem Monat früh morgens zu meinem Auto ging um zum Flughafen zu fahren. Von weitem sah ich, dass ein Wagen aus den am Straßenrand parkenden Autos hervortrat. Er war diagonal zur Hälfte auf dem Gehweg abgestellt, die Scheibenwischer waren hochgestellt. Das konnte unmöglich meiner sein, so hatte ich ihn den Abend vorher definitiv nicht abgestellt. Als ich näher kam traute ich meinen Augen nicht – die Fahrerseite sah aus, als hätte sich ein Hippo dran gerieben. Die komplette Seite war von einem scheinbar heftigen Einschlag zerknautscht, beide Türen, sowie Front- und Heckkotflügel reif fürs Altmetall. Zudem musste die Radaufhängung gebrochen sein, denn die Vorderräder standen zueinander wie meine Ski, als ich zum ersten Mal draufstand. Ich malte mir schon diverse Horrorszenarien aus, dann fand ich zum Glück eine Notizkarte im Türspalt eingeklemmt. Ich erwartete etwas wie: „Rücke vor bis zur Schlossallee,“ auf der einer der Mitspieler gerade ein Hotel gebaut hatte. Aber nein, glücklicherweise war es die Karte eines Police Constables der mir seine Kontaktdaten und die Info hinterlassen hatte, dass der Vorfall von der Polizei aufgenommen wurde.
So ging ich nach meiner Rückkehr abends direkt zur Wache (liegt direkt gegenüber meinem Appartmentgebäude) und fragte was zum Geier denn mit meinem Auto passiert wäre. Es stellte sich heraus, dass irgendein Trottel beim Ausparken laut eigener Aussage Gas und Bremse vertauscht („der Klassiker“, dachte ich mir) und zudem die Zugkraft seines Wagens unterschätzt habe und mir dann dermaßen in die Flanke geritten sei, dass seine Kutsche sogar einen Totalschaden davontrug.
Unglücklicherweise hatte er seinen Untersatz erst vor zwei Wochen erstanden und noch keine Versicherung abgeschlossen… Der Reparaturschaden an meinem Wagen betrug 9.000 AUD, die der Kollege jetzt womöglich selbst abrattern muss. Ist aber nicht mein Problem, wofür welches Pedal ist sollte man wissen wenn man vier Räder bewegt. Meine Versicherung hat mir freundlicherweise für die Reparaturzeit einen Mietwagen gestellt. Aber nichtsdestotrotz ist mein Wagen nun ein Unfallwagen was für den Verkaufswert nicht so toll ist.

Eine tolle Erfahrung war auch der einwöchige Trip nach Auckland/Neuseeland, bei dem ich im Rahmen der ozeanischen Jugendmeisterschaften auch ein dreitägiges Trainingscamp für den Weltverband ITTF geleitet habe. Neben den Nachwuchsspielern aus Australien und Neuseeland waren auch etliche Jungs und Mädels inklusive Trainer von den pazifischen Inseln dabei, wie z.B. Kiribati, Fiji, Neukaledonien oder Cook Islands. Und ganz ehrlich: ich habe noch nie fröhlichere und glücklichere Menschen getroffen als sie. Zeit spielt bei ihnen keine Rolle, was zählt sind Essen, Familie, Essen, Sonne, Essen, Strand und Essen. Sie sind mit den unglaublichsten Kleinigkeiten zum Lachen zu bringen. Eines ihrer Highlights in der Woche war der Kaffeeautomat im TT-Zentrum Aucklands, der für die Woche Kaffee umsonst spendete. Als ich einem kleinen Jungen von den Fiji-Inseln zeigte wie man einen Ball abwechselnd auf der Vorhand- und Rückhandseite ticken lässt, riss es ihn zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Er schien es nicht für möglich gehalten zu haben, dass das überhaupt im Bereich des technisch möglichen liegt.
Herzerfrischend unverbraucht auch die Frage eines Mädchens von den Cook Inseln an ihren Trainer, als ich die Jugendlichen vor der ersten Trainingseinheit zum Warmlaufen schicke: „Warum laufen wir?“ Die Erklärung des Trainers mir gegenüber machte dann Sinn: Die Cook Inseln liegen mitten im Pazifik und haben für gewöhnlich Temperaturen die ein Aufwärmen zumindest im wörtlichen Sinn nicht nötig machen. Deswegen hat das bislang auch keines der Mädels jemals gemacht.

Brisbane Roar mit dem deutschen Thomas Broich ist hier vor kurzem erneut Meister geworden. Dabei haben die beiden Ex-Bundesligaprofis Broich und Besart Berisha tragende Rollen gespielt. Gegen Perth Glory lag Roar im eigenen Stadion bis zur 84. Minute mit 0-1 zurück. Dann flankte Broich auf den Kopf von Berisha, der nickte zum 1-1 ein. Von hieran nahm das Unheil für die Gäste ihren Lauf. In der 88. Minute setzte es eine Rote Karte, und als sich in der 95. Spielminute Besart Berisha im Strafraum beim Schussversuch vor das eigene Standbein tritt gab es sogar Elfmeter für Roar. Den verwandelte Berisha selbst zum sehr glücklichen 2-1. So will man sicherlich keinen Meistertitel gewinnen.

Ich habe unter der Woche meine ersten drei freien Tage genossen. Seit einer Woche ist keine Wolke am Himmel, deswegen bin ich die ganze Zeit draußen und verbringe die Zeit mit Golfen, Body Boarden, Sport und allem was man sonst noch gerne draußen und am Wasser macht.

Anfang Juni steht dann der nächste Trip an. Dieses Mal geht es für acht Tage auf die Fiji-Inseln. Kein allzu schlechtes Ziel für einen „Business Trip“…

Beste Grüße aus Brisbane

Jens Lang

Als ich neulich mit Mama durch die Stadt gegangen bin, fielen mir Leute auf, die an bunten Ständen allerlei Dekoration verschenkt haben. Ja ich konnte es auch kaum glauben, verschenkt! Und freundlich waren die alle. Am ersten Stand habe ich ein Fähnchen bekommen mit drei Buchstaben  drauf und am nächsten gab es ein Luftballon. Natürlich hatten alle auch lustige, bunte Zettel mit netten, lachenden Gesichtern. Da war niemand traurig und auch die Leute waren alle freundlich. “Och ist die Kleine aber süß”, habe ich gehört.
Mama hat mir hinter erklärt, dass die Leute freundlich sind, weil sie unsere Stimme bei der Wahl haben wollen. Bestimmt sind sie sonst auch freundlich, aber vor den Wahlen sind sie immer besonders lieb und verschenken schöne Sachen.
Vom letzten Wagen, der durch die Fußgängerzone fuhr und so geschmückt war wie mein Kinderwagen, hat ein Prinzenpaar Schokolade geworfen. Das wäre mir persönlich auch etwas lieber gewesen als ein Zettelchen und ein Luftballon.
Papa hat gesagt, dass er und Mama auch zur Wahl gehen, denn wählen ist Pflicht und jede Stimme zählt. Ich hoffe sie nehmen mich mit, dann kann ich mir das schon mal anschauen.
Ich habe irgendwie nie die Wahl, bei mir heißt es immer “Jetzt geht’s ab ins Bett” oder “Das wird jetzt gegessen”. Ach doch, ab und zu habe ich auch die Wahl und zwar in meiner Badewanne, den blauen Gummiwal.

Viel Spaß beim ankreuzen, Eure Ronja!

Hallo zusammen,

der Monitor spielte ein paar Tage verrückt, aber jetzt funktioniert er wieder.    Verrückt auch gestern das Pokalfinale zwischen dem alten und neuen Deutschen Meister, und dem Rekordtitelträger, oder besser gesagt, kurz danach.     Man hat ja in der Medienwelt schon die kuriosesten, und kaum zu glaubenden  Statements gehört, aber die gestern Abend nach dem Finale wahren bislang die Krönung.                     Nach 795% Ballbesitz, Spiel auf ein Tor, und mit einer sowas von klar besseren Mannschaft verlor der FCB doch tatsächlich äußerst knapp und unglücklich mit 2-5 dem BvB.          Als ich diese Aussage von Phillip Lahm hörte, dachte ich , ich hätte in den vergangenen zwei Stunden ein anderes Programm eingeschaltet.     So einen hirnrissigen Schwachsinn, der heute ab 18.30 Uhr nach der ersten Hochrechnung bei den Landtagswahlen in NRW von den Unterlegenen allerdings auch wieder zu hören sein wird, habe ich schon lange nicht mehr vernommen.     Der glaubte doch wohl nicht wirklich das, was er da gesagt hat.                 Prima der sofortige Konter durch ZDF-Mann Bela Rethy.             Wie weltfremd muss man denn sein, um so etwas von sich zu geben?    Klar ist die Enttäuschung direkt nach dem Abpfiff riesengroß, aber das war völlig daneben.    Passte aber zur Leistung über die gesamte Saison des Kapitäns der Bayern.              Damit aber noch nicht genug.   Trainer Jupp Heynckes lebt mittlerweile auch in einer anderen Welt, hat er doch auch eine “überragende” Leistung seiner Mannschaft in einem der beiden Durchgänge gesehen, frage mich nur in welchem.                 Das die Dortmunder “in der ersten Halbzeit nur einmal auf das Tor geschossen haben, und dabei drei Tore geschossen haben”,  zeugt ja nicht unbedingt von Klasse seiner Hintermannschaft, aber von einer bemerkenswerten Effizienz der Schwarzgelben.        Chelsea hat das übrigens in Barcelona auch so gemacht, die hatten allerdings nur 3% Ballbesitz, und sind nur zweimal über die Mittellinie gekommen, Herr Heynckes.               Die Bayernabwehr ein Gruselkabinett an Unfähigkeit, das vom neuen Pokalsieger nochmehr hätte auseinander genommen werden sollen.                                  Wenn ich mir vorstelle, das mit Manuel Neuer, der in München bislang noch nicht  einmal fünfzig Prozent seiner Leistung die er im Königsblauen Trikot gezeigt hat, Badstuber, bester Innenverteidiger der Liga, wenn nicht Europas, laut Fritz von Turn und labert-nur-kannix, und der formlose Lahm das Gerüst der Abwehr der deutschen Nationalmannschft stellen sollen und wohl auch werden, dann wird mir ab dem 9. 6. gegen Potugal bei der EURO 2012 aber Angst und Bange.           Schwarzmalerei  bringt ja auch nicht das meiste, aber wenn ich mir noch vorstelle, wie der Chipstüten verschlingende  Bastian Schweinsteiger mehr mit sich als dem Gegner zu kämpfen hat, sieht es zumindest nicht rosig aus.          Das kann sich ja alles ändern, wenn am kommenden Samstag die Bayern Chelsea dahoam 8-0 (sechsmal Gomez, dreimal Müller, zweimal Lahm per Hand- und Foulneunmeter)) weghauen, und doch noch einen Titel gewinnen.                     Wie das geht, das haben sie gestern in einer kostenlosen Lehrstunde unter Wettkampfbedingungen, beispiellos vor Augen geführt bekommen.             Wir werden heute auf Muttis Wunsch im Garten grillen.    Wie würde Phillip Lahm jetzt sagen: sind doch auch ideale Bedingungen bei strömenden Regen und 30° im Schatten.

 

Tschüß, bis die Tage, und nicht nur heute an die Muttis denken

R.A.

P.S.: Wählen nicht vergessen!

 

Nächste Seite »